Juljan Kriener von der Hohen Landesschule auf dem Chefsessel von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Foto: Privat

Nidderau

DFL-Chef für einen Tag: "Es war ein tolles Erlebnis"

Fußball. Als Gewinner der Aktion „Chef für einen Tag“ durfte der Nidderauer Juljan Kriener einen Tag an der Seite des Geschäftsführers der Deutschen Fußball-Liga (DFL) Christian Seifert verbringen. Im Interview erzählt der 17-Jährigen von seinem besonderen Tag und welche Erfahrungen er gemacht hat.

Von Per Bergmann

Per Online-Testverfahren hatten sich im Sommer rund 160 Schüler aus ganz Deutschland für neun ausgeschriebenen Chefposten beworben, darunter auch die Schüler des Politik Grund- und Leistungskurses der Hanauer Hohen Landesschule. Kriener, der Ende September schließlich zu einem Casting-Wochenende eingeladen wurde, überzeugte die Jury und durfte nun einen Tag in der Zentrale der DFL in Frankfurt verbringen.Wie war der Tag an der Seite des DFL-Chefs Christian Seifert?„Es war ein tolles Erlebnis. Ich durfte den kompletten Arbeitstag von Seifert begleiten und habe viele interessante Einblicke in seine Arbeit bekommen – die Probleme und Fragen, mit denen er sich täglich beschäftigt. Ich war positiv überrascht, wie gut es gelaufen ist. Der Tag war perfekt organisiert und es gab nicht eine langweilige Phase – wirklich spannend. Obwohl ich nicht unbedingt Fußball-affin bin, ist das Thema für mich jetzt auch etwas interessanter geworden.“

Welche Schwierigkeiten bringt die Arbeit als DFL-Geschäftsführers mit sich?„Eine Schwierigkeit in seiner Aufgabe besteht darin, dass er ein sehr breites Spektrum von Themen bearbeiten und im Anschluss wichtige Entscheidungen fällen muss. Es geht neben der Vermarktung zum Beispiel auch um sportliche und technische Fragen, wie aktuell den Videobeweis, über den wir auch im Rahmen einer Konferenz gesprochen haben. Dabei ging es unter anderem darum, wie viel man den Vereinen zumuten kann, wenn es um die Frage der technischen Umsetzung und Finanzierung geht. Aber auch eventuelle Spielverzögerungen durch Videobeweise waren ein Thema. Auf der anderen Seite ist Herr Seifert Chef von vielen Mitarbeitern, deren Interessen er ebenfalls im Auge behalten muss.“

Wie ist Ihr persönlicher Eindruck des Chefs Seifert?„Ich habe gemerkt, dass er seine Arbeit mit Leidenschaft macht und in vielen Teilbereichen bereits eine Expertise entwickelt hat. Gleichzeitig pflegt er ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zu seinen Mitarbeitern. Am Montag stand zum Beispiel die Verabschiedung eines langjährigen Mitarbeiters auf dem Programm. Obwohl Herr Seifert erst kurzfristig erfuhr, dass er zu diesem Anlass eine längere Rede halten soll, ist er gelassen geblieben. Eine kurze Vorbereitung hat ihm genügt, um eine tolle Ansprache mit persönlichem Bezug zu halten. Das hat gezeigt, dass er seine Mitarbeiter wirklich kennt.“Inwieweit konnten Sie an dem einen Tag denn eigene Ideen mit einbringen?„Ich habe an mehreren Diskussionsrunden und Konferenzen teilgenommen. Dabei durfte ich Zwischenfragen stellen und mich selbst aktiv einbringen. Ich hatte den Eindruck, dass meine Meinung wirklich gefragt war und man mir zugehört hat. Das war ein schönes Gefühl. Zudem hat mich niemand schief angeschaut, wenn ich mal etwas nicht wusste, weil ich nicht so im Thema bin wie die Experten. Bei manchen Themen wurde ich auch um Vertraulichkeit gebeten und sollte mir keine Notizen dazu machen. Da wurde deutlich, dass ich einen echten, ehrlichen Einblick in die Arbeit der Deutschen Fußball-Liga bekomme.“

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