Trainerduo getrennt: Ioannis Takidis verlässt Hanau 93, Kreso Ljubicic coacht den Hessenligisten nun alleine.
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Trainerduo getrennt: Ioannis Takidis verlässt Hanau 93, Kreso Ljubicic coacht den Hessenligisten nun alleine.

FC Hanau 93

Coach des FC Hanau 93 geht zurück nach Griechenland: Takidis wandert aus

Damit hatten die Fußballer des Hessenligisten FC Hanau 93 nicht gerechnet: Am Donnerstagabend nach dem Training informierte sie Trainer Ioannis Takidis über seinen sofortigen Rücktritt. Ab sofort wird Kreso Ljubicic als allein verantwortlicher Spielertrainer den ambitionierten Fünftligisten betreuen, Alexander Konjevic ist sein Co-Trainer. „Das Kapitel Hanau 93 ist geschlossen“, sagte Takidis.

Hanau - Die Gründe für seinen Rücktritt sind privater Natur. Takidis kehrt in seine griechische Heimat nach Thessaloniki zurück. „Ich habe dort ein Angebot als Geschäftsführer einer Lebensmittelfirma erhalten, das ich nicht ablehnen konnte“, berichtet der 40-Jährige.

HFC-Sportchef Giovanni Fallacara und Takidis sprechen unisono von einem sehr emotionalen Abschied. „Wir verlieren unseren Mister Zuverlässig, das tut uns richtig weg“, meint Fallacara. Er war es, der Takidis vor zwei Jahren von Bayern Alzenau an die Kastanienallee lotste. Bereut hat er diesen Transfer nie. „Taki hatte ein unglaubliches Standing in der Mannschaft“, erklärt der kommissarische Sportchef.

So war er auch gemeinsam mit Ljubicic erste Wahl, als es nach dem von Michael Fink angekündigten Abschied vor dieser Saison um die Neubesetzung der Trainerstelle ging. Als Co-Trainer von Ex-Profi Fink, der sein Gastspiel beim FC Gießen verlängert hat, war Takidis von Anfang an in die Personalplanungen der Hanauer eingebunden. Dank seiner Verbindungen und freundschaftlicher Kontakte half er, den einen oder anderen Neuzugang zu den 93ern zu locken.

Trainerposten war eine super Chance

Auch an der Verpflichtung des neuen Managers Dennis Bochow war er beteiligt. „Ich habe die Mannschaft mit aufgebaut. Zuletzt war ich zwar Trainer, aber auch Teil der Jungs, deswegen tut mit der Schritt richtig weh, zumal der Trainerposten eine super Chance für mich war“, erzählt Takidis. Die Ziele, die er sich mit seinem Team gesteckt hat, wird nun Ljubicic alleine mit einem gut bestückten Kader umsetzen müssen. Takidis wird die sportliche Entwicklung aus dem fernen Griechenland gewiss aufmerksam verfolgen.

Für den Vater zweier Töchter (10 und 3) sind große Umzüge nichts Neues. Nach seiner Profizeit bei Kickers Offenbach, die 2005 endete, ging Takidis schon einmal für acht Jahre nach Griechenland und war dort bis 2014 in verschiedenen Vereinen Profi. Über die Stationen Rot-Weiß Frankfurt und Bayern Alzenau landete er in Hanau. „Ich hatte mit dem Verein vorher ja nichts zu tun, doch die 93er sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ich bin sehr traurig, dass ich gehe, weil eine Riesenbindung entstanden ist. Es wäre etwas anderes, wenn Hanau 93 für mich ein x-beliebiger Verein wäre.“

Freude auf Wiedersehen mit der griechischen Familie

Natürlich freut sich Takidis auch auf seine neue berufliche Aufgabe, die ihm wohl keine Zeit mehr für sein Hobby Fußball lässt – und vor allem auf das Wiedersehen mit vielen Mitgliedern seiner großen Familie. Unter anderem wohnen zwei Schwestern wieder in der Heimat, die Eltern leben dagegen weiterhin in Deutschland.

Ljubicic brach auf Wunsch des Vereins seinen Urlaub ab, als er vom kurzfristigen Ausscheiden seines Partners hörte. Er und Co-Trainer Konjevic sollen jedoch eine zusätzliche Unterstützung erhalten. Gesucht wird ein Übungsleiter, der die Bereiche Torwarttraining und Fitness abdeckt. Als Wunschkandidat gilt Sebastian Vogl. Fallacara würde nach dessen Urlaub gerne die Rückkehr des früheren Juniorennationalspielers und heutigen Betreibers eines Fitnessstudios an die Kastanienallee festzurren.

Auch am Kader werden die 93er noch basteln. „An Breite fehlt es noch etwas“, so Fallacara. Nach dem Weggang von Außenstürmer Samuel Örs genießt die Verpflichtung eines Offensivmannes Priorität. Aktuell begutachtet der Hessenligist Probespieler im Training. Ein Innenverteidiger könnte ebenfalls noch kommen, dazu könnte sich Fallacara gut vorstellen, dass ein weiterer Kaderplatz mit einem talentierten Nachwuchsspieler besetzt wird. (Von Frank Schneider)

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