Kraftakt: Marius Brüggemann (links) und Marc Strohl (rechts) haben dem Bundesligisten HC Erlangen um den Bürgeler Nico Büdel das Leben im Finale des Erstrundenturniers des DHB-Pokals richtig schwer gemacht. Am Ende hat sich der Favorit durchgesetzt. Foto: Patrick Scheiber

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DHB-Pokal: HSG scheitert an Erlangen und verpasst Achtelfinale

Handball. Nach dem grandiosen Sieg gegen den Zweitligisten TV Hüttenberg hatte die HSG tags drauf im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals gegen den Bundesligisten HC Erlangen allerdings keine Chance und verlor trotz einer couragierten Vorstellung standesgemäß mit 14:28 (7:13).

Von Robert GieseMit Michael Malik, Matthias Schwalbe und Daniel Wernig bot der neue HSG-Coach Olli Schulz bei seiner Pflichtspielpremiere gegen Hüttenberg gleich alle drei Neuzugänge von Beginn an auf – und die drei Neuen sollten sich ebenso bewähren wie die 3:2:1-Abwehr, die den Zweitliga-Spielern sichtlich das Leben schwer (4:4, 10. Minute).

Danach sah es aber zunächst so aus, als würde der TVH seiner Favoritenrolle allmählich gerecht werden: Die Abwehr der Hüttenberger ließ phasenweise kaum etwas zu, fing einige Kreisanspiele ab und hatte dadurch großen Anteil daran, dass die Gäste zwischenzeitlich auf 9:6 davonzogen. Von etwa 600 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle angepeitscht, kämpfte sich die HSG wieder heran und glich mit der Pausensirene per Siebenmeter zum 10:10 aus.

Schwungvoll in die zweite Hälfte

Diesen Schwung nahmen die Hanauer mit in die zweite Hälfte, wo sie sich einerseits nun deutlich häufiger durchsetzten und andererseits in Sebastian Schermuly einen Torwart zwischen den Pfosten hatten, der die Gäste mit seinen Paraden an den Rand der Verzweiflung brachte und wurde von den Fans für seinen Gala-Auftritt wiederholt mit Sprechchören gefeiert.

In den turbulenten Schlussminuten hagelte es auf beiden Seiten noch einmal Zeitstrafen, aber die Hanauer blieben mutig, nahmen im Angriff in Unterzahl den Torwart heraus und spielten dadurch mit einem zusätzlichen Feldspieler. Dieser Mut wurde spätestens dann belohnt, als Maximilian Bergold von Linksaußen einen Wurf zum spielentscheidenden 23:20 in den Winkel zimmerte.

Schulz war sichtlich glücklich über seinen Einstand bei der HSG: „Wir haben anfangs zwar einige einfache Fehler gemacht und zu einfache Gegentore kassiert, aber die Zuschauer haben uns einen enormen Schub gegeben. Eigentlich war das unfair für Hüttenberg, denn wir haben gewissermaßen mit einem achten Mann gespielt.

Zugabe erspielt

Durch den sensationellen Erfolg über Hüttenberg hatten sich die Hanauer eine Zugabe am Sonntag erspielt, wo sie gegen den Bundesligisten HC Erlangen antreten mussten. Der HCE hatte in seinem Halbfinale Zweitliga-Aufsteiger ThSV Eisenach mit 30:23 (19:12) besiegt.

Die HSG spielte von Beginn an unerschrocken auf. Den ersten Angriff wehrte die Hanauer 3:2:1-Abwehr ab, und als Jan-Eric Ritter im Gegenzug zum 1:0 traf, erzitterte die Main-Kinzig-Halle angesichts der frenetisch jubelnden Fans wieder einmal. In der Folge mussten die Hanauer häufiger in Unterzahl agieren, da sich Marc Strohl schon früh zwei Zeitstrafen abholte, hielten trotz des Zwei-Klassen-Unterschieds aber eindrucksvoll dagegen.

Wie schon am Vortag machte dabei insbesondere die Defensive der Gastgeber eine gute Figur: In den ersten 20 Minuten ließ die HSG-Deckung nur sieben Gegentore zu, sodass Schulz es auch verschmerzen konnte, dass offensiv gegen die extrem stabile 6:0-Abwehr des HCE kaum ein Kraut gewachsen war. Auch wenn die Hanauer punktuell immer wieder Nadelstiche setzten, kam Erlangen vor der Pause besser und besser ins Spiel und bestrafte jeden Fehler umgehend.

Kein Durchhänger nach Wiederanpfiff

Anders als am Vortag leistete sich der Bundesligist nach Wiederanpfiff keinen Durchhänger, weshalb Hanau den Rückstand zwar zehn Minuten lang stabil halten konnte, nach der dritten Zeitstrafe und damit verbundenen Roten Karte gegen Strohl aber allmählich abreißen lassen musste.

Da die Gäste knapp eine Viertelstunde vor Schluss mit zehn Toren führten, nutzte Schulz die Chance, um insbesondere den jungen Spielern im Kader auf der großen Bühne etwas Spielzeit zu geben. Zeitweise standen mit Torwart Fabian Tomm, Kreisläufer Henrik Graichen und Jonas Schneider gleich drei Jungspunde auf einmal auf dem Feld, und die Talente erledigten ihre Sache sehr ordentlich.

„Riesenkompliment an die Spieler, so eine Partie kann man schnell auch mit 20 Toren verlieren“, würdigte Schulz im Anschluss die Leistung seines Teams gegen den zwei Klassen besseren Gegner.

HSG Hanau gegen Hüttenberg:Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Maximilian Bergold (2), Marius Brüggemann (2), Dennis Gerst, Henrik Graichen, Michael Hemmer (2), Lucas Lorenz (1), Michael Malik (6/1), Yaron Pillmann (1), Jan-Eric Ritter (2), Jonas Schneider, Matthias Schwalbe (1), Marc Strohl (3), Daniel Wernig (3/3), Yannik Woiwod – Schiedsrichter: Bona/Frank – Siebenmeter:HSG 4/4, TVH 6/3 – Zeitstrafen: HSG 5, TVH 5 – Zuschauer: 600

HSG Hanau gegen Erlangen: Sebastian Schermuly, Fabian Tomm; Maximilian Bergold (1), Marius Brüggemann, Dennis Gerst, Henrik Graichen (1), Michael Hemmer (1), Lucas Lorenz (1), Michael Malik, Yaron Pillmann, Jan-Eric Ritter (2), Jonas Schneider (1), Matthias Schwalbe (1), Marc Strohl (2), Daniel Wernig (3/2), Yannik Woiwod (1) – Schiedsrichter: Immel/Klein – Siebenmeter: HSG 5/2, HCE 4/4 – Zeitstrafen:HSG 6, HCE 1 – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Strohl (HSG, 40., dritte Zeitstrafe) – Zuschauer:300

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