Im Frühjahr 2016 standen sich Niederrodenbach (Holger Terhoven und Tim Wissenbach, von links) und der FC Türk Gücü Hanau (Bujar Kciku) noch in der Kreisoberliga gegenüber. Am Montag kommt es im Pokalfinale zum Aufeinandertreffen und kommende Saison vielleicht in der Gruppenliga. J Archivfoto: TAP

Hanau

Duell der Außenseiter: Finale sorgt für viel Wirbel

Fußball. Ein Hanauer Kreispokalfinale zwischen Germania Niederrodenbach und dem FC Türk Gücü Hanau hatte kein Experte auf der Liste. Schon im Vorfeld sorgte das Endspiel für viel Wirbel.

Von Gert Bechert

Aber spätestens nach dem Viertelfinale waren alle Favoriten gescheitert. Wobei die Siege der Spargel-Germanen gegen die SG Bruchköbel (4:1) und von Türk Gücü gegen den FC Hanau 93 (9:8 nach Elfmeterschießen) herausstachen. Jetzt stehen sich beide Vereine am Pfingstmontag um 16 Uhr im Herbert-Dröse-Stadion im Finale gegenüber.

Ein Endspiel, das schon im Vorfeld für viel Wirbel sorgte. Schuld daran hatte die Terminüberschneidung der Aufstiegsspiele der Germania mit dem Pokalfinale. Die Germania trifft als Zweiter der Kreisoberliga Hanau im Halbfinale auf den Offenbacher KOL-Zweiten FC Langen.Germania-Kader ist völlig offenDas Hinspiel findet am Samstag im Rodenbacher Waldstadion statt, das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch in Langen. Dazwischen liegt am Pfingstmontag das Kreispokalendspiel. Es wunderte daher nicht, dass die Germania das Pokalfinale auf den Himmelfahrtstag vorverlegen wollte, was aber von Türk Gücü abgelehnt wurde. „Ich werde die Aufstellung am Montag vom Ausgang des Heimspiels gegen den FC Langen abhängig machen“, verkündet Jochen Breideband. Sollte das Hinspiel mit einem klaren Sieg oder einer deutlichen Niederlage enden, werde die Mannschaft nominell stärker besetzt sein. Wovon der Germania-Spielertrainer aber nicht ausgeht. Breideband erwartet heute ein knappes Ergebnis. Die Wahrscheinlichkeit ist daher groß, dass sowohl der 41-Jährige als auch Benjamin Goedecke im Herbert-Dröse-Stadion auflaufen werden.Breideband verspricht wettbewerbsfähige Mannschaft Breideband, der mit den Spargel-Germanen bereits drei Pokalendspiele bestritt – 1995 gegen Germania Dörnigheim (2:6), 1996 gegen den TSV 1860 Hanau (1:0) und 2006 gegen den Dörnigheimer SV (6:2) – weist den Vorwurf des Abschenkens weit von sich. „Wir werden mit einer wettbewerbsfähigen Mannschaft antreten“, betont er.

Ein Sieg wäre für ihn allerdings eine noch größere Überraschung als die Siege gegen die Verbandsligisten SC 1960 Hanau (Achtelfinale) und die SG Bruchköbel (Viertelfinale). „Druck hat nur Türk Gücü, wir können befreit aufspielen.“ Definitiv ausfallen werden die Langzeitverletzten Volkan Bakar (Achillessehnenriss), Gincer Topcu (Kreuzbandriss) und Alexander Krämer (Haarriss in der Wade).Verständnis für Germania​Blerim Petrovci hat Verständnis für seinen Kollegen Jochen Breideband. „Wenn ich in der gleichen Lage wie Jochen wäre, wäre mir der Aufstieg in die Gruppenliga auch wichtiger als der Pokalsieg“, meint der Türk Gücü-Spielertrainer. Letztlich ist es dem 38-Jährigen aber egal, mit welcher Mannschaft die Spargel-Germanen auflaufen.„Wir sind der ranghöhere Club und wollen das Endspiel unbedingt gewinnen. Entsprechend vorbereitet werden wir ins Finale gehen.“ Petrovci weiß, dass er mit dem Pokalsieg Geschichte schreiben würde. Es wäre der größte Erfolg des ältesten türkischen Vereins im Fußballkreis Hanau.Wichtige Spieler fehlenAllerdings muss Petrovci auf zwei wichtige Spieler verzichten. Muharrem Katilmis ist gesperrt und Sandro Fröb weilt im Urlaub. Besonders der Ausfall Katilmis' schmerzt: „Er war zuletzt sehr gut drauf und ist kaum zu ersetzen.“ Ansonsten sind alle Mann an Bord, er selbst werde auf der Bank Platz nehmen.Für die Verantwortlichen des FC Türk Gücü ist die erstmalige Finalteilnahme etwas ganz Besonderes. „Das merkt man schon, die Fans sind elektrisiert, alle wollen den Pokal“, berichtet Petrovci, der mit 350 bis 400 eigenen Anhängern rechnet.Der frühere Oberligaspieler stand schon vor fünf Jahren im Kreispokalendspiel, damals noch im Dress des SC 1960 Hanau. Die Partie gegen die SG Marköbel ging 2:5 verloren. Das soll sich nicht wiederholen, zumal im Hessenpokal auf regionaler Ebene unter Umständen ein attraktiver Gegner winkt.

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