In der heimischen Dreispitzhalle eine Macht sein und die gute Derby-Quote aufrechterhalten: Die SG Bruchköbel um Edi Pjanic empfängt am Freitagabend den TV Gelnhausen zum Kreisderby und Abstiegskrimi. Archivfoto: Kalle

Bruchköbel

Derby mit Zündstoff: SG Bruchköbel fordert TV Gelnhausen heraus

Handball. Wenn die SG Bruchköbel am Freitagabend (Anpfiff in der Dreispitzhalle ist um 20.15 Uhr), den TV Gelnhausen empfängt, dann ist das ein Derby mit ordentlich Zündstoff, schließlich sind Bruchköbeler und TVG nicht nur geografisch, sondern auch im Tabellenkeller Nachbarn – nur zwei Zähler trennen die Teams.

Von Robert Giese

In diesem Abstiegskrimi wollen die Hausherren ihre Derbystärke erneut unter Beweis stellen und setzen dabei auf ordentlich Unterstützung von der Tribüne.

„Diesmal ist wirklich alles dabei für einen schönen Handball-Abend“, blickt Beckmann schon voller Vorfreude auf das Derby, „schließlich wissen beide Teams, worum es geht.“ Die ohnehin schon besondere Derby-Atmosphäre wird durch den Kampf um den Klassenerhalt weiter angeheizt, denn momentan stehen beide Teams auf einem Abstiegsplatz und haben nichts zu verschenken. Dabei stehen vor allem die Gäste unter Druck, die nach zwei Siegen zum Rückrundenbeginn zuletzt zweimal als Verlierer vom Platz gingen.

„Wir wollen die Dreispitzhalle zu einer Festung machen“, stellt Beckmann dann auch gleich klar, dass er die Gelnhäuser mit leeren Händen auf den Heimweg schicken will – und dabei an die starken Leistungen aus den bisherigen Heimspielen in diesem Jahr anschließen will. In der Rückrunde verzückten die Bruchköbeler ihre Fans nämlich mit guten, engagierten Vorstellungen und zwei deutlichen Heimsiegen gegen den SC Magdeburg II und den Northeimer HC.

Zudem ist in Bruchköbel die Erinnerung an das Hinspiel in Gelnhausen noch frisch: Damals hatte die SGB einen 24:22-Auswärtssieg gefeiert – den bisher einzigen in der 3. Liga Ost.

Den TV Gelnhausen sieht der SGB-Coach am Freitag allerdings auf Augenhöhe, insbesondere nach dem Trainerwechsel Ende letzten Jahres. „Sie haben seitdem deutlich an Tempo zugelegt und spielen einige neue Konzeptionen“, hat Beckmann beobachtet. Er erwartet daher ein schnelles Spiel, in dem seine Mannschaft ein ähnlich starkes Rückzugsverhalten an den Tag legen müsse wie gegen die ebenfalls mit viel Tempo spielenden Teams aus Magdeburg und Northeim in den letzten Wochen.

„Wir wollen auch gegen Gelnhausen wieder schnell sein, insbesondere im Kopf“, fordert Beckmann, der dabei auf alle Spieler zurückgreifen kann – lediglich der am Ellbogen verletzte Yannik Woiwod und der weiter an einer Bänderverletzung laborierende Neuzugang Daniel Zourek seien angeschlagen.

Ein Heimsieg ist das erklärte Ziel der Bruchköbeler, die damit den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle herstellen wollen, im besten Fall winkt der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. „Dafür müssen wir im Spiel die Kontrolle behalten und im Angriff so konsequent agieren wie zuletzt“, so der SGB-Coach, „ganz entscheidend wird allerdings sein, welches Team besser mit den Emotionen umgeht.“ Beim Lokalderby in der Dreispitzhalle erwartet Beckmann nämlich „eine volle Hütte“ mit vielen Fans auf den Rängen, die für jede Menge Stimmung sorgen dürften – ein Umstand, aus dem die Bruchköbeler zusätzliche Energie ziehen wollen.

„Das Team ist gut emotionalisierbar, wir können uns von so einer Derby-Stimmung gut tragen lassen“, ist der SGB-Coach überzeugt. Das haben die Bruchköbeler in den bisherigen Derbys bewiesen, denn der Aufsteiger hat sich in der 3. Liga Ost als wahrer Derby-Experte erwiesen: Aus den drei Spielen gegen Nieder-Roden, Hanau und Gelnhausen holte die SGB 5:1 Punkte. „Wir sind in diesen Derbys tatsächlich sehr stark“, bestätigt Tim Beckmann, „aber das Spiel am Freitag beginnt trotzdem bei 0:0.“

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