Fast wie im Schuhladen: White-Wings-Neuzugang Dion Braimoh besitzt circa 120 Paar Sneaker.
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Fast wie im Schuhladen: White-Wings-Neuzugang Dion Braimoh besitzt circa 120 Paar Sneaker.

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Der Neue mit dem Schuh-Tick: White-Wings-Neuzugang Dion Braimoh hat 120 Paar Sneaker

In Deutschland besitzt jeder Mann im Schnitt 8,2 Paar Schuhe, jede Frau 17,3. Dion Braimoh, Basketballer und Neuzugang bei den Hanau White Wings, übertrifft den deutschlandweiten Schnitt. Kein Wunder. Er ist ein Sneaker-Sammler. Eine große Rolle dabei spielt Michael Jordan.

Hanau – Besondere Turnschuhe kaufen und sie dann mit Stolz ausführen - das eine Leidenschaft von Dion Braimoh. „Ich habe zwar irgendwann aufgehört zu zählen, aber ich schätze mal, ich habe so circa 120 Paar Sneaker. Als ich noch nicht so viel gereist bin und zu Hause gewohnt habe, hatte ich sogar ein Schuhzimmer“, lacht der 22-Jährige, der vor wenigen Wochen aus Hannover nach Hanau gekommen ist.

Da er jedoch seit vielen Jahren immer in anderen Städten wohnt, musste er seine Schuhsammlung aufteilen. „Hier in Hanau habe ich aktuell 50 Paare stehen, alle fein säuberlich in Kartons gestapelt. Dann sind noch einige Schuhe bei meinem besten Freund, meinem Bruder, meiner Mama und natürlich auch bei meiner Freundin. Dadurch habe ich immer mal wieder Probleme, weil die eine oder andere Partei meckert, weil ich so viel Platz wegnehme. Aber das passt schon. Einen Lagerraum für meine Schuhe möchte ich jetzt nicht unbedingt mieten“, scherzt der Neuzugang der White Wings.

Dion Braimoh ist 1,95 Meter groß und trägt Schuhgröße 47,5. Seine Schuhgröße sei überhaupt gar kein Problem. Passende Schuhe, beziehungsweise Sneaker, findet er immer. „Ich sammle ja ausschließlich limitierte Sneaker und die gibt es eigentlich immer in meiner Größe. Normale Schuhe, also Herrenschuhe, habe ich eigentlich so gut wie gar nicht.“

Um an die heiß begehrten, streng limitierten Exemplare ranzukommen, macht Dion Braimoh bei sogenannten Raffles mit. Übersetzt heißt das Ganze so viel wie Verlosung, erklärt der Small Forward mit der Rückennummer 2. Dabei geht es aber nicht darum, den limitierten Sneaker zu gewinnen. In der Regel wird bei einem Raffle für einen Release nur das Kaufrecht und nicht der Schuh selbst verlost. „Man muss den Schuh trotzdem zum Vollpreis kaufen, aber man bekommt ihn sicher und muss nicht darauf hoffen, ihn irgendwann im Laden zu ergattern. Geschweige denn muss man vor einem Schuhladen eine Nacht lang campieren.“

Solche limitierten Sneaker können schon mal bis zu 30 000 Euro wert sein, so der 22-Jährige. Er selbst möchte aber kein Vermögen für seine Leidenschaft ausgeben. Das sei ihm wichtig. „Ich habe zwar Sneaker in meinem Schuhregal stehen, die mehrere tausend Euro wert sind, aber ich schaue schon, dass ich nicht zu viel Geld dafür ausgebe und eben nur zum Normalpreis kaufe.“

Mit etwa 15 Jahren ist er das erste Mal so richtig mit dieser besonderen Art des Turnschuhs in Kontakt gekommen und wurde süchtig. „Der ausschlaggebende Moment war damals in Berlin. Da stand ich mit meinem Kumpel tatsächlich Stunden in einer Schlange vor einem Laden, um einen Sneaker zu kaufen, der an dem Tag rausgekommen ist“, erinnert sich Dion Braimoh, „und dann hatten wir beide am Ende den „Jordan 11 Low Bred“ in der Hand und waren einfach super happy. Als der Schuh mich dann so angelächelt hat, war es um mich geschehen.“

Entstanden ist eine Sucht. Die Sucht danach, immer einen neu aussehenden Sneaker am Fuß zu tragen und am besten jeden Tag einen anderen. „Ich habe damals echt versucht, jeden neuen Sneaker, der auf den Markt kam zu kaufen. Ich habe zweimal wöchentlich Schuhe gekauft, einfach um Schuhe zu kaufen. Das wurde mir aber irgendwann zu viel.“

Mittlerweile würde sich Dion Braimoh nicht mehr als schuhsüchtig bezeichnen, sondern eher als leidenschaftlichen Sammler.

Parallel zum klassischen Schuhhandel hat sich über Jahre hinweg ein eigener Markt für Sneaker entwickelt. Limitierte Exemplare scheinen vor allem für Sportler die neuen Briefmarken zu sein. Durch Kollaborationen mit Musikern, Stars oder Designern und vor allem durch die begrenzten Stückzahlen wird der Wert des Modells und des Herstellers enorm gesteigert, erklärt er. „Ich interessiere mich mittlerweile vor allem für die Geschichte hinter einem Sneaker.

Michael Jordan ist da immer ein sehr interessantes Beispiel. Hinter seinen limitierten Modellen, vor allem den Retromodellen, stecken tolle Stories. Und gerade durch Michael Jordan sind Sneaker und Basketball eigentlich untrennbar. Die meisten Basketballer haben eine kleine Sammlung zu Hause stehen.“ Michael Jordan hat die Sneakerszene groß gemacht. Entstanden ist ein Millionengeschäft.

Dion Braimoh hat in Hanau neben seinen Freizeitsneaker circa neun bis zehn Paar Basketballschuhe stehen. Die wechselt er je nach Gefühl. „Ich habe auch schon mal in einer Halbzeitpause die Schuhe gewechselt, wenn es so gar nicht lief und meist lief es danach besser.“

Manch ein Fußballstar macht seine Schuhe vor einem Spiel nass. Gerade wenn es sich um neue Schuhe handelt, soll das helfen, den Tragekomfort zu verbessern. Darüber muss der 22-Jährige laut lachen. „Nein, bei mir ist alles trocken im Schuh. Für den Grip wird nur ab und zu die Sohle nass gemacht. Das ist dann ja bei den Fußballern wie bei den Cowboys. Nur haben die halt in die Stiefel gepinkelt“, lacht Dion Braimoh.

Am Ende hatte er noch einen Pflegetipp in Sachen weiße Sneaker: „Es gibt ein Versiegelungsspray. Dadurch perlen Wassertropfen und sogar Dreck ab. Und für den Notfall gibt es spezielle Cleaning Kits, die machen alles wieder weiß.“

Der White-Wings-Neuzugang mit dem Schuh-Tick trägt seine Sneaker in der kommenden Saison stolz durch Hanau. Und in seinen Basketballschuhen will er in der Main-Kinzig-Halle glänzen.

Von Franca Richter

Trainingseinheit: Dion Braimhoh (links) im Zusammenspiel mit Niklas Krause (Mitte) und Philip Hecker.

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