Bruchköbel

SG Bruchköbel plant für die Oberliga

Handball. Noch ist nicht sicher, in welcher Liga die SG Bruchköbel in der kommenden Saison spielen wird, denn rein rechnerisch könnten die Bruchköbeler die 3. Liga noch halten und den Abstieg in die Oberliga damit noch verhindern.

Von Robert Giese

Sicher ist dagegen, dass die Mannschaft ab dem Sommer ein anderes Gesicht haben wird, denn das Personalkarussell in der Dreispitzhalle läuft dieser Tage auf Hochtouren.

Während das Team derzeit noch mit viel Engagement, zuletzt aber wenig Erfolg gegen den Abstieg kämpft, laufen im Hintergrund schon die Planungen für die kommende Saison. Fest steht bisher, dass die SGB einige Abgänge hinnehmen muss: Neben Dennis Weit und Marius Sulzbach, die weiter in der 3. Liga spielen wollen und die es deshalb nach Gelnhausen zieht, werden auch Sebastian Dietrich (nach Niederrodenbach) und Bastian Schwarz, der zurück zur TSG Münster wechseln wird, den Verein verlassen.

Chancen für Klassenerhalt gering

Für Kazimir Balentovic, den Sportlichen Leiter der SGB, sind diese Abgänge keine Überraschung: „Wir haben frühzeitig miteinander geredet und ihre Gründe für den Wechsel sind jeweils vollkommen nachvollziehbar.“

Balentovic bastelt derweil unter Hochdruck am Kader für die kommende Saison – und geht dabei aus, dass er ein Team für die Oberliga zusammenstellen muss. „Wir hatten in den vergangenen Wochen gegen Leipzig, Oftersheim und jetzt gegen Nußloch leider drei unglückliche Niederlagen“, so Balentovic, wodurch die Chancen der Bruchköbeler im Kampf gegen den Abstieg nicht mehr allzu hoch seien. Sechs Zähler beträgt der Rückstand der SGB aufs rettende Ufer – und damit genau jene sechs Punkte, die Bruchköbel in den besagten drei Partien hätte sammeln können. Dass der Tabellenvorletzte diesen Abstand bei nur noch fünf Saisonspielen noch wettmachen kann, ist eher unwahrscheinlich.

Balentovic geht von Oberliga aus

Die Gründe für die derzeit kritische Lage sieht der Sportliche Leiter der Bruchköbeler in der Verletzungsmisere: „Jonas Heuer und Markus Semmelroth haben sich beide zu Saisonbeginn schwer verletzt, und dieses Pech zog sich durch die gesamte Saison. Zuletzt haben auch noch Bastian Schwarz und Jonas Ulshöfer verletzt gefehlt – das ist für uns nur sehr schwer aufzufangen.“

Die Bruchköbeler Verantwortlichen hätten zwar mit Trainerwechsel und Nachverpflichtungen alles versucht, um den Klassenerhalt zu erreichen, dieser sei aber nicht mehr sonderlich realistisch. „Auch wenn ich hoffe, dass wir den Abstieg verhindern, gehe ich als Sportlicher Leiter davon aus, dass wir in der nächsten Saison in der Oberliga spielen.“

Leistungsträger holen

Da es zwischen Oberliga und 3. Liga einen nicht unerheblichen Qualitätsunterschied gebe, verstärken die ersten Neuzugänge den Kader erst einmal in der Breite: Neben Florian Juli vom TV Petterweil wird mit Tobias Jockel auch ein neuer Kreisläufer zur SGB wechseln, den Balentovic gut kennt: Der 21-Jährige spielt schließlich aktuell für Balentovics Ex-Verein TSG Oberursel in der Landesliga. Vom Oberliga-Spitzenreiter TV Kirchzell wechselt zudem Jan Fegert in die Dreispitzhalle – der 18-Jährige wird künftig zusammen mit Milos Kreckovic auf Rechtsaußen wirbeln.

„Wir wollen ein Team formen, das mittelfristig in der Oberliga um den Aufstieg mitspielen kann, – und Talente langfristig bei uns weiterentwickeln“, beschreibt Balentovic die Ziele seiner Kaderplanung. Neben jungen Spielern sollen aber zusätzlich noch erfahrene Handballer nach Bruchköbel gelotst werden, insbesondere für den Rückraum, wo nach dem Weggang von Dennis Weit eine Lücke entstehen wird. „Wir können da durchaus reagieren, falls wir die Klasse noch halten sollen“, versichert Balentovic, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Sicher sei, dass die SGB noch „Leistungsträger holen werde, Spieler, die den Unterschied ausmachen – ob in der 3. Liga oder in der Oberliga.“ Das Wechselkarussell in der Dreispitzhalle wird sich also noch ein Weilchen drehen.

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