Die Langenselbolderin Sabrina Reitz will Miss Germany werden.
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Die Langenselbolderin Sabrina Reitz will Miss Germany werden.

Früher beinharte Abwehrspielerin

Ehemalige Langenselbolder Fußballerin Sabrina Reitz im Miss-Germany-Finale

  • vonRobert Giese
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Im Europa-Park in Rust findet am Samstag, 27. Februar, das Miss-Germany-Finale statt. Unter den 16 hübschen Frauen, die zur Wahl stehen, ist auch Sabrina Reitz. Die 30-Jährige war im Jahr 2014 die erste Selbolder Erdbeerkönigin und spielte früher für den SV 1930 Langenselbold Fußball. 2011 wurde Reitz zur „Miss World Germany“ gekürt. Die Kinderzahnärztin tritt als amtierende Miss Rheinland-Pfalz an.

Langenselbold – Wenn das Finale der diesjährigen Miss Germany stattfindet, könnte eine der Frauen auf der Bühne Fußballkennern aus der Region bekannt vorkommen: Mit Sabrina Reitz steht eine Kandidatin zur Wahl, die früher als Abwehrspielerin bei der SG Kinzigtal ihre Gegenspielerinnen das Fürchten lehrte.

Es ist zwar schon einige Jahre her, aber bei den „Dreißigern“ aus Langenselbold erinnern sie sich noch gut an Reitz, die plötzlich auf dem Platz stand und mitspielen wollte. Fußballerfahrung hatte sie zwar nicht vorzuweisen, entpuppte sich aber rasch als Naturtalent, wie sich Knut Petersen, einer ihrer damaligen Trainer, erinnert. „Sie war eine tolle Defensivspielerin“, schwärmt er, „bei der man sich vom Aussehen nicht täuschen lassen durfte. Sie hat sich nichts gefallen lassen und war eine knüppelharte Verteidigerin.“

Mit Langenselbold aufgestiegen

Reitz spielte einige Jahre bei der Spielgemeinschaft mit und feierte Erfolge wie einen Aufstieg oder den Gewinn des Kreispokals, hängte die Fußballschuhe aber schließlich an den Nagel und widmete sich ihrer beruflichen Laufbahn. Nach einer Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten begann die heute 30-Jährige über den zweiten Bildungsweg ein Studium der Zahnmedizin, das sie zu Beginn des Jahres abschloss. Die frühere Abwehrspielerin hat sich dabei auf die jüngsten Patienten spezialisiert und sich für den Beruf der Kinderärztin entschieden, in ihrer Doktorarbeit widmet sie sich aktuell der Krebsforschung.

Sabrina Reitz hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und ist Kinderzahnärztin geworden.

Reitz hat damit einen weiten Weg hinter sich: Studium als beruflich Qualifizierte ohne Abitur – das hätte die 30-Jährige früher selbst kaum für möglich gehalten. Das Studium sei ein Privileg, so Reitz, die mittlerweile in ihrem Studienort Mainz wohnt. Finanziert hat sich die einstige Langenselbolder Kickerin ihr Studium einerseits über ein Stipendium, andererseits über Jobs als Model.

Sabrina Reitz ist eine von 16 Finalistinnen

Vor der Kamera verfügt sie offensichtlich über ebenso viel Talent wie auf dem Fußballplatz und in ihrem Beruf als Zahnärztin, denn am Samstag steht sie als Vertreterin aus Rheinland-Pfalz im Finale von Miss Germany. Damit ist sie eine von 16 Kandidatinnen auf den Titel, über dessen Vergabe nicht nur die Juroren, sondern jeder Interessierte über die Miss Germany-App entscheiden.

Die Miss-Germany-Wahl ist keine klassische Misswahl, in der lediglich ästhetische Gesichtspunkte eine Rolle spielen, vielmehr stünden laut Selbstbeschreibung Individualität und Vielfalt im Vordergrund. „Wir setzen auf authentische Persönlichkeiten, die mit ihrer Haltung neue Maßstäbe verfolgen und andere dazu ermutigen, es ihnen gleichzutun“, heißt es auf der Homepage der Veranstalter.

Sabrina Reitz setzt sich für Kinder und Jugendliche ein

Das trifft auf Reitz zu, die sich vor allem dafür einsetzt, dass mehr Kinder und Jugendliche ihren Träumen nachgehen, und zwar unabhängig ihres sozialen Hintergrunds. Während ihres Studiums hat sich die gebürtige Offenbacherin bereits als Mentorin für Studenten engagiert, die genau wie sie als beruflich Qualifizierte ohne Abitur über den zweiten Bildungsweg zum Studium kamen – für Reitz eine Herzensangelegenheit.

Ihre Chancen im Finale dürfte dieses Engagement nicht schmälern, schließlich entscheidet die Jury anhand des Social Performance Indicator, wer den Titel mit nach Hause nimmt – und dort spielen Faktoren wie die Persönlichkeit und das Engagement ebenfalls eine Rolle.

In Langenselbold werden jedenfalls alle Daumen gedrückt sein: „Wir sind wahnsinnig stolz auf sie“, meint Petersen über seinen einstigen Schützling beim SV 1930 Langenselbold.

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