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Wie geht's weiter? Die TG Hanau stand kurz vor der Oberliga-Meisterschaft. Ob sie aufsteigt, ist unklar.

Corona-Krise

Fragen bleiben offen: Kostet der Saisonabbruch die TG Hanau die Meisterschaft und den Aufstieg?

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Corona hat für ein abruptes Saisonende für die lokalen Volleyballer gesorgt. „Der Hessische Volleyballverband (HVV) hat beschlossen, die aktuelle Saison 2019/20 mit sofortiger Wirkung zu beenden“, hieß es in einem Statement, mit dem man der Empfehlung des Deutschen Volleyball-Verbandes folgte.

Was das für die höherklassigen Teams aus der Region bedeutet, ist derzeit noch offen, da unklar ist, wie die Saison gewertet wird. Zwei Spieltage hätten in der Regionalliga der Damen, wo der TSV 1860 Hanau aufschlägt, noch ausgestanden. Gleiches gilt für die Oberliga der Herren, wo die TG Hanau an den Start geht. Die Saison zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, war für die Verbände auf der Suche nach einer einheitlichen Lösung für alle deutschen Ligen wohl auch wegen der vertraglichen Situation der Profispieler in den oberen Klassen keine Option. Mögliche Szenarien sind nun, die aktuelle Tabelle oder den Stand zur Winterpause zu werten, als alle Teams einmal gegeneinander gespielt hatten. Denkbar wäre auch eine Annullierung der kompletten Saison – ein Szenario, bei dem es weder Auf- noch Absteiger geben würde. „Es wird letztendlich keine Entscheidung geben, die alle Mannschaften zufriedenstellen wird. Es wird Teams geben, die das stillschweigend hinnehmen und solche, die sich lautstark beschweren werden“, vermutet Maximilian Bieri. 

Der Mannschaftssprecher und Zuspieler der TG Hanau kann die Maß‧nahme der Verbände, die Saison abzubrechen, nachvollziehen: „Für viele von uns ist Volleyball die schönste Nebensache der Welt, aber eben auch nur eine Nebensache. Für uns ist das nicht zu tragisch, wir können damit umgehen und halten die Entscheidung im Zuge der Ereignisse für richtig.“ Keine allzu großen Gedanken über die Wertung der Saison wird man sich beim TSV 1860 Hanau machen. „Für uns ist das eigentlich relativ egal, ob wir Dritter geworden wären, wenn es noch gut gelaufen wäre in den letzten beiden Spielen, oder Sechster“, sagt Trainer Reiner Elmrich. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga und einer starken Saison hatten die Hanauerinnen sich in einer ausgeglichenen Liga vor Kurzem gerettet und können deshalb nun etwas entspannter die Entscheidung abwarten, wie mit der abgebrochenen Spielzeit umgegangen wird. Bei der TG Hanau wartet man hingegen gespannt darauf: Mit drei Punkten Vorsprung auf den DSW Darmstadt führen die Hanauer die Tabelle in der Oberliga an. 

Bieri erklärt, dass die Mannschaft größtenteils zusammenbleiben würde

Dass sie diesen in den Partien gegen den Tabellenvorletzten SSVG Eichwald und den Achten TG Rüsselsheim III noch verspielt hätten, erscheint angesichts der Hanauer Dominanz in dieser Spielzeit äußerst unwahrscheinlich. Und trotzdem könnte die Saison im „Worst Case“ nicht mit der Meisterschaft und einem Aufstieg in die Regionalliga, sondern mit einem Verbleib in der Oberliga enden. „Wir haben die ganze Saison über geführt und sind auch jetzt mit drei Punkten vorn, deswegen gehe ich schon davon aus, dass wir Meister der Oberliga werden. Es sei denn, die Saison wird ad acta gelegt“, sagt Bieri. Er hofft, dass die Verbände möglichst schnell eine Lösung finden: „Ich erwarte eigentlich, dass da diese Woche noch etwas passiert.“ Schließlich müssten die Hanauer entsprechend planen können: Der Sprung von der Oberliga zur Regionalliga ist groß. 

„Die Mannschaft wird größtenteils zusammenbleiben, eine Oberliga-Mannschaft haben wir also“, erklärt Bieri: „Aber für die Regionalliga brauchen wir Verstärkungen und diese Verstärkungen zu integrieren, wird eine schwierige Aufgabe.“ Das gilt auch für den TSV 1860. In der Regel trainiert der Klub drei bis vier Wochen nach dem Ende der Spielzeit noch in der Halle weiter, um potentielle Neuzugänge zu testen – eine Maßnahme, die aufgrund des eingestellten Trainingsbetriebs auf unbestimmte Zeit nicht möglich ist. „Oberste Priorität hat jetzt erstmal, dass diese Krankheit überwunden wird“, sagt Elmrich. Und bis das so weit ist, bleiben im Durcheinander rund um die Corona-Pandemie auch im Volleyball zunächst einmal einige Fragen offen.

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