Neuzugang II: Der Kalifornier Preston Beverly hat sich im Probetraining für einen Vertrag bei den White Wings empfohlen. Archivfoto: TAP

Basketball

Ebbecke White Wings: Chance für die jungen Wilden

Basketball. Selten gab es vor einem Saisonstart der Ebbecke White Wings so viele offene Fragen wie vor der Spielzeit 2019/20. Existenzängste um die Hanauer Basketballer sind trotz des Abstiegs in die ProB und des vorläufigen Scheiterns des Projekts „Transition Offense 2022“ mit dem Fernziel Bundesliga ad acta gelegt.

Dennoch müssen Trainer Simon Cote und seine Spieler die Weichen erst auf Wiederaufstieg stellen, wenn es am Samstag um 19 Uhr mit dem Auswärtsspiel bei den Baskets Elchingen losgeht.

Kleiner Kader bringt mehr Flexibilität und erhöht das Risiko

Der neue Kader, in dem mit Kapitän Till-Joscha Jönke, seinem Stellvertreter Josef Eichler und Benedikt Nicolay nur drei Akteure aus der Vorsaison stehen, braucht Zeit, um sich zu finden. Dass das Aufgebot mit neun Spielern wieder knapp bemessen ist, hilft beim Abstimmen der Systeme. Gleichzeitig ist es ein Risiko, wenn sich Verletzungsprobleme wie im vergangenen Jahr häufen.

Obwohl bisher alle Aktiven von Blessuren verschont geblieben sind, sprechen die White Wings von einer kniffligen Vorbereitung. Cote konnte wegen der Personalknappheit im Training nur selten fünf gegen fünf spielen und seine Jungs für den Ernstfall Saisonauftakt proben lassen.

US-Profi Preston Beverly ergänzt das Team

Lange sah es so aus, dass die White Wings erstmals seit über zehn Jahren ohne einen US-Profi auskommen würden. Erst diese Woche wurde mit Preston Beverly ein 22-jähriger College-Absolvent aus Kalifornien verpflichtet. Er ist jedoch kein logischer Leistungsträger. Anders als alle Importspieler in der Vergangenheit.

Die White Wings genießen Flexibilität, weil sie nicht darauf achten müssen, wie viele Nicht-EU-Ausländer auf dem Parkett stehen. Der australische Neuzugang Ryan Beisty besitzt einen britischen Pass, Miquel Servera ist als Spanier von der verschärften Quotenregelung nicht betroffen.

Junge Wilde können an der Seite von Topspieler Jönke glänzen

Es bietet sich eine Chance für die jungen Wilden, an der Seite des designierten Topmanns Jönke zu glänzen: Der 21-jährige Junioren-Nationalspieler Felix Hecker und der 20 Monate ältere Jonas Niedermanner werden die Spielzeit erhalten, die sie benötigen, um sich weiterzuentwickeln. Justin Hedley blickt mit seinen 23 Jahren schon auf zwei Saisons ProA-Erfahrung zurück. In Hanau muss er mit den Aufgaben wachsen und könnte früh Verantwortung übernehmen.

Schaffen es die drei Youngster und der Rest der Mannschaft, das Publikum in der Main-Kinzig-Halle mitzureißen, wäre ein weiteres Ziel in Reichweite: steigende Zuschauerzahlen oder zumindest eine Konsolidierung. Misserfolge der jüngeren Vergangenheit ließen den Zuspruch auf einem Niveau stagnieren, das die Verantwortlichen nicht zufrieden gestellt haben kann.

Sportliche Erfolge – wenn auch nur in der ProB – könnten die Fans in die Halle locken und dafür sorgen, dass bei Topspielen vierstellige Zuschauerzahlen erreicht werden, die es zuletzt fast nur beim Auftakt „Hanau bebt“ gab.sha

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