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Bellack kämpft sich zurück: Treppensteigen bis zum Umfallen

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Langsam geht's vorwärts: Das Treppensteigen ist für HA-Volontär Michael Bellack drei Monate nach seinem Achillessehnenriss eine seiner Hauptbaustellen. Foto: HA
Langsam geht's vorwärts: Das Treppensteigen ist für HA-Volontär Michael Bellack drei Monate nach seinem Achillessehnenriss eine seiner Hauptbaustellen. Foto: HA

Fußball. It’s time to say goodbye. Und hoffentlich auch auf Nimmerwiedersehen. Endlich kann ich mich von dem Spezialschuh verabschieden, der in den vergangenen zwei Monaten mein steter Begleiter war. Ich bin ehrlich: Der Abschied fiel mir ziemlich leicht.

Von Michael Bellack

m liebsten hätte ich das nervige Ding einfach zerstört. Da hatte ich schon die ein oder andere Idee. Aber aus meinen Racheplänen wird leider nichts. Denn der Schuh ist nur geliehen. Ich muss ihn unversehrt zurückschicken. Ich hoffe, mein nächster Leasing-Vertrag hat einen erfreulicheren Anlass. Erfreulich ist, dass ich endlich wieder ohne Gehhilfe oder eben Spezialschuh laufen kann. Ganz einfach mit meinen Füßen, so wie man das eben macht, wenn man sich nicht gerade die Achillessehne gerissen hat. Die erste Hürde auf meinem Weg hin zur Normalität war übrigens die Suche nach einem vollständigen Paar Schuhe. Zwei Monate lang habe ich immer nur einen linken Schuh gebraucht, weshalb die rechten ein bisschen in der Versenkung verschwunden sind. Jetzt feiern auch meine Schuhe ihre Wiedervereinigung.

Und mit diesen Schuhen kann es jetzt in der Reha richtig zur Sache gehen. Da mache ich gute Fortschritte. Gefühlt laufe ich wieder fast normal. Wobei mich meine Kollegen doch gerne darauf aufmerksam machen, dass mein Gang noch ein bisschen dem eines Pinguins ähnelt. Aber besser watscheln als humpeln. Das Vertrauen in meinen Fuß wächst – in der Faschingszeit darf man so einen Witz auch mal bringen – Schritt für Schritt. Aber es stimmt wirklich. Bei jedem Meter, den ich laufe, traue ich mir mehr zu. Und die Sehne wird jetzt auch wieder ordentlich belastet. Vor allem beim Treppensteigen. Das ist eine meiner Hauptbaustellen, weil die Achillessehne da besonders beansprucht wird.

"Komme mir vor wie ein Möbelpacker"

Bei der Physiotherapie komme ich mir vor wie ein Möbelpacker, der eine Wohnung im achten Stock entrümpelt. Hoch, runter. Hoch, runter. Immerhin ohne Schreibtisch unterm Arm. Das wäre auch zu viel des Guten, denn mit dem richtigen Bewegungsablauf habe ich schon genug zu tun. Das ist echter Denksport. Denn groß darüber nachgedacht, welchen Fuß ich wann wo hinsetze, habe ich noch nie. Normalerweise passiert das automatisch. Mit dem Spezialschuh war das ja auch egal. Jetzt muss ich, wenn ich die Treppe richtig runterlaufen möchte, über jeden Schritt nachdenken. Ich muss sagen, dabei komme ich mir schon ziemlich blöd vor. Weil das nicht immer ganz klappt. Und dann brauche ich auch schon mal drei, vier Versuche, um einwandfrei die Treppe runterzulaufen.

Aber ich bin recht zuversichtlich, dass ich bald Treppen laufen werde wie ein junger Gott. Da muss ich immer an den Skyrun im Frankfurter Messeturm denken, bei dem Sportler das Treppenhaus hochjoggen. 1202 Treppenstufen sind das. Mir reichen schon zwölf. Der nächste Skyrun findet im Juni statt. Vielleicht wäre das mal ein ehrgeiziges Ziel. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, warte ich dann doch lieber bis zum nächsten Jahr.

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