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Coup in Ulm lässt wieder hoffen: 86:83-Sieg beschert White Wings Endspiel um direkten Klassenerhalt

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Von: Jörn Polzin

Niklas Krause überzeugte mit 19 Punkten. Hier behauptet er sich gegen den Ulmer Marc-Antoine Loemba.
Niklas Krause überzeugte mit 19 Punkten. Hier behauptet er sich gegen den Ulmer Marc-Antoine Loemba. © Harry Langer

Lange und bange Momente des Wartens, alle Blicke auf die Schiedsrichter gerichtet. Dann der erlösende Pfiff und eine jubelnde Spielertraube. Partien der Hanau White Wings sind in dieser Saison für dramatische Wendungen gut. Am Samstagabend, beim 86:83 (45:46) bei der Orange Academy in Ulm, trieb es der Basketball-Drittligist mal wieder auf die Spitze – und sicherte sich ein Endspiel am Samstag gegen Gießen um den Klassenerhalt. Nur der Sieger rettet sich, der Verlierer muss den Weg in die Abstiegsrunde antreten.

Hanau – „Damit hätte vor zwei Wochen wohl keiner gerechnet“, sagte ein erleichterter Geschäftsführer Sebastian Lübeck. Doch ein Trainerwechsel und zwei Überraschungssiege gegen Koblenz und Ulm später haben es die Hanauer in eigener Halle selbst in der Hand, „eine verrückte Saison mit vielen Höfen und Tiefen“ zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.

Höhen und Tiefen erlebten die Gäste auch im Spiel bei der Ulmer Erstligareserve, die als Tabellenvierter in die Play-off-Runde starten wird. Bis zur Halbzeit begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Gerade im ersten Viertel (22:21) wechselte die Führung hin und her, im zweiten Durchgang erspielten sich die Ulmer leichte Vorteile und lagen stets vorne. Entscheidend absetzen konnte sich das Team des Ex-Profis Anton Gavel aber nicht.

„In der ersten Hälfte haben wir einen guten Job in der Defensive gemacht, hatten aber starke Probleme, uns die Rebounds zu erkämpfen. Dadurch kamen wir nur selten zu zweiten Wurfchancen und sind dem Rückstand hinterhergelaufen“, resümierte Hanaus Coach Marti Zamora nach seinem Auswärtsdebüt.

Mitte des dritten Spielabschnitts gerieten die Gäste dann in eine Schwächephase. Hinten packten sie weiter nicht entschlossen genug zu, vorne scheiterten sie häufig. Ulm nutzte dies konsequent aus und setzte sich auf 71:61 ab. Die Play-off-Chance schien zu diesem Zeitpunkt auf ein Minimum gesunken.

Doch anders als in früheren Saisonphasen zeigten die White Wings eine Reaktion, glaubten an ihre Chance, das Spiel noch zu drehen. „Wir haben die Ruhe bewahrt und den Ball besser laufen lassen. Diese Einstellung und das Selbstvertrauen hat man schon gegen Koblenz gesehen. Die Bezeichnung neues Team wäre sicher übertrieben, aber die Jungs haben es in dieser Phase richtig gut gemacht“, lobte Lübeck.

Trainer Zamora: „Einen Schritt nach vorne gemacht“

Per 8:0-Lauf kämpften sich die Gäste auf 69:71 heran, ließen sich auch von einem weiteren Zwischenspurt der Ulmer zum 69:78 und dem vorzeitigen Ausschluss von Dion Braimoh nach dessen zweiten technischen Foul nicht aus dem Konzept bringen. „Im entscheidenden Moment haben die Jungs einen Schritt nach vorne gemacht. Alle Spieler haben die Vorgaben beachtet und um jeden Ball gekämpft. Das hat es uns ermöglicht, das Spiel auf unsere Seite kippen zu lassen“, meinte Zamora.

Niklas Krause brachte die Hanauer 28 Sekunden vor dem Ende mit 85:81 in Führung und leitete eine hektische Schlussphase mit Zitter-Garantie ein. Beim 86:83 vergaben die Ulmer drei Freiwürfe, schnappten sich jedoch den Rebound. Bei einem erneuten Dreierversuch pfiffen die Schiedsrichter zunächst Foul gegen Hanau. Gleichzeitig ereignete sich ein Kuriosum: Die Spieluhr war stehen geblieben. Auf die Beratung folgte die Entscheidung der Referees: Spielende. „Für uns war das ein toller Teamerfolg“, lobte Zamora. Einer, der überdies rettende Wirkung haben könnte.

Hanau White Wings: Tisdale (22), Braimoh (5), Hecker (6), Krause (19), Vasovic, Walz (6), Demetrio (7), Eibelshäuser, Loh (2), Fichtner (19)

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