Arlind Ademis Fußballkarriere begann bei Germania Dörnigheim. In der Winterpause wechselte er von Viktoria Aschaffenburg (Foto) zum Karlsruher SC. Foto: Björn Friedrich

Maintal

Dörnigheimer Arlind Ademi will die U19-Bundesliga aufmischen

Fußball. Arlind Ademi aus Dörnigheim hat in der Winterpause den Schritt in die A-Junioren-Bundesliga Südwest gewagt und ist zum Karlsruher SC gewechselt. In der U19 des Drittligisten will sich der 17-jährige Innenverteidiger weiterentwickeln und zum Stammspieler reifen. Gleiches gilt für die U19-Nationalmannschaft des Kosovo.

Von David Lindenfeld

Seitdem er im Jahr 2004 erstmals die Fußballschuhe für den FC Germania Dörnigheim schnürte, geht es für den 1,94 Meter großen Abwehrspieler steil bergauf. Schnell erkannten Eltern und Verantwortliche das Potenzial Ademis, der sich selbst als kopfballstarken, ballsicheren und aggressiven Spielertypen beschreibt, der seine Stärken sowohl im Zweikampf als auch im Spielaufbau hat. Über die Jugend von Kickers Offenbach wechselte er zu Rot-Weiss Frankfurt, wo er sich in der Saison 2015/16 gegen Ältere in der U16 beweisen musste.

Über die Zwischenstation Aschaffenburg, wo Ademi eineinhalb Jahre spielte und zuletzt mit der U19 in der Landesliga Bayern Nord um den Klassenerhalt kämpfte, ging es für ihn nun in den Wildpark zum KSC. „Ich war dort im Probetraining, das mein Berater Hans-Peter Knecht organisiert hat. Dann sind Scouts zu ein, zwei Spielen gekommen und schlussendlich hat sich der KSC entschieden, mich zu übernehmen“, erklärt Ademi, wie der Wechsel nach Karlsruhe zustande kam.

Gute Jugendarbeit des KSC ausschlaggebendDass sich der groß gewachsene Innenverteidiger für Karlsruhe entschied, obwohl sich sein Berater zu diesem Zeitpunkt noch in Gesprächen mit weiteren A-Junioren-Bundesligisten befand, hat mehrere Gründe: „Ausschlaggebend war, dass der KSC eine sehr gute Jugendarbeit und mit Lukas Kwasniok einen sehr guten Trainer hat“, so Ademi, der zudem mit dem Auto nur zirka eineinhalb Stunden nach Maintal braucht.

Angesichts des mit bis zu acht Einheiten pro Woche zeitlich eng getakteten Trainingsplans beim A-Junioren-Bundesligaklub bleibt Ademi jedoch nicht viel Zeit, um die Familie im 150 Kilometer entfernten Maintal häufig zu besuchen. Trotz vieler Umstellungen, die das Leben weit weg von der Familie mit sich bringt, fühlt sich Ademi im Sportinternat in Karlsruhe wohl.

„Es war jetzt nicht so ein großer Unterschied.“Sportlich verlief die Anpassung an das höhere Tempo in Karlsruhe und den Leistungsunterschied im Vergleich zur Viktoria ebenfalls gut: „Es war jetzt nicht so ein großer Unterschied. Ich konnte mich da auch direkt anpassen. Klar fehlt da vielleicht ein bisschen, weil die die ganze Zeit schon Bundesliga gespielt haben und ich von der Landesliga komme, aber man kann nicht erkennen, dass mir da viel fehlt.“

In ersten Gesprächen hat ihm sein neuer Trainer Lukas Kwasniok, der seit Dezember 2015 für die U19 des KSC an der Seitenlinie steht, klargemacht, was er von seinem Winterneuzugang verlangt: „Er erwartet von mir, dass ich mich erst mal in die Mannschaft reinfinde, weil ich noch neu bin“, so Ademi, der mit 17 Jahren noch einer der jüngsten Spieler im Kader ist und in den ersten beiden Pflichtspielen der U19 gegen den 1. FC Nürnberg und VfB Stuttgart zweimal kurz vor Schluss eingewechselt wurde. In der Tabelle belegt das Team derzeit Rang acht und kämpft um den Klassenerhalt.

U19-Nationalmannschaft des KosovoDass er dem Kader in den darauffolgenden beiden Spielen nicht angehörte, liegt daran, dass er mit der U19-Nationalmannschaft des Kosovo im Trainingslager in Bulgarien weilte. Erstmals zum Aufgebot der Juniorennationalmannschaft gehörte Ademi, der in Frankfurt geboren ist, dessen Eltern aber aus dem Kosovo stammen, bereits im April 2017.

In Bulgarien bereitete sich das Team auf die kommende Runde der EM-Qualifikation vor, die derzeit in Portugal stattfindet. Nachdem sich die U19 des Kosovo im Oktober in Österreich gegen Litauen, Israel und den Gastgeber in einer ersten Qualifikationsrunde durchgesetzt hatte, steht nun die sogenannte Eliterunde an, über die sich der Sieger einer Vierergruppe für die Endrunde der Europameisterschaft qualifiziert.

EM-Traum geplatztNach Niederlagen gegen Portugal (0:5) und Irland (0:3) war der EM-Traum von Ademi und seinen Mitspielern jedoch bereits vor dem gestrigen letzten Gruppenspiel gegen die Slowakei geplatzt. Der Kosovo hätte sich erstmals in der Geschichte des Landes für die U19-EM, die im Juli in Finnland stattfindet, qualifizieren können.

Für seine Zukunft beim KSC und der Nationalmannschaft hat sich Ademi klare Ziele gesetzt: „Im Verein will ich auf jeden Fall Stammspieler werden und mit der Nationalmannschaft so viele Erfolge feiern wie möglich“, so der 17-Jährige, der spätestens in der neuen Saison „richtig angreifen“ will.

Zukunft ist unsicherSein Vertrag in Karlsruhe läuft zunächst aber erst einmal nur bis zum Sommer 2018. Wie es danach weitergeht, ist derzeit noch nicht sicher: „Ich würde schon gerne bei Karlsruhe bleiben, aber das entscheidet sich erst“, so Ademi, der sich in der Rückrunde mit guten Leistungen für einen neuen Vertrag empfehlen muss, damit sein steiler Weg weiter nach oben geht.

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