Lila-weiße Blumen für 20 Jahre im Tor des FC Hochstadt: Der stellvertretende Vorsitzende Tobias Berdux gratuliert Björn Wiegand (links) im Namen des FCH. Wie der langjährige Keeper von Eintracht Frankfurt, Oka Nikolov, genannt der „ewige Oka“, bringt er es auf über zwei Jahrzehnte in einem Club. Foto: Bender

Maintal

Ewiger Wiegand: Keeper hält Hochstadt seit 20 Jahren Treue

Fußball. Manch ein Fußballer kommt in seiner Laufbahn im Seniorenbereich auf zig Vereine. Bei Björn Wiegand wird es nur ein einziger sein. Seit 20 Jahren hütet der 33-Jährige das Tor des Gruppenligisten FC Hochstadt.

Von Frank Schneider

„Ein Vereinswechsel kommt für mich auch nicht mehr infrage, eher höre ich auf“, schmunzelt der frisch vermählte Torwart, der in diesem Jahr Vater wird. „Solch eine Vereinstreue gibt es selten“, sagt Hochstadts Vorsitzender Manfred Maier, der Wiegand als herausragenden Sportler und zuverlässigen Menschen bezeichnet.Als im Juni 1996 ein C-Jugend-Torwart von Eintracht Frankfurt in den Hochstädter B-Jugend-Kader wechselte, konnte keiner ahnen, dass die Lila-Weißen über Jahre keine Probleme auf der Torhüterposition haben werden. Wiegand hielt seinem Verein bis jetzt die Treue und wurde dafür vor dem letzten Gruppenliga-Heimspiel gegen den FSV Bischofsheim geehrt.Aufgewachsen in Klein-Krotzenburg, wohnhaft in FrankfurtWiegand hat auf dem Waldsportplatz im Maintaler Stadtteil seine sportliche Heimat gefunden, obwohl er gar kein Hochstädter ist. Aufgewachsen in Klein-Krotzenburg, lebt Wiegand mittlerweile in Frankfurt. DieFahrten hinaus zum FCH nimmt er gerne in Kauf, denn hier fühlt er sich wohl. Er schätzt das familiäre Umfelddes Gruppenligisten. „Der FC Hochstadt ist für mich mehr als nur ein Verein, hier sind viele Freundschaften entstanden“, betont der Stammtorwart.Zum Vorstand um den langjährigen Vorsitzenden Maier pflegt er ein gutes Verhältnis. Wiegand schätzt die klare Kante des Vereinschefs. „Über die ganzen Jahre sind immer alle Vereinbarungen eingehalten worden“, berichtet Wiegand. Nur als junger Keeper habe er mal einen Gedanken daran verschwendet, den Verein mangels Perspektiven zu verlassen. Im ersten Seniorenjahr kam er nur auf drei Erstmannschaftsspiele. „Und zwei davon haben wir wegen mir verloren“, lacht Wiegand. Die Flinte hat er aber nicht ins Korn geworfen. Und es kamen bald bessere Zeiten für den ehrgeizigen Wiegand.Starke Reflexe auf der Linie zeichnen Wiegand ausNach dem Abstieg aus der Verbandsliga im Jahr 2003 etablierte sich der junge Torwart aber als Nummer eins und entwickelte sich zu einem der besten und beständigsten Keeper in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Starke Reflexe auf der Linie zeichnen Wiegand aus, der zudem mit dem Ball am Fuß sehr gut umgehen kann, was für die Spieleröffnung seines Teams förderlich ist. „Nicht ganz so stark bin ich in Sachen Strafraumbeherrschung“, räumt der Routinier ein. „Außerdem ist er ein Elfmeterkiller. Seine bevorzugte Seite darf ich aber nicht verraten, sonst kriege ich Ärger mit ihm“, erzählt Maier mit einem Augenzwinkern.Über ein Karriereende hat sich Wiegand noch keine Gedanken gemacht, wobei 33 Jahre für einen Torwart noch kein Alter sind. Er will jetzt von Jahr zu schauen und gegebenenfalls auch familiäre Aspekte in die Entscheidung über seine sportliche Zukunft einfließen lassen.Ehrgeiz ist noch immer daMit dem FC Hochstadt noch einmal ganz oben mitspielen und ans Tor zur Verbandsliga anklopfen, würde den Steuerfachangestellten indes schon noch einmal reizen. „Ich denke, dass wir uns nach dem Kunstrasenbau spielerisch verbessern werden. Daher würde es mich nicht überraschen, wenn wir mit einigen Neuzugängen in der nächsten Saison eine wesentlich bessere Rolle in der Liga spielen würden“, sagt Wiegand und nennt dabei die Plätze eins bis vier als erstrebenswertes Ziel. Der Torwart ist zwar reifer geworden, Ehrgeiz ist aber genauso wie in jungen Jahren bei Wiegand reichlich vorhanden.

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