Michael Fink kennt den FC Hanau 1893 auch als Spieler. Nun soll er als Interimstrainer den Aufstieg in die Hessenliga schaffen. Archivfoto: TAP

Hanau

Ex-Profi Michael Fink wird Interimstrainer beim FC Hanau 93

Fußball. Ex-Profi Michael Fink soll als Interimstrainer den zuletzt sportlich angeschlagenen FC Hanau 93 doch noch zum Aufstieg in die Hessenliga führen. Erst vor wenigen Tagen feierte der 37-Jährige als Spieler des FC Gießen die Hessenliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Südwest.

Vor seinem Wechsel nach Gießen spielte Fink eine Saison für die 93er in der Verbandsliga Süd. Nach dem Rücktritt der beiden Trainer Christoph Prümm und Slavisa Dacic hilft er nun an der Kastanienallee – zunächst mal bis zum Saisonende befristet - als Coach aus.

Erfahrung als erfolgreicher Interimstrainer sammelte Fink bereits in der Saison 2017/18 beim damaligen Regionalligisten SV Waldhof Mannheim. Dort startete er nach der Entlassung von Gerd Dais eine starke Serie, musste in der Winterpause wegen der nicht vorhandenen Trainerlizenz seinen Posten wieder abgeben und wurde von Bernhard Trares ersetzt.

Im gespräch mit dem Hanauer Anzeiger sagte Fink: „Ich war zunächst einmal überrascht, als der Anruf kam. Aus alter Verbundenheit möchte ich dem Verein nun helfen. Dadurch, dass wir mit dem FC Gießen schon aufgestiegen sind, ist die Doppelbelastung für mich nicht so schlimm.“ Fink kennt sein neues (altes) Team gut und ist von der Qualität im Kader überzeugt. „Ich möchte den Spielern Selbstvertrauen geben.“

Realistische Einschätzung

Ziel sei der Aufstieg, doch der Ex-Profi denkt, dass dieser wohl nur noch über die Aufstiegsrunde zu realisieren ist. „Wir schauen nicht auf Walldorf, sie müssten ja in zwei von drei Spielen patzen, damit wir sie überhaupt noch von Platz eins verdrängen können“, so Fink, der das Absichern von Rang zwei als primäre Aufgabe ansieht.

Ob Fink auch für die kommende Saison ein Trainerkandidat ist, darüber wollte der Sportliche Leiter Giovanni Falacara nicht spekulieren. „Wir haben derzeit andere Themen“, fordert der Sportchef eine Fokussierung auf die wichtigen anstehenden Aufgaben. Drei Punktspiele sind noch zu absolvieren, zwei Partien in der Aufstiegsrunde könnten dazukommen.

Aktuell beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Rot-Weiß Walldorf vier Punkte. Und im Kreispokal ist der 125 Jahre alte Traditionsverein als Halbfinalist auch noch vertreten. Im Hinblick auf die Saison 2019/20 wird in der noch offenen Trainerfrage auch immer der Name Ervin Skela diskutiert.

Neuer Impuls

Beim bisherigen Trainerduo Christoph Prümm und Slavisa Dacic war spätestens nach der 2:3-Niederlage in Erlensee der Entschluss gereift, dass eine Veränderung her muss. „Natürlich hätten wir unsere Arbeit gerne mit dem Aufstieg zu Ende geführt, doch wir waren der Meinung, dass die Mannschaft aus ihrem Trott herauskommen muss und dafür einen neuen Impuls braucht. Und zwar durch einen neuen Trainer, der dem Team mehr Leben einhaucht. Es war eine Entscheidung im Sinne der Mannschaft und des Vereins“, sagt Christoph Prümm.

„Ich hoffe, dass wir zu unser alten Stärke zurückfinden, mit der wir übrigens Meister geworden wären“, ergänzt der zurückgetretene Spielertrainer. Der Defensivakteur wird bis zum Saisonende als Spieler zur Verfügung stehen, danach wie bereits verkündet seine Karriere beenden. Auch aus familiären Gründen. Prümm: „Ich habe einen knapp dreijährigen Sohn, der will mehr Zeit mit seinem Papa verbringen.“

Besondere Beziehung zum FC Gießen

Michael Fink bleibt unterdessen weiterhin bis zum Saisonende Aktiver des FC Gießen und wird von den Mittelhessen für den kurzfristig angenommenen Trainerjob freigestellt. „Die Termine kollidieren nicht. In Gießen wird vormittags und nachmittags trainiert, bei uns abends. Auch die Spiele überschneiden sich nicht“, erzählt Giovanni Fallacara. Man sei, so der Sportchef, den Verantwortlichen des FC Gießen für die erteilte Freigabe sehr dankbar. Die Beziehungen des HFC nach Gießen sind ohnehin sehr eng, denn bekanntlich ist deren Coach Daniyel Cimen als Spieler Mitglied des Hanauer Verbandsliga-Kaders.

Für die kommende Saison hat der FC Hanau 93 schon zwei Verstärkungen mit Hessenligaerfahrung verpflichtet. Aus Alzenau kommt der 19 Jahre alte Torwart Armend Brao, der aufgrund einer halbjährigen Spielpause ab sofort für den Verbandsliga-Zweiten spielberechtigt ist. „Armend ist ein Hanauer Junge und hat bereits in der Jugend für unseren Verein gespielt“, erläutert Fallacara.

Hanauer Vergangenheit weißt auch Kevin Effiong auf. Allerdings spielte der Verteidiger, der vom Hessenligisten Türk Gücü Friedberg zum HFC wechselt, kurze Zeit für den Stadtrivalen SC 1960 Hanau. „Kevin ist bei uns als Innenverteidiger eingeplant, sozusagen als Ersatz für Christoph Prümm“, erklärt Fallacara.

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