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Hochkaräter im Tor: Stefan Vogel hat nur einmal zusammen mit dem Team trainiert und aus dem Stand zu seiner alten Form gefunden. Seitdem ist das Tor der HSG Maintal wieder gut gehütet.

Bezirksoberliga

Torwart Stefan Vogel hat sich sofort bei der HSG Maintal integriert

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Nach der schweren Verletzung ihres Schlussmannes, brauchte die HSG Maintal Ersatz. Den scheint sie nun gefunden zu haben. 

Als sich Jonas Treutler, der Schlussmann der Maintaler, im vergangenen Monat schwer am Knie verletzte, herrschte bei der HSG Maintal Ausnahmezustand: Mit Treutler, der sich einen Kreuzbandriss zuzog, erwischte es nämlich nicht nur einen der besten Torhüter der Bezirksoberliga, sondern auch den einzigen Torwart im Kader der Maintaler. 

HSG-Coach Torsten Weber musste innerhalb kürzester Zeit einen neuen Schlussmann finden und zauberte mit Stefan Vogel einen echten Hochkaräter aus dem Hut, denn der Notnagel erwies sich aus dem Stand als echter Glücksgriff. Dabei wurde der 32-Jährige ins kalte Wasser geworfen: Als Vogel gegen den TV Wächtersbach sein Debüt im Dress der HSG feierte, hatte er zuvor nur einmal zusammen mit dem Team trainiert. 

Stefan Vogel: „Die Jungs haben mir es leicht gemacht“

Der Schlussmann zeigte eine ganz starke Leistung und konnte mit seinen neuen Mannschaftskameraden gleich einen 37:30-Sieg feiern. Während Weber von einer „Granate“ sprach, die da zwischen den Pfosten der Maintaler steht, gab sich Vogel selbst bescheidener: „Die Jungs haben mir es leicht gemacht“, so der Torwart mit Blick auf seine Mitspieler, „und mich gleich super integriert.“ In der Region ist Vogel bisher weitgehend unbekannt, in seiner Heimat nahe Dortmund hat er aber lange höherklassig im Tor gespielt, unter anderem für die damalige HSG Menden-Lendringsen in der Oberliga. Einen weiteren sportlichen Aufstieg Vogels verhinderten insgesamt zwei Kreuzbandrisse, zwischenzeitlich hängte der 32-Jährige die Handballschuhe sogar völlig an den Nagel und legte eine mehrjährige Pause ein. Das machte sich auch nach seinen ersten Einsätzen für Maintal bemerkbar, denn „ich habe selbstverständlich einen ordentlichen Muskelkater“, verrät der Schlussmann und lacht. 

Nach Hessen hat es Vogel der Liebe wegen verschlagen, und hier wurde auch die Lust immer größer, sich wieder einmal zwischen die Pfosten zu stellen, weshalb der Schlussmann im vergangenen Frühling bereits für einige Spiele sein Comeback bei der HSG Obertshausen/Heusenstamm. Deren Trainer ist der Nachbar von HSG-Coach Weber, und als dieser auf der Suche nach einem Torwart war, kam Vogel ins Spiel. 

HSG Maintal wohl auch in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga

Nach einem ersten Probetraining im vergangenen Dezember kam zunächst zwar keine Zusammenarbeit zustande, beim zweiten Kontakt nach Treutlers Verletzung passte hingegen alles, sodass Vogel nun für die HSG den Kasten sauber hält. Der neu Maintaler Torhüter hatte trotz seiner höherklassigen Erfahrung „viel Respekt vor dem ersten Spiel für Maintal, ich wusste schließlich nicht genau, was hier auf mich zukommt. Aber im Team sind lauter super Jungs, weshalb ich leicht reingekommen bin.“ Die Premiere glückte, denn gegen Wächtersbach holten die Maintaler mit Vogel im Tor gleich zwei Punkte, gegen Gelnhausen musste die HSG eine knappe Niederlage hinnehmen. „Das ist sehr ärgerlich, dass wir dort verloren haben“, so der Neuzugang, denn nach der Pleite haben die Maintaler kaum noch Chancen auf den Aufstieg. 

Die HSG wird wohl auch in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga antreten, ob Vogel dann weiter für die Maintaler spielt, ist noch nicht ganz sicher. „Erst einmal bin ich bis Saisonende hier, dann sehen wir weiter“, stellt der 32-Jährige fest, „aber grundsätzlich spricht für mich nichts dagegen, auch danach hier zu bleiben. Allerdings werde ich im September Papa, da muss ich erst einmal sehen, wie ich das alles unter einen Hut bekomme.“

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