Tegaday Nuez-Ramos und Sebastian Dietrich (beide Bruchköbel) versuchen Tarek Marschall (Hanau) zu blocken. Foto: TAP

Bruchköbel

Bruchköbel bezwingt HSG Hanau im Derby - Traumeinstand für Ramos

Handball. Das heißersehnte Duell zwischen der SG Bruchköbel und der HSG Hanau am Freitagabend bot alles, was die Zuschauer sich von diesem Drittliga-Derby versprochen hatten - und ein bisschen mehr.

Von Robert Giese

Und zwar: Wahnsinns-Stimmung, ein unglaublich enger Spielverlauf mit wechselnden Führungen, eine frühe Rote Karte gegen einen Schlüsselspieler und einen Youngster, der groß auftrumpfte.

Richtig hoch her ging es in der Dreispitzhalle nach nicht einmal 20 Minuten: Kurz zuvor hatte Yaron Pillmann den Bruchköbeler Bastian Schwarz bei einem Sprungwurf regelwidrig gestoppt und musste dafür mit Rot vom Feld. Eine harte Entscheidung, nach der die Hanauer nicht nur auf einen wichtigen Abwehrspieler, sondern auch auf ihren Taktgeber für die Zweite Welle verzichten mussten.

Dabei hatte das Derby eher verhalten begonnen: Beide Lokalrivalen zeigten zwar von der ersten Spielminute an viel Engagement und kämpften vor toller Kulisse um jeden Ball, zeigten sich gleichzeitig aber auch ungewohnt nervös. Technische Fehler und schwache Abschlüsse auf beiden Seiten waren die Folge, sodass zunächst kaum Tore fielen. Zumindest herrschte von Anfang an Spannung, denn zunächst konnte sich keine Mannschaft absetzen und die Führung wechselte immer wieder hin und her.

Mitte der ersten Halbzeit erarbeiteten sich die Gastgeber dann leichte Vorteile, weil sie defensiv etwas besser standen als die HSG und weil der Bruchköbeler Schlussmann Marius Sulzbach ein oder zwei Bälle mehr herausfischte als sein Torwartkollege Sebastian Schermuly auf der Gegenseite. Nach der Roten Karte für Pillmann bekam die SGB dann endgültig Oberwasser, versäumte es trotz einiger guter Chancen jedoch, die Führung auf mehr als drei Treffer auszubauen.

Das sollte sich noch vor dem Halbzeitpfiff rächen, denn die Partie nahm in den letzten Minuten der ersten Hälfte wieder an Fahrt auf, wovon besonders die Gäste profitierten und den Rückstand Tor um Tor verringerten. Bis zum Seitenwechsel waren die Hanauer wieder auf einen Treffer heran und würden die zweite Halbzeit zudem in Überzahl beginnen, da sich Max Panther in den hektischen Sekunden vor dem Pausenpfiff noch eine Zeitstrafe einhandelte.

Diese Überzahl konnte die HSG zwar nicht nutzen, angeführt vom immer stärker parierenden Schermuly im Tor und dem wie entfesselt aufspielenden A-Jugendlichen Tarek Marschall gingen die Gäste nach rund 40 Minuten allerdings in Führung. Diesen Vorsprung bauten die Hanauer auf bis zu drei Treffer aus und profitierten dabei auch von einer doppelten Überzahl.

Als es zehn Minuten vor Schluss schon ganz so aussah, als würden die Bruchköbeler trotz starker kämpferischer Leistung leer ausgehen, kämpfte sich die SGB über eine offensivere Deckung wieder ins Spiel. Spielertrainer Tegaday Ramos-Nuez, der sich zuvor noch ungewöhnlich viele Fehlwürfe geleistet hatte, setzte Panther am Kreis geschickt in Szene und dieser sorgte zwei Minuten vor Schluss für die 25:23-Führung seines Teams.

In den Schlussminuten zeigten zwar beide Mannschaften Nerven, Bruchköbel zeigte sich allerdings einen Hauch abgezockter und fuhr im ohrenbetäubenden Lärm der Dreispitzhalle schließlich einen denkbar knappen Derbysieg ein - nach zuvor sechs Niederlagen in Serie.

SG Bruchköbel:Mike Bätz, Marius Sulzbach; Markus Breyer, Stephan Denhard, Sebastian Dietrich (1), Aydin Günes (3), Milos Kreckovic (7/5), Max Panther (3), Edi Pjanic, Alvaro Rajic, Tegaday Ramos-Nuez (4), Bastian Schwarz (5), Jonas Ulshöfer (2), Ante Vuko, Sergej Zutic.

HSG Hanau:Benedikt Müller, Sebastian Schermuly; Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel, Hannes Geist (4), Dennis Gerst, Michael Hemmer (1), Tarek Marschall (7), Andreas Neumann, Patrick Pareigis, Yaron Pillmann (1), Jan-Eric Ritter (6/5), Marc Strohl (3), Yannik Woiwod (1).

Schiedsrichter:Bittner/Casselmann

Siebenmeter:SGB 5/5, HSG 6/5

Zeitstrafen:SGB 5, HSG 2

Besonderes Vorkommnis:Rote Karte für Yaron Pillmann (19., HSG, grobes Foul)

Zuschauer:800.

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