Der neue Mann an der Sportkreis-Spitze: Helmut Meister wurde im Herbert-Dröse-Stadion einstimmig gewählt.
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Der neue Mann an der Sportkreis-Spitze: Helmut Meister wurde im Herbert-Dröse-Stadion einstimmig gewählt.

Interview zu seinen Zielen

Der neue Sportkreisvorsitzende Helmut Meister: „Es wird keinen Umbruch geben“

  • VonRobert Giese
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Seit dem vergangenen Wochenende ist es offiziell: Helmut Meister (70) wird den langjährigen Vorsitzenden Stefan Bahn an der Spitze des Sportkreises Main-Kinzig beerben.

Hanau –Im Interview spricht der bisherige stellvertretende Vorsitzende über Kontinuität und Wandel, die Herausforderungen für die Sportvereine durch die Corona-Pandemie und seine dringlichsten Aufgaben als neuer erster Mann im Sportkreis.

Herr Meister, Stefan Bahn stand dem Sportkreis in den acht Jahren seit seiner Fusion vor, Sie waren in dieser Zeit einer seiner Stellvertreter. Gibt es im Sportkreis nun einen Umbruch oder können sich die Vereine auf Kontinuität einstellen?
Nein, es wird keinen Umbruch geben. Wir haben bisher als Team zusammengearbeitet und werden das auch zukünftig tun, wobei wir die Aufgaben weiterhin auch nach regionalen Gesichtspunkten aufteilen. Anders als bisher werde ich aber nicht nur für Schlüchtern zuständig sein, sondern auch vermehrt in Hanau Präsenz zeigen. Durch mein Amt als Vizepräsident beim Landessportbund wird es auch gute Kontakte nach Frankfurt geben. Insgesamt wird es im Sportkreis aber keine großen Veränderungen geben, unsere Struktur ändert sich nicht und wir haben die Aufgabengebiete gut untereinander aufgeteilt.
Welche Akzente wollen Sie setzen?
Wir wollen uns den in Planung befindlichen Kampagnen auf Landesebene und auch des Deutschen Olympischen Sportbundes anschließen, in denen es um die Rückgewinnung von Vereinsmitgliedern geht. Der Landessportbund hat künftig mehr Mittel zur Verfügung, die wir für breit angelegte Kampagnen nutzen wollen, damit wieder mehr Menschen den Vereinen beitreten und die Mitgliederverluste so schnell wie möglich ausgeglichen werden. Noch in diesem Jahr wollen wir außerdem die zusätzlichen finanziellen Mittel des Sportkreises an die durch Corona getroffenen Vereine ausschütten, um deren Belastungen abzufedern.
Die Corona-Pandemie hat das gesamte gesellschaftliche Leben stark beeinträchtigt. Welche Vereine wurden von den Einschränkungen besonders betroffen?
Das ist nicht unbedingt Sportart-bezogen, mit einer Ausnahme: Jene Sportarten, die weiterhin ohne große Einschränkungen ausgeübt werden konnten, hatten weniger Austritte von Mitgliedern zu verzeichnen, der Deutsche Alpen-Verein hat zum Beispiel sogar Mitglieder dazugewonnen. Ansonsten ziehen sich die Austritte querbeet durch alle Sportarten, der wichtigere Faktor ist hier die Vereinsgröße: Es lässt sich beobachten, dass kleinere Vereine häufig geringere Ausfälle hatten, während Großvereine mehr Austritte zu verzeichnen hatten.
Was sind die Gründe?
Das liegt vermutlich daran, dass in kleinen Vereinen die Bindung an den Verein stärker ist, während bei Großvereinen mit zahlreichen Angeboten für diese Angebote häufiger nur dann gezahlt wird, so lange diese angeboten werden.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in den kommenden Monaten und Jahren, welche Ziele wollen Sie erreichen?
Die Hauptaufgabe in der gerade beginnenden Nach-Corona-Zeit besteht darin, den Mitgliederrückgang in den Vereinen auszugleichen, was wir bis Ende des Jahres 2022 oder Anfang 2023 erreichen wollen. Als Sportkreis besteht unsere Aufgabe nun darin, die Vereine, die ihre Angebote gerade wieder auflegen, dabei bestmöglich zu unterstützen – zum Beispiel, damit Kinder in Schwimmkursen wieder Schwimmen lernen können.
Worauf legen Sie außerdem Ihr Augenmerk?
Wichtig ist auch der Sport in den Schulen, den wir zum Beispiel durch verschiedene Schulwettbewerbe fördern wollen. Auch das Sportabzeichen, das im vergangenen Jahr Corona-bedingt seltener abgelegt werden konnte als in den Vorjahren, wollen wir wieder stärken; hier könnte ich mir eine stärkere Koppelung zwischen den Bundesjugendspielen an den Schulen und dem Sportabzeichen vorstellen.
Das sind eine Menge Aufgaben ...
Insgesamt geht es für uns darum, die Menschen wieder an den Sport heranzuführen und an die Vor-Corona-Zeit anzuknüpfen. Sollte es im Infektionsgeschehen keine großen Rückschläge geben, so bin ich optimistisch, dass bald wieder ein relativ normales Schul- und Sportleben stattfindet. Wenn das geschehen ist und wir den Mitgliederrückgang in den Sportvereinen wettgemacht haben, werden wir sehen, was wir noch oben drauf setzen.
Abschiedsworte: Landessportbund-Präsident Dr. Rolf Müller (links) und der scheidende Sportkreis-Vorsitzende Stefan Bahn.

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