Sechs Treffer gelangen Florian Schmidt (am Ball) am Wochenende. Dennoch musste sein TSV Klein-Auheim gegen die SG Dietesheim/Mühlheim eine 22:29-Niederlage hinnehmen. Die Klein-Auheimer sind weiter Tabellenschlusslicht. Foto: Scheiber

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Bezirksoberliga, Männer: Es ist eng im Tabellenkeller

Handball.Die Zwischenbilanz der fünf Teams aus der Region fällt eher durchwachsen aus: Während die TGS Niederrodenbach und die HSG Maintal ihren eigenen Ambitionen zwar etwas hinterherhinken, als Dritter und Achter aber nicht schlecht dastehen, zeichnet sich im Tabellenkeller ein Dreikampf um die Rote Laterne ab.

Von Robert Giese

Bei der TGS Niederrodenbach hatte es im Sommer zahlreiche Veränderungen gegeben: Neben Trainer Damir Hundur fanden etliche weitere Neuzugänge ihren Weg in die Bulauhalle, sodass die TGS auf dem Papier über einen Kader verfügte, dem durchaus zuzutrauen war, im Kampf um die Meisterschaft ein Wörtchen mitzureden. Der Zug in Richtung Landesliga dürfte für die Niederrodenbacher aber bereits abgefahren sein, denn sie sind zwar aktuell Tabellendritter, haben aber bereits fünf Zähler Rückstand auf den Ligaprimus, die OFC Kickers.

Die Offenbacher spielen nach ihrem Abstieg in der vergangenen Saison bisher derart dominant auf, dass die Meisterschaft schon jetzt entschieden scheint – als einzige Mannschaft ist der Tabellenführer noch ohne Punktverlust und fuhr viele deutliche Siege ein. Die TGS verspielte eine bessere Platzierung indes bereits an den Spieltagen drei und vier, als Hundurs neues Team weder gegen Dietesheim noch gegen die dritte Mannschaft aus Nieder-Roden gewinnen konnte, was auch dem Verletzungspech der TGS geschuldet war. Mit drei Siegen in Folge zeigt die Formkurve bei den Niederrodenbachern zuletzt aber klar nach oben, weshalb sie am Saisonende zumindest hinter dem OFC das beste Team sein könnten.

Neuer Coach auf der Trainerbank

Bei der HSG Maintal sitzt seit dieser Spielzeit mit Torsten Weber ein neuer Coach auf der Trainerbank, und zunächst sah es so aus, als könnte dieser den Weggang von Toptorjäger Nicolai Mehlitz zur HSG Hanau II gut kompensieren, denn aus den ersten vier Saisonspielen holte die HSG drei Siege. Drei knappe Niederlagen nacheinander trübten die bis dahin gute Saisonbilanz jedoch mächtig ein, der aktuelle Tabellenplatz dürfte unter den Erwartungen von Weber und seiner Mannschaft liegen, die als Tabellenachter momentan jenseits von Gut und Böse ist und versuchen dürfte, im weiteren Saisonverlauf noch ein paar Plätze gutzumachen.

Spannend ist die Situation derweil im Tabellenkeller, denn auf den untersten drei Plätzen der Bezirksoberliga befinden sich allesamt Teams aus der Region. Zumindest etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg hat sich jüngst die SG Bruchköbel II verschaffen können, der in Wächtersbach der zweite Saisonsieg gelang. Hauptproblem der blutjungen Bruchköbeler Mannschaft ist bisher die löchrige Abwehr, die im Schnitt mehr als 30 Gegentore pro Partie hinnehmen muss.

Um das Team zu stabilisieren, sind daher erfahrenere Spieler nötig, wie die SGB gegen Wächtersbach erfolgreich demonstrierte, denn dort spielten Björn Ehmer und Fatih Günes eine ganz wichtige Rolle und trugen maßgeblich zum Auswärtssieg bei. Sollten die beiden Trainer Oliver Hubbert und Thomas Grimm schnell die richtige Balance aus Erfahrung und jugendlichem Elan in ihrem Kader finden, dürfte die SGB den Abstand auf die Abstiegsplätze rasch vergrößern.

Personelle Probleme der HSG

Dort steht als Vorletzter mit der HSG Hanau III momentan ein Lokalrivale der SGB, der mit ganz speziellen Personalproblemen zu kämpfen hat: Der Kader der Hanauer besteht nämlich zum allergrößten Teil aus Spielern der A-Jugend, die immer dann fehlen, wenn sie in der A-Jugend-Bundesliga gefragt sind. Wann immer der neue Hanauer Trainer Norbert Thanscheidt auf die Talente verzichten muss, wird es sehr trostlos für die dritte Mannschaft der HSG – es setzte viele empfindliche Klatschen, eine Partie musste Hanau aus Personalmangel gar komplett absagen. Trotz der bisher erst zwei Punkte ist die Lage für Thanscheidt und Co. noch nicht hoffnungslos, denn einerseits soll es künftig nur noch wenige Terminüberschneidungen zwischen Bezirksoberliga und A-Jugend-Bundesliga geben, andererseits gewöhnen sich die Nachwuchshandballer in Rekordzeit an das Niveau im Aktivenbereich.

Reichlich düster ist die Situation hingegen beim TSV Klein-Auheim, denn der TSV hat als Tabellenletzter bisher erst einen Zähler gesammelt. Zwar bringen die Klein-Auheimer jede Menge Erfahrung mit und wissen aus den Vorjahren, was es im Abstiegskampf braucht, viel mehr spricht derzeit allerdings nicht für das Team von Andreas Schleiff. Größtes Manko bei den Klein-Auheimern ist der Mangel an Spielern mit Bezirksoberliga-Format: Fallen nur ein oder zwei Stammspieler länger aus, kann der TSV das kaum kompensieren. Gegen Kinzigtal zeigte das Schlusslicht der Liga vor vier Wochen zumindest, dass es auch stärker eingeschätzten Teams Punkte abluchsen kann, zudem gestalteten sich die jüngsten Niederlagen relativ knapp. Dennoch dürfte es für Klein-Auheim in dieser Spielzeit sehr eng werden mit dem Klassenerhalt.

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