Aktuell nicht im Ring: Boxerin Sarah Bormann wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr in den Ring. 
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Aktuell nicht im Ring: Boxerin Sarah Bormann wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr in den Ring. Archiv

„Babyface“ hält sich mit Schattenboxen fit

Corona-Pause: TGH-Weltmeisterin Bormann scharrt ungeduldig mit den Boxschuhen

  • vonOliver Kraus
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Nidderau/Hanau – Nicht nur Mannschaftssportarten leiden unter der derzeitigen Situation. Die Covid-19-Pandemie macht auch vor Einzelsportlerinnen und -sportlern nicht halt; vor allem, wenn es sich um Aktive im Vollkontaktsport handelt. Eine von ihnen ist Sarah Bormann.

Die amtierende Weltmeisterin im Halbfliegengewicht (bis 48,9 kg; Profikampf-Bilanz:12-0-0) der TG Hanau, die im vergangenen Jahr ihre WM-Gürtel der Verbände GBU, WIBF und WBF zum vierten Mal erfolgreich verteidigt hatte, hatte für 2020 eigentlich den nächsten Schritt zur Vereinigung aller Titel angestrebt, steht derzeit aber nur vor einer Menge Fragezeichen anstatt im Ring.

„2019 hatte ich drei richtig gute Auftritte gegen starke Gegnerinnen und bin in der Rangliste nach oben gekommen. Da dachte ich, dass es so weiter gehen würde. Jetzt bin ich voll ausgebremst worden. Ich war guter Dinge, in diesem Jahr zumindest einen Kampf zu machen. Aber das habe ich abgehakt“, erklärt die Nidderauerin, deren letzter Bout vom vergangenen Dezember datiert, frustriert. „Ich hoffe auf einen Kampf im nächsten Februar oder März. Es ist hart, ein Jahr nicht im Ring gestanden zu haben. Denn so fehlt die Routine. Training und Ring sind zwei verschiedene Welten.“

Um so schlimmer ist es daher, dass die 30-Jährige noch nicht einmal eine echte Vorbereitung bestreiten kann. „Meine Halle ist seit Anfang des Monats wieder geschlossen. Ich kann nicht schwimmen gehen. Das einzige, was ich machen kann, ist Schattenboxen und laufen“, erklärt „Babyface“ Bormann, die verständlicherweise den verpassten Chancen nachtrauert.

Im April hätte eigentlich die Pflichtherausforderung der IBF-Championesse Evelyn Nazarena Bermudez (ARG; 12-0-1) stattfinden sollen, ehe die Corona-Krise dem 1,63 Meter großen Kraftpaket einen Strich durch die Rechnung machte: „Ich war in Hochform und top auf den Wettkampf vorbereitet. Dann war, zack, alles vorbei.“

Die mehrfache deutsche Meisterin steckt den Kopf allerdings nicht in den Sand, auch wenn die mangelnde Perspektive derzeit durchaus aufs Gemüt drückt. „Ich bin noch motiviert, aber es ist alles ungewiss. Man weiß nicht, was passiert. Es ist einfach eine blöde Situation.“

Eine Situation allerdings, in der sie nicht alleine gelassen wird. So stehen die Sponsoren MuskelLiebe und VitalifyMe weiter voll hinter dem hessischen Boxtalent, das sich trotz des verlorenen Jahres noch keine Sorgen um die Karriere machen muss. „Natürlich ist der Stopp blöd, aber bei den Frauen kann ich noch fünf bis sechs Jahre auf hohem Niveau boxen“, gibt sich Bormann weiter kämpferisch.

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