Erzwungener Spielabbruch: HSG Preagbergs Gegner HSG Kinzigtal hatte nach einem Foul den Abbruch erzwungen. Das Spiel wurde beim Stand von 27:20 für die HSG Preagberg abgebrochen. Das Bild zeigt Preagbergs Arne Pitterling bei der Niederlage gegen den TSV Klein-Auheim vom 9. November. Archivfoto: TAP

Handball

BOL: HSG Kinzigtal verlässt nach Foul das Feld - Spielabbruch

Handball. Für Aufsehen hat am Wochenende ein Spielabbruch in der Bezirksoberliga gesorgt, wo die Partie zwischen der HSG Preagberg und der HSG Kinzigtal nicht zu Ende gespielt wurde. Auslöser für den Abbruch, der von den Gästen aus Kinzigtal ausging, war eine schwere Knieverletzung eines ihrer Spieler.

Von Robert Giese

„Da ist einer meiner Spieler ihm leider ganz unglücklich von der Seite ins Knie gefallen“, so Preagberg-Coach Pedro Valina zu der Situation, „das ist dann weggeknickt, was richtig übel aussah.“ Während Notärzte den Spieler versorgten und anschließend ins Krankenhaus brachten, entschied sich Kinzigtal, das Spiel nicht zu Ende zu spielen – zu diesem Zeitpunkt führte Preagberg bei noch rund zehn verbleibenden Spielminuten mit 27:20.

Kinzigtal kritisiert Linie der Schiedsrichter

Kinzigtals Coach Jakub Kowacki betonte gegenüber den „Kinzigtal Nachrichten“, dass er sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht habe, aber für den Schutz seiner Spieler verantwortlich sei: Preagberg habe nicht überhart gespielt, die Unparteiischen hätten allerdings nicht konsequent genug eingegriffen, um seine Spieler zu schützen.

Dem stimmt Valina nur teilweise zu: „Es gab eine Situation von uns, die man mit einer Zeitstrafe hätte ahnden müssen“, so der Trainer von Preagberg, „sonst war das in meinen Augen ein normales Handballspiel – leider mit einem tragischen Ende.“

Kinzigtal droht Punktabzug

In der sportlichen Bewertung der Partie waren sich die beiden Trainer indes einig: „Kinzigtal war an diesem Tag schlagbar und wir waren spielbestimmend“, so Valina, dessen Team ständig in Führung lag. Auch Kowacki stellte klar, dass Preagberg verdient gewonnen habe.

Er hofft nun auf eine milde Strafe seitens des Verbandes: Hier reichen die Sanktionen von einer Geldstrafe bis zu einem Punktabzug, was für die vom Verletzungspech gebeutelten und nur noch einen Punkt vor der Abstiegszone stehenden Kinzigtaler der Super-GAU wäre. Obwohl Preagberg durch den Heimsieg zwei wichtige Zähler sammelte, war die Freude darüber beim Aufsteiger mehr als verhalten: „Angesichts so einer schlimmen Verletzung kann sich da keiner freuen.“

Die weiteren Spiele in der Bezirksoberliga:

Am gegnerischen Torwart gescheitert ist derweil die HSG Maintalbei ihrem Heimspiel gegen den TV Flieden – und das trotz 31 eigenen Toren. „Das hört sich merkwürdig an“, räumte HSG-Coach Torsten Weber ein, „aber er hatte bestimmt 20 Paraden und hat uns damit den Zahn gezogen.“

Da der Maintaler Schlussmann keine ähnliche Leistung abrufen konnte und die HSG-Defensive weder in einer offensiven noch in einer defensiven Ausrichtung stabil stand, lief Webers Team über die gesamte Spieldauer hinweg hinterher und lag spätestens eine Viertelstunde vor Schluss aussichtslos mit acht Toren hinten. Am Ende gab es für Maintal eine 31:35 (13:16)-Niederlage, doch da auch die direkten Konkurrenten verloren, bleibt die HSG auf dem zweiten Platz.

SGB II feiert ersten Sieg seit September

Eine mehr als zweimonatige Durststrecke beendete währenddessen dieSG Bruchköbel II, die beim 32:28 (17:13)-Heimsieg über die dritte Mannschaft der HSG Rodgau Nieder-Roden zum ersten Mal seit Mitte September wieder doppelt punktete. Dabei legte die SGB einen Blitzstart hin und führte zeitweise mit sechs Treffern, doch zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hatten sich die Gäste die Führung geschnappt. Zur Freude der Bruchköbeler blieb dieser Rückstand allerdings eine Momentaufnahme, denn danach setzte sich die SGB wieder in Front und verteidigte die Führung.

Wiedererstarkt präsentierte sich die Defensive derTGS Niederrodenbach im Spiel bei der TGS Seligenstadt: Nachdem der Tabellenführer aus Rodenbach in den vergangenen vier Spielen zwar jeweils ungefährdet siegte, aber jedes Mal mehr als 25 Gegentore hinnehmen musste, fand das Team von Damir Hundur am Wochenende in der Defensive wieder zur Form aus den ersten vier Saisonspielen zurück und gewann klar mit 34:16 (17:7). Besonders deutlich war die Überlegenheit des Spitzenreiters in der Mitte der ersten Hälfte, als der Ligaprimus in mehr als einer Viertelstunde nur zwei Gegentreffer zuließ, aber selbst zwölfmal einnetzte.

Knappe Niederlage für Klein-Auheim

Mächtig verschlafen hat der TSV Klein-Auheim die Anfangsphase im Spiel gegen die TSG Offenbach-Bürgel II und lag nach gut zehn Minuten schon mit 2:7 in Rückstand. Mit viel Kampfgeist und einer guten Abwehrleistung machten die Klein-Auheimer im weiteren Spielverlauf ihre mangelnde Präzision im Abschluss aber wett, glichen im zweiten Durchgang mehrmals aus und schafften es, trotz zweier Zeitstrafen in den letzten viereinhalb Minuten nur ein Gegentor zu kassieren.

Da Jörg Schäfer, dem 13 Treffer gelangen, in der Offensive mehr oder weniger der Alleinunterhalter des TSV war und Klein-Auheim in dieser Phase selbst nicht traf, war dies eben jenes entscheidende Gegentor, das die 23:24 (12:15)-Auswärtsniederlage besiegelte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema