Bei den White Wings reichten die Kräfte nur für eine halbe Stunde Basketball. Foto: TAP

Hanau

Einbruch in der Schlussphase: White Wings unterliegen Vechta

Basketball. Die Hebeisen White Wings haben einen Überraschungserfolg gegen Rasta Vechta verpasst. Die Hanauer Basketballer unterlagen dem ProA-Tabellenführer am Samstag in der Main-Kinzig-Halle mit 64:84 – obwohl sie zu Beginn des Schlussviertels mit nur einem Punkt zurückgelegen hatten.

Von Dominik Sharaf

In Abwesenheit ihres verletzten Kapitäns Christian von Fintel und mit sieben eingeschränkt fitten Stammspielern, ging dem Team in der Endphase die Luft aus. „Wir haben einfach nicht gut reagiert“, ärgerte sich Cheftrainer Simon Cote.

Denn bis zur ominösen 30. Minute hatten die White Wings dem Favoriten alles abverlangt und einen großen Kampf geliefert. Sie agierten drei Viertel lang mit viel Zug zum Korb und kamen aus der Zone heraus häufiger zum Abschluss als Rasta. Am Ende standen 23 Abschlüsse – sieben mehr als der Gegner – zu Buche. Elf gingen auf das Konto von Till-Joscha Jönke, der mit 16 Punkten der beste Hanauer Werfer war und dazu neun Rebounds gewann.

Siegchance vor AugenSportdirektor Helmut Wolf lobte die erste Hälfte als „sensationell“, hatte aber erkannt: „Vechta hat uns ein wenig unterschätzt und den letzten Biss in der Verteidigung vermissen lassen.“ Dass die Abwehr auf der anderen Seite funktionierte, lag an der Teamleistung der White Wings, und Reservist Benedikt Nicolay. Er bestätigte erneut, dass er im Zuge der Verletzungskrise zur verlässlichen Größe avanciert ist. Co-Trainer Tuna Isler erkannte den perfekten Ersatz für von Fintel: „Er ist ein Kampftier. Einzig die Spielerfahrung fehlt.“

Trotz der Siegchance vor Augen war der Akku der dezimierten Rotation zu Beginn des letzten Viertels leer. Acht White Wings leisteten sich zunehmend Flüchtigkeitsfehler und gewährten elf Gästen mit Topwerfer Seth Hinrichs (24 Punkte) zu viel Freiraum. Vechta brauchte keine fünf Minuten, um sich mit 15 Punkten abzusetzen und den Widerstand der Hanauer zu brechen. „Zu wenig Rebounds, viel zu viele Ballverluste“, erklärte Cote die Niederlage.

Kein Einsatz für JackoNicht zum Einsatz kam der neue Hanauer US-Profi Adom Jacko. Die Blitzverpflichtung war nach dem ersten Training am Donnerstag spielberechtigt und saß auf der Bank, aber nicht bereit für den ProA-Alltag.

In der ProA-Tabelle sind die White Wings auf den zehnten Platz abgerutscht. Es hätte schlimmer kommen können, denn die direkten Konkurrenten nahmen sich am 20. Spieltag gegenseitig die Punkte weg oder patzten ebenfalls: Phoenix Hagen (8.) besiegte die Niners Chemnitz (11.) mit 89:79 und die Kirchheim Knights (7.) gewannen gegen die Hamburg Towers (9.) mit 87:82.

Die 103:82-Auswärtspleite der Gladiators Trier (6.) bei den Baunach Young Pikes unterstrich, dass mit dem zwei Monate sieglosen Ex-Schlusslicht wieder zu rechnen ist. Der Bamberger Bundesliga-Nachwuchs gab die rote Laterne am Samstag an das Team Ehingen Urspring ab und ist nun punktgleich mit einem Nicht-Abstiegsplatz.

White Wings: Jönke (16 Punkte / 9 Rebounds), Choice (15/5), Adams (12/2), Albrecht (8/3), Long (6/3), Eichler (5/6), Brady (2/2), Nicolay (0/1), Zuschauer: 825

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