Viele Freiräume hatte Dörnigheims Marcel Suttner nicht nur beim Sieg über die OFC Kickers II. Foto: Achim Senzel

Handball

Bezirksliga A: Guter Start für Suttner und die DHC-Truppe

Handball. Der Dörnigheimer HC hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen: Seit der Gründung konnten die Dörnigheimer in fast jeder Saison einen Aufstieg feiern und treten nun in der Bezirksliga A an, wo sie mit zwei Siegen aus den beiden ersten Spielen einen überzeugenden Saisonstart hingelegt haben.

Von Robert Giese

Einer der Schlüsselspieler beim DHC ist ein Spieler, dessen Nachname den Handballfans aus der Region wohlbekannt ist.

Denn Marcel Suttner steht schon für die zweite Generation hochtalentierter Handballer aus seiner Familie, schließlich sorgten bereits sein Vater Torsten und sein Onkel Martin in den Handballhallen der Region für reichlich Furore. Auch Suttners Schwester Michelle spielt Handball, aktuell für den A-Ligisten TG Hanau – der Sport scheint also irgendwie in der Familie zu liegen.

Vater und Onkel spielten beide höherklassig

Obwohl der 23-Jährige also gewissermaßen familiär vorbelastet war, stand er selbst erst spät auf dem Handballfeld. „Ich war zwar häufiger in der Halle bei meinem Vater oder Onkel, habe als Kind aber Fußball gespielt“, erinnert sich Suttner, der zur Freude seiner Familie als C-Jugendlicher schließlich doch Rasen- gegen Hallensport austauschte und seine handballerische Grundausbildung bei der HSG Hanau erlangte.

Vater und Onkel, die beide höherklassig gespielt hatten, hatten ihr Talent scheinbar weitergegeben, denn auch für Marcel ging es relativ rasch hoch hinaus: Nach seiner Zeit in Hanau wechselte er zur HSG Maintal, danach spielte er für die SG Bruchköbel sogar in der Oberliga. „Aus beruflichen Gründen war das aber schließlich nicht mehr machbar“, so Suttner, der im Schichtdienst arbeitet und deshalb meist nur alle zwei Wochen trainieren kann.

„Wir sind eine etwas zusammengewürfelte Gruppe“

Seine neue handballerische Heimat fand der Rückraumspieler vor rund zweieinhalb Jahren beim Dörnigheimer HC, der zu dieser Zeit in der Bezirksliga C spielte und erst zwei Jahre zuvor aus der Taufe gehoben worden war. „Das ist eine entspanntere Situation und lässt sich mit meinem Beruf viel besser arrangieren als bei höherklassigen Teams“, so Suttner, der nicht allein aus Pragmatismus nach Dörnigheim gewechselt ist: „Das ist so etwas wie meine kleine Familie, hier spiele ich mit meinen Freunden zusammen.“

Eine reine Spaßtruppe ist der DHC aber nicht, wie er mit den nicht weniger als drei Aufstiegen seit seiner Gründung eindrucksvoll unter Beweis stellte. „Wir sind eine etwas zusammengewürfelte Gruppe“, meint Suttner zwar und lacht, „aber wir spielen auch guten Handball.“ Der Rückraumspieler ist dabei nicht der einzige Spieler, der höherklassige Erfahrung mitbringt, denn unter anderem trägt auch Lendrik Enskat, der für das A-Jugend-Bundesligateam der HSG Hanau auflief, seit rund zweieinhalb Jahren das Trikot des DHC.

„Mit so einem guten Start hatten wir nicht gerechnet“

Schlüsselspieler und bester Torschütze war in der jüngeren Vergangenheit allerdings stets Marcel Suttner, der in der vergangenen Saison in der Bezirksliga B auch zum besten Spieler im linken Rückraum gewählt wurde. „Ich bin schon der Spieler, auf den die anderen achten“, ist sich der 23-Jährige seiner Rolle im Team bewusst, „zumal ich jetzt wieder auf Rückraum Mitte auflaufe. Wenn ich da falsche Entscheidungen treffe, leiden auch meine Mitspieler darunter.“

Allzu viele falsche Entscheidungen hat sich Suttner in dieser Spielzeit offensichtlich nicht geleistet, denn der DHC hat als Aufsteiger noch keinen Punktverlust zu verzeichnen. „Mit so einem guten Start hatten wir nicht gerechnet“, räumt der Rückraumspieler ein, „vor allem, da wir gute Gegner hatten und unsere Saisonvorbereitung nicht optimal lief – da fehlten immer wieder Spieler wegen Krankheit oder Verletzungen.“

Angriff habe noch Luft nach oben

Dennoch präsentierte sich der DHC bisher vor allem in der Abwehr schon in bestechender Frühform: „Auch wenn man sicher immer etwas verbessern kann, war unsere Deckung bisher einwandfrei“, freut sich Suttner über die Defensivstärke seines Teams, das erst 42 Gegentore zugelassen hat. „Im Angriff ist hingegen noch etwas Luft nach oben, da können wir noch einige Kleinigkeiten verbessern.“

Für Suttner selbst hingegen stimmt momentan auch die Offensivbilanz, denn mit 18 Treffern ist er nicht nur der beste Torjäger seiner Mannschaft, sondern auch der zweitgefährlichste Torschütze der gesamten Liga. „Wir wollen schon oben mitspielen, und wenn wir uns noch steigern, hoffe ich sogar auf einen weiteren Aufstieg“, verrät Suttner. Die härtesten Konkurrenten sieht er bei der TGS Niederrodenbach II und der SG Hainburg: „Dort sind viele Spieler, mit denen ich in der Jugend zusammengespielt habe“, kennt der Dörnigheimer die Stärken seiner Kontrahenten.

„Man weiß vorher ja nie, was sich ergibt“

Wegen seiner starken Leistungen bleiben Anfragen anderer Vereine derweil nicht aus, doch der Rückraumspieler fühlt sich beim DHC, bei seiner „Familie“, derzeit sehr wohl. Für alle Zeiten ausschließen möchte er auch angesichts seines jungen Alters einen Wechsel allerdings nicht: „Man weiß vorher ja nie, was sich ergibt, und alleine bei einem beruflichen Wechsel ändern sich ja vielleicht die Voraussetzungen“, gibt Suttner zu bedenken; einstweilen aber wird er weiterhin beim DHC bleiben – und mit den Dörnigheimern womöglich auch die A-Liga aufmischen.

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