Haben oft Grund zum Feiern: die Spielerinnen des SV Oberdorfelden nach dem Kreispokalsieg 2018. Einige der Kickerinnen haben nun für den Rest ihres Lebens eine Erinnerung an die Zeit beim SVO.  Archivfoto: TAP

Fußball

Mit diesen Tattoos drücken die SVO-Mädels ihre Vereinsliebe aus

Fußball. In der Saison 2016/17 gelang den Frauen des SV Oberdorfelden der Aufstieg in die Kreisoberliga Frankfurt, wo im vergangenen Jahr erstmals in der Vereinsgeschichte der Klassenerhalt realisiert wurde.

Von David Lindenfeld

Der große Zusammenhalt, der die Mannschaft auszeichnet, hat seitdem auch einen symbolischen Charakter: Ein Tattoo, das sich ein Teil des Teams hat stechen lassen, suggeriert ewige Bindung zum Klub.

Die eher ungewöhnliche Geschichte des Tattoos und der Mannschaft beginnt schon im Jahr vor der Aufstiegssaison – auf dem heimischen „Schoppeturnier“ des SVO im Mai 2016. „Wir hatten damals die Idee, uns ein Vereinstattoo stechen zu lassen, wenn wir im nächsten Jahr Meister werden würden. Darauf haben wir uns nach ein paar Bier auch die Hand gegeben“, berichtet Jessica Schwing, die bis vor nicht allzu langer Zeit selbst noch für die SVO-Frauen spielte.

Und so sieht das Tattoo aus

Aufgrund anhaltender Schmerzen im Knie in Folge eines Kreuzbandrisses, der mittlerweile vier Jahre zurückliegt, entschied sich die 34-Jährige jedoch dazu, ihre Schuhe an den Nagel zu hängen. Seitdem unterstützt die stellvertretende Fußballabteilungsleiterin das Team als Betreuerin und entlastet Trainer Mathias Gnauck.

Nach der Abmachung stiegen die Oberdorfelderinnen in der darauffolgenden Saison mit zwölf Siegen, einem Unentschieden, einer Niederlage und insgesamt 37 Punkten dann tatsächlich als Tabellenerster in die Kreisoberliga auf. An den Schwur aus dem Vorjahr konnten sich die Spielerinnen alle noch erinnern. Ein Motiv für das Tattoo gab es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. „Wir wussten zunächst nicht genau, was wir uns stechen lassen sollten“, sagt Schwing: „Das muss eine wohlüberlegte Entscheidung sein, weil man das ja nicht einfach mal so wieder abwaschen kann.“

Die Hälfte des Kaders lässt sich Tattoo stechen

Im Anschluss daran machte sich das Team Gedanken. Der letztlich entscheidende Impuls kam im vergangenen Sommer auf der Abschlussfahrt in Mallorca. „Da kam uns die Idee, dass wir einfach die Koordinaten vom Mittelpunkt unseres Sportplatzes nehmen könnten, das fanden alle gut“, berichtet Schwing, die sich mit ihrem Team noch im selben Sommer Termine im Tattoo-Studio geben ließ. Seitdem zieren die Koordinaten die Arme, Knöchel und Handgelenke von zahlreichen Spielerinnen.

Aus dem 20-köpfigen Kader haben sich zehn Spielerinnen das Tattoo stechen lassen. Manche wollten kein Tattoo, auch, weil sie noch nicht so lange in Oberdorfelden spielen. Die Spielerinnen, die sich das Tattoo haben stechen lassen, sind hingegen schon fast alle seit Jahren für den SVO aktiv und fühlen sich im Verein wohl.

„Wir haben uns das Tattoo nicht einfach nur stechen lassen, weil wir Meister geworden sind. Es symbolisiert auch unsere Vereinsverbundenheit“, erklärt Schwing: „Viele von uns spielen schon seit der Jugend zusammen und kennen sich seitdem. Wir sind wie eine kleine Familie und viele von uns werden wahrscheinlich nie für einen anderen Verein spielen.“

Aufstieg nicht angepeilt

Dass das Team in der vergangenen Saison erstmals in der Vereinsgeschichte den Klassenerhalt in der Kreisoberliga realisiert hat und in der laufenden Spielzeit aktuell den dritten Rang belegt, liegt auch am Zusammenhalt in der Mannschaft, die zu Hause derzeit unschlagbar ist. Seit einem Jahr haben die Oberdorfelderinnen auf dem heimischen Platz nicht mehr verloren.

Das Ziel war es, in diesem Jahr unter die ersten vier zu kommen. Den abermaligen Aufstieg hatte das Team vor der Runde nicht angepeilt. „Ich denke, dass es dieses Jahr nichts mit dem Aufstieg wird“, sagt Schwing, die ihrer Mannschaft aber durchaus zutraut, dass sie im nächsten Jahr oben angreift. Ein weiterer Aufstieg wäre wohl eine gute Gelegenheit, um einen weiteren Termin beim Tätowierer zu vereinbaren – eine neue Abmachung gibt es aber noch nicht.

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