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Dominante Rückkehr in 2. Liga: Beim souveränen Meister 1. BV Maintal sind die Gedanken bei Ukrainerin Rud

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Denken an ihre ukrainische Teamkollegin: Simon Krax, Tatjana Geibig-Krax, Christopher Fix, Wei Ming Hauschild, Matthias Fix, Alena Krax und Anosch Ali (von links).
Denken an ihre ukrainische Teamkollegin: Simon Krax, Tatjana Geibig-Krax, Christopher Fix, Wei Ming Hauschild, Matthias Fix, Alena Krax und Anosch Ali (von links). © Privat

Der 1. BV Maintal kehrt nach sechs Jahren wieder in die 2. Badminton-Bundesliga Süd zurück. Mit zwei souveränen 6:2-Siegen beim TB Andernach und der SG Anspach wurde die Meisterschaft in der Regionalliga Mitte eingetütet. Und das in einer Art und Weise, wie es vor Rundenbeginn im September vergangenen Jahres selbst die kühnsten Optimisten im BVM-Lager nicht erwartet hatten.

Maintal –Vor den abschließenden Heimspielen am 19./20. März gegen OTG Gera und SV GutsMuths Jena haben die Maintaler 22:2 Punkte auf ihrem Konto, der Zweite, SC Bischmisheim III (14:10), folgt mit großem Abstand. „Unsere Gegner haben sich gegenseitig die Punkte abgenommen“, sagt Karlheinz Fix, ohne dabei die überragende Leistung der Mannschaft infrage zu stellen. Es passte einfach alles zusammen.

Drei aufstrebende Talente - Anosch Ali, Simon und Alena Krax - ergänzten sich prächtig mit den Routiniers Wei Ming Hauschild, Christopher und Matthias Fix sowie Mariia Rud. Dazu sprangen Tessa Koschig und Tatjana Geibig-Krax bei den Damen ein, wenn sie gebraucht wurden. Und das war coronabedingt in der Hinrunde öfters der Fall, als die Ukrainerin Rud wegen der Pandemie auf eine Anreise verzichtete. Umso tragischer ist für sie die jetzige Entwicklung in ihrem Heimatland. Nach dem russischen Überfall hat sie ihre Wohnung in Kiew vorsichtshalber verlassen und lebt in einem Tierheim, wie sie über WhatsApp mitteilte. An eine Flucht, so Fix, sei derzeit nicht zu denken. Die Frage, ob Mariia Rud im September wieder für den BVM spielen könne, stelle sich momentan nicht. „Sie muss mit ganz anderen Problemen fertig werden.“

Trotz dieser unklaren Personallage sieht Fix für sein Team gute Aussichten, auch eine Liga höher bestehen zu können. „Das ist heuer eine andere Ausgangslage als bei unserem Aufstieg 2014. Damals zählte die Liga nur acht Vereine, jetzt sind es zwölf. Entsprechend verwässerter ist der Leistungsstand“, meint der 67-Jährige.

Der Aufstieg sei gerade im Hinblick auf die weitere sportliche Entwicklung der Talente ganz wichtig. „Die 2. Liga bietet die richtige Plattform für sie.“ Insgeheim hofft Fix, dass die guten Kontakte der Youngster zu ihren Alterskollegen den einen oder anderen Nachwuchsspieler dazu bewegen, sich dem BVM anzuschließen. „Ein junger Spieler und eine junge Spielerin würden uns guttun.“ Er denkt dabei auch an seine beiden Söhne, die die 30 bereits überschritten haben. Gerade sein ältester Sohn Christopher, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, müsse seinen Trainingsaufwand reduzieren, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Am vergangenen Wochenende trumpften die Oldies noch mal richtig auf. Sie waren entscheidend an den beiden 6:2-Siegen beteiligt. Gegen Andernach führte der BVM bereits uneinholbar 6:0, als die Gäste die beiden letzten Spiele „herschenkten“ (Fix). Tatjana Geibig-Krax trat im Dameneinzel wegen leichter Beschwerden nicht an und im Mixed musste Alena Krax an der Seite ihres Bruders Simon nach gewonnenem ersten Satz (21:18) wegen Unwohlseins passen.

Bei der abstiegsbedrohten SG Anspach lief es einen Tag später auch wie geschmiert. Alle drei Doppel und die drei Herreneinzel wurden gewonnen, wobei sich Maintals Nummer eins Ali gegen Arnd Vetters sehr schwertat. Der bereits 40-jährige frühere Erstligaspieler Vetters gab sich erst im dritten Satz mit 19:21 geschlagen.

Von Gert Bechert

Die Ü30-Fraktion: Christopher Fix (hinten) und Matthias Fix sind mit dem 1. BV Maintal in dieser Regionalligasaison das Maß aller Dinge.
Die Ü30-Fraktion: Christopher Fix (hinten) und Matthias Fix sind mit dem 1. BV Maintal in dieser Regionalligasaison das Maß aller Dinge. © Scheiber/Göbel

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