Den Spieler genau im Blick: Burim Gashi (rechts), Trainer des FC Hanau 93 II, bietet für seine Spieler auch in der Corona-Pandemie Einzeltraining an.
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Den Spieler genau im Blick: Burim Gashi (rechts), Trainer des FC Hanau 93 II, bietet für seine Spieler auch in der Corona-Pandemie Einzeltraining an.

Fußball: Coach des FC Hanau 93 II bietet Einzeltraining an

Burim Gashi bleibt am Ball

Wenn selbst in diesen ungemütlichen, weil nasskalten Tagen zwei Personen auf dem Spielfeld des Fußball-Hessenligisten FC Hanau 93 fußballerische Basics üben, dann ist Burim Gashi wieder in seinem Element. Der fußballverrückte Coach der in der Gruppenliga Frankfurt Ost spielenden zweiten Mannschaft bietet seit geraumer Zeit für seine Fußballer Einzeltraining an. Flankenläufe, Passübungen, Torschuss – alles mit Abstand und unter Einhaltung aller Corona-Regeln.

Hanau – „Die Jungs kommen nach Terminabsprache einzeln und umgezogen zum Sportplatz zum Trainieren, alles freiwillig natürlich“, erzählt der 40-Jährige. Das Angebot wird abwechselnd rege angenommen, auch Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft wurden in diesen Tagen zur ballspezifischen Bewegungstherapie an der Kastanienallee gesichtet.

Fußballverrückt im positiven Sinn

Dass Gashi nur schwer auf das runde Leder verzichten kann, überrascht Matthias Merten, den Teammanager des Aufsteigers FC Hanau 93 II, überhaupt nicht: „Burim lebt einfach den Fußball und er lebt Hanau 93.“ Schon vor Corona vergingen kaum Tage, an denen sich Burim Gashi nicht mit seinem Hobby auseinandergesetzt hat. Der Familienvater beobachtet neben den Trainingseinheiten und Spielterminen gerne gegnerische Mannschaften und steht zudem mit Erstmannschaftstrainer Michael Fink in regelmäßigem Austausch. „Dieses gute Verhältnis kam unserer zweiten Mannschaft zugute“, freut sich Merten rückblickend darüber, dass aus dem Kader des Hessenliga-Teams im Verlauf der Hinrunde immer wieder personelle Unterstützung kam. Trotz deftiger Niederlagen gegen die Sportfreunde Seligenstadt (0:8) und den FC Bayern Alzenau II (5:10) liegt der Neuling dank eines guten Saisonstarts punktemäßig im Soll.

Zwölf Zähler aus neun Partien bedeuten Rang 13. Der aktuelle Nichtabstiegsplatz soll bis zum Rundenende verteidigt werden. „Der Klassenerhalt war und bleibt unser einziges Ziel“, betonen Gashi und Merten unisono. Dass in der Gruppenliga angesichts der vielen noch ausstehenden Partien und der immer noch anhaltenden Pandemie der Spielplan wie anfangs vorgesehen komplett durchgezogen wird, glauben Gashi und Merten nicht. Beide gehen davon aus, dass lediglich die Hinrunde gespielt wird. Zehn Spiele würden dann für die Hessenliga-Reserve verbleiben, um das angestrebte Saisonziel zu sichern. „Wie will man denn in drei Monaten knapp 30 Spiele durchziehen, ohne daran kaputtzugehen? Wir sind keine Profis, die Spieler müssen schließlich auch arbeiten“, sagt Burim Gashi.

Gruppenliga als optimaler Unterbau

Auch bei einem engmaschigen Terminplan hofft er weiterhin auf Unterstützung aus dem Hessenliga-Kader. Das Gruppenliga-Team ist sehr jung, da ist jede zusätzliche Erfahrung willkommen. „Ab dem Frühjahr sind einige A-Jugendliche, die jetzt 18 Jahre alt sind, für die Senioren spielberechtigt. Wir wollen die Jungs aber sehr behutsam an den Seniorenbereich heranführen, ihr Fokus soll weiter auf dem A-Juniorenbetrieb liegen“, erklärt Matthias Merten. Generell wird die Gruppenliga Frankfurt Ost im Lager der 93er als Unterbau für das Hessenliga-Team als ideale Spielklasse für die zweite Mannschaft angesehen. Burim Gashi hofft deswegen, dass die in Aussicht stehendenden Verbesserungen der Infrastruktur, etwa mit dem Bau einer Flutlichtanlage, auch die Situation für die eigene Mannschaft verbessern. „Es ist nie schön, wenn man zum Trainieren oder für Heimspiele auf andere Sportplätze ausweichen muss“, meint der 40-Jährige. Eine feste sportliche Heimat – gerade in den Wintermonaten – hält er zur Stärkung von Wohlfühlfaktor und der Vereinsidentität für wichtig. Der HFC verfügt in seinem Gruppenliga-Team über einige junge, hungrige Talente und möchte diese länger an den Verein binden.

Torwart Khaiss Wahab, Harwant Singh oder Pascal Koch sind auf dem besten Weg zu etablierten Kräften, von Noah Mertens lauf- und zweikampffreudiger Spielweise auf der Sechserposition ist Burim Gashi sehr angetan. Die größte Überraschung ist für den Trainer aber die Entwicklung von Offensivtalent Kenan Ferguson, dem anfangs wegen schwacher Trainingsbeteiligung ein Makel anhaftete. Mit sechs erzielten Treffern ist Ferguson bislang der beste Torschütze im Team des FC Hanau 93 II.

Gerne möchte Burim Gashi schon in der Winterpause weitere ambitionierte junge Spieler für sein Gruppenliga-Team gewinnen, doch der ehrgeizige Coach des FC Hanau 93 weiß eben auch, dass in der Winterpause Transfers nicht einfach zu realisieren sind.

Von Frank Schneider

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