Patrick Beer wird die HSG Hanau zum Saisonende verlassen. Archivfoto: Scheiber

Hanau

Erfolgscoach Beer verlässt die HSG Hanau

Handball. Am Saisonende ist für Patrick Beer bei der HSG Hanau Schluss: Nach dann fünfeinhalb sehr erfolgreichen Jahren, in denen der Trainer sein Team sowohl in die 3. Liga Ost als auch erstmals in den DHB-Pokal führte, will sich der Erfolgscoach eine Auszeit gönnen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren.

Von Robert Giese

„Das war eine unglaublich schwierige Entscheidung“, betont Beer, dem der Verein und die Spieler über die Jahre sehr ans Herz gewachsen sind, „aber Familie, Beruf und Handball unter einen Hut zu bringen, hat sehr viel Kraft gekostet.“ Im Sommer will der langjährige HSG-Coach deshalb nun erst einmal eine Pause vom Handball einlegen und sich vorerst auch keinem anderen Verein anschließen.

Beer war im November 2013 zur HSG gekommen, hatte aus einer soliden Oberliga-Mannschaft über die Jahre hinweg einen Aufstiegs‧aspiranten geformt und verstand es dabei, die zahlreichen talentierten Hanauer Eigengewächse in den Kader zu integrieren.

"Tolle Arbeit geleistet"

Vor zweieinhalb Jahren stieg Hanau schließlich in die 3. Liga Ost auf, nachdem sich die HSG mit dem Lokalrivalen aus Bruchköbel über die gesamte Saison hinweg ein packendes Duell um die Meisterschaft geliefert hatte. Dort gelang den Hanauern in ihrem Premierenjahr frühzeitig der Klassenerhalt, die vergangene Saison war gar die erfolgreichste in der noch jungen Geschichte der HSG Hanau: Beers Mannschaft beendete die Spielzeit als Tabellendritter und qualifizierte sich erstmals für den DHB-Pokal.

Angesichts dieser Erfolgsgeschichte fiel es auch den HSG-Verantwortlichen schwer, den Abschied ihres Trainers zu akzeptieren. „Patrick Beer hat hier tolle Arbeit geleistet, deshalb haben wir viele intensive Gespräche geführt“, macht Reiner Kegelmann, der Sportliche Leiter der Hanauer, keinen Hehl daraus, dass der Drittligist den 39-Jährigen gerne gehalten hätte. „Aber es ist auch absolut nachvollziehbar, dass er nach all der Zeit eine Pause braucht. Wir gehen deshalb so auseinander, wie wir zusammengekommen sind: als Freunde.“

Der Mannschaft werde der Abschied von Beer ebenfalls schwerfallen, wie Kapitän Sebastian Schermuly betont: „Das ist bedauerlich und traurig, und daran werden wir sicher noch ein bisschen zu knabbern haben, schließlich hat er das hier alles mit aufgebaut.“ Die Gründe für Beers Entscheidung könnten die Spieler aber absolut nachvollziehen, dafür gebe es in der Mannschaft „volles Verständnis“.

Nachfolgersuche soll bis März abgeschlossen sein

Nun muss ein neuer Mann gefunden werden. Die Verantwortlichen haben ein klares Anforderungsprofil: „Er sollte schon ein paar Erfahrungen gesammelt haben und zudem gut mit jungen Spielern arbeiten können“, zählt Kegelmann auf, „ganz wichtig ist außerdem, dass er auch menschlich zu uns passt und das familiäre Konzept der HSG weiter umsetzt.“

Obwohl Beer große Fußstapfen hinterlässt, ist Kegelmann zuversichtlich, dass der Verein „einen adäquaten Ersatz“, findet, schließlich „bietet die HSG eine gute Plattform“. Bei der Suche nach einem Nachfolger haben die Hanauer zwar keinen Zeitdruck, wollen aber bis spätestens März Nägel mit Köpfen gemacht haben.

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