Gut geschlagen: Vor 50 Jahren bekommt es die SKG Hanau mit internationaler Konkurrenz zu tun.
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Gut geschlagen: Vor 50 Jahren bekommt es die SKG Hanau mit internationaler Konkurrenz zu tun.

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Der 7. Kanuslalom der SKG Hanau wurde vor 50 Jahren zum internationalen Ereignis

  • vonRobert Giese
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Unerwartet großer Beliebtheit konnte sich im April 1971 der 7. Hanauer Kanu-Slalom der Hanauer Ski- und Kanugesellschaft erfreuen, denn zu den zweitägigen Wettbewerben auf der Kinzig kamen nicht nur die nationalen Spitzensportler, sondern auch Kanuten aus den Niederlanden und die luxemburgische Nationalmannschaft – insgesamt rund 250 Athleten.

Hanau – Der Erfolg des derart prominent besetzten Kanu-Slaloms hing allerdings noch von einem Faktor ab, den die Veranstalter nicht beeinflussen konnten.

Das große Interesse der hochklassigen Sportler am Kanu-Slalom in Hanau kam nicht von ungefähr, hatten die Veranstalter von der SKG bei vorangegangenen Wettbewerben doch mit minutiöser Planung geglänzt, die Wettbewerbe reibungslos abgewickelt und sich damit einen hervorragenden Ruf erworben.

Stars wie Wolfgang Jogwer und Walter Horn starteten

Deshalb gaben sich bei der siebten Auflage des Hanauer Kanu-Slaloms nicht nur zahlreiche deutsche Meister wie Walter Horn die Ehre, sondern auch Kanuten wie Wolfgang Jogwer, die bereits bei Weltmeisterschaften auf dem Treppchen gelandet waren. Doch die Wettbewerbe am Herrenmühlenwehr zogen nicht nur auf nationaler Ebene Spitzenkanuten an, sondern auch einige niederländische Sportler.

Die luxemburgische Nationalmannschaft nutzte die Gelegenheit gar, um dort Qualifikationsrennen zur Weltmeisterschaft 1971 auszutragen – eine große Ehre für die Ausrichter des SKG, denn durch die prominenten Teilnehmer rückte der Kanu-Slalom „mit einem Schlag ins Rampenlicht der internationalen Großveranstaltungen“, wie unsere Zeitung damals anerkennend anmerkte.

Neben der hervorragenden Organisation, zog aber auch die Strecke an sich all die Spitzenkanuten nach Hanau: Bekannt für schwierige Passagen und Walzen und mit rund 400 Metern zudem extrem lang, erwies sich der Kurs auch für hochklassige Athleten als äußerst tückisch und wegen ihrer Länge als konditionell anspruchsvoll, die sportliche Herausforderung in Hanau stimmte also – zumindest beim richtigen Wetter.

Was im Lokalsport im April 1971 sonst noch passiert ist

3. April: Gleich neunmal landen die Bowler des BC Hanau bei den Hessenmeisterschaften auf den Podiumsplätzen, darunter sind allein vier Titel.

10. April: Um den Schwimmer-Nachwuchs muss der TG Hanau nicht bange sein: Bei den hessischen Jahrgangsmeisterschaften sahnen die Talente der Turngemeinde mächtig ab und holen nicht weniger als acht Titel.

13. April: Auf dem Hanauer Marktplatz findet erneut die Qualifikation für die Gymkhana-Meisterschaft statt. Erstmals ist neben der Geschicklichkeit der Autofahrer auch deren persönliche Fitness gefordert, denn der Parcours wartet auch mit drei Trimm-Stationen für die Fahrer auf.

19. April: Vor den Augen des Bundestrainers findet in Dörnigheim ein Handballturnier mit fünf Frauenmannschaften aus ganz Deutschland statt. Im hochklassig besetzten Turnier – insgesamt sechs Nationalspielerinnen stehen in den Kadern der Teams – haben schließlich die Gastgeberinnen von der TG Dörnigheim die Nase vorn und sichern sich den Wanderpokal.

20. April: Auf dem Parkplatz des Strandbads Spessartblick in Großkrotzenburg finden vor 1000 Zuschauern die erste Go-Kart-Rennen in der Region statt. Zum Publikumsliebling avanciert dabei Brigitte Baumann, die ihre männlichen Konkurrenten – darunter auch ihren Ehemann – teilweise abhängt.

Das erwies sich im Vorfeld der Veranstaltung allerdings als zu trocken, was den Kurs am ersten Wettkampftag merklich entschärfte. Dann aber setzte heftiger Regen ein, der die Strecke deutlich anspruchsvoller machte und ihr einige reißende Passagen gab. Hatten die meisten Kanuten den Kurs am Vortag noch fehlerfrei gemeistert, so machten nach Beobachtung unseres Reporters nun auch die besten unter ihnen „häufiger mit den Torstangen oder dem Wasser Bekanntschaft, als ihnen lieb sein konnte“.

Die Rettungsschwimmer, die bei Kenterungen zu Hilfe kamen, waren daher fast im Dauereinsatz. Unter derart erschwerten Bedingungen schlugen sich die Lokalmatadoren beachtlich: Petra Facklam landete im Einer-Kajak auf dem vierten Rang, bei den Männern sprang für die SKG im Einer-Kajak unter anderem ein fünfter und sechster Platz heraus. Der größte Erfolg gelang den Hanauern aber bei der männlichen Jugend, wo die aus Herbert Frieß, Klaus Traxler und Thomas Facklam bestehende Mannschaft, die als amtierender deutscher Meister an den Start ging, sich sogar den Sieg sicherte. (Von Robert Giese)

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