1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Erlensee kann in Fulda nicht überraschen: Aus im Achtelfinale nach 1:2-Niederlage

Erstellt:

Außerhalb des Spielfelds wird Erlensees Jan Lüdke in dieser Szene zu Fall gebracht. Barockstadts Trainer Sedat Gören zeigt auf die Linie.
Außerhalb des Spielfelds wird Erlensees Jan Lüdke in dieser Szene zu Fall gebracht. Barockstadts Trainer Sedat Gören zeigt auf die Linie. © Görlich

Fußball-Hessenligist 1. FC Erlensee ist im Achtelfinale des Hessenpokals ausgeschieden. Dabei lieferte der FCE beim 1:2 bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz eine ordentliche Vorstellung ab. „Es fühlt sich deswegen auch so bitter an“, meinte ein enttäuschter Gästetrainer Jochen Breideband.

Fulda – Nach zwei Niederlagen in der Punktrunde zog der Hanauer Kreisverein zum dritten Mal in dieser Saison gegen den Regionalligaanwärter in einem engen Spiel den Kürzeren. Rund 450 Zuschauer sahen ein intensives Match, in dem sich in den entscheidenden Momenten die etwas größere Cleverness des Favoriten auszahlte. Die SG Barockstadt tritt nun im Viertelfinale beim Ligakonkurrenten Bayern Alzenau, der sich mit 5:1 beim SV Hallgarten (Kreisoberliga Rheingau-Taunus) durchgesetzt hatte, an.

Breideband hatte sich als taktisches Mittel in der Defensive für eine Dreierkette entschieden. Fulda-Lehnerz nahm zu Beginn das Heft in die Hand, fand aber tief in der gegnerischen Hälfte zunächst keine passenden Lösungen. Vereinzelte Torabschlüsse gab es auf beiden Seiten, ehe die Partie ab der 28. Minute richtig Fahrt aufnahm. Erlensees Nico Damm war nach einem tiefen Pass von Marcel Mohn auf und davon und kam im Duell mit Fuldas Torhüter Tobias Wolf ins Straucheln. Die zahlreich mitgereisten Anhänger aus Erlensee forderten auf der Tribüne des Johannisau-Stadions einen Elfmeter - Schiedsrichter Felix Berger aus Herleshausen bewertete die Situation anders. Breideband zeigte Verständnis: „Ich hätte da wohl auch keinen Elfmeter gegeben“, meinte er fair.

Auf der Gegenseite klingelte es. Der in der Winterpause vom FC Hanau 93 nach Fulda gewechselte Dominik Wüst nahm einen zurückgelegten Ball auf und schoss ihn trocken aus kurzer Distanz zum 1:0 in die kurze Ecke. Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Sebastian Wagner war mit einem abgefälschten Schuss aus 18 Metern erfolgreich (33.).

Plötzlich war Pfeffer im Spiel, das auf dem Feld nicht frei von Nickligkeiten und Diskussionen war. Gleich zwei Mal wollten Akteure der SGB kurz vor der Halbzeit noch einen Elfmeter ziehen, doch der Unparteiische ließ auch in diesen Szenen zu Recht weiterspielen. Das Remis zur Pause war leistungsgerecht.

Dass seine Mannschaft gleich in den ersten beiden Minuten der zweiten Hälfte nicht aufmerksam genug war, ärgerte Breideband immens. Nach einer umstrittenen Foulszene im Mittelfeld fehlte die Konzentration; Fulda-Lehnerz konterte mit einem einfachen Ball und der völlig frei vor FCE-Keeper Jens Westenberger auftauchende Dominik Rummel schob die Kugel überlegt zum 2:1 in die Maschen.

Erlensee hatte danach Glück, dass Westenberger eine Direktabnahme von Tolga Duran (55.) mit einem starken Reflex entschärfte. In der letzten halben Stunde erarbeitete sich das nimmermüde FCE-Team Oberwasser. Zum Unglücksraben avancierte Jan Lüdke. In der 69. Minute netzte er am langen Pfosten zum vermeintlichen 2:2 ein - das Schiedsrichter-Gespann entschied auf Abseits. Sechs Minuten später spielte Wagner Lüdke herrlich frei, doch diesmal war Erlensees Zehner vor Keeper Wolf nicht kaltschnäuzig genug. „Gegen einen solch starken Gegner bekommt man nicht viele solcher hochkarätiger Chancen, also muss man sie nutzen“, haderte Breideband.

Bei allem Bemühen ergab sich bis zum Schlusspfiff keine derart dicke Chance mehr, folglich was das Ausscheiden des FCE besiegelt. „Schade, aber Fulda-Lehnerz war auch das mit Abstand schwerste Los im Topf. Wir müssen nun eben über den Kreispokal einen neuen Anlauf nehmen, beginnend mit dem Spiel am Mittwoch beim VfR Kesselstadt“, so Breideband.

„Es war der schwere Pokal-Fight, den wir vermutet hatten“, meinte Sedat Gören. „Der Rasen war holprig und tief. Es war schwierig, sauber zu kombinieren“, erklärte der SGB-Trainer, für den am Ende nur das Weiterkommen, in einer „hitzigen Partie“ gezählt habe. Gören sprach von einem „echten Kampfspiel“ und einem „verdienten Sieg“ für seine SGB. (Von Frank Schneider)

Fulda-Lehnerz: Wolf - Löbig, Grösch, Pecks, Hillmann - Müller - Kassa (61. Göbel), D. Wüst (68. Tavares Ganime Bastos), Duran, Reinhard - Rummel (76. Trägler)

Erlensee: Westenberger - Hixt, Westenberger, Frey - Fischer, Mohn (61. Zimpel), Wörner (87. Niegisch), Lüdke, Kreinbihl (76. Ahouandjinou) - Damm, Wagner

Tore: 1:0 Wüst (29.), 1:1 Wagner (33.), 2:1 Rummel (47.) - Schiedsrichter: Berger (Herleshausen) - Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Erlensees Hixt (90.+1) - Zuschauer: 450

Auch interessant