Michael Bellack macht die ersten zaghaften Schritte zurück in die Mobilität und Selbstständigkeit. Foto: Privat

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Bellack kämpft sich zurück, Teil 5: Erste zaghafte Gehversuche

Fußball. Drei Wochen ist es nun her, dass ich mir die Achillessehne gerissen habe. Nach Operation und Ruhephase hat jetzt die Zeit der Reha begonnen. Vor den Weihnachtstagen standen die ersten Physiotherapie-Termine auf dem Programm. Etwas mehr als 14 Tage nach der Operation.

Von Michael Bellack

Auf jeden Fall funktioniert meine Achillessehne zumindest im Ansatz wieder. Ganz leichte Übungen sind schon möglich. Gegen einen kleinen Widerstand drücken zum Beispiel. Und tatsächlich bekomme ich ein bisschen Druck auf meinen Fuß. Natürlich ist das überhaupt nichts im Vergleich zum gesunden Fuß. Aber vor drei Wochen lag ich noch auf der Liege in der Notaufnahme und es fühlte sich so an, als sei mein rechter Fuß gar nicht mehr Teil meines Körpers. Da ist so ein kleines Zucken, wenn ich mich ordentlich anstrenge, ein schöner Erfolg. Und auch mit Blick aufs Laufen gibt es schon Fortschritte. Da kann ich echt dankbar sein, dass es diesen Spezialschuh gibt. Sieht zwar aus, als würde ich gleich beim Ski-Weltcup die Streif runterjagen, aber was soll's. Der Klotz am Bein wird mir, hoffe ich, demnächst auch mal die Krücken ersparen. Ein wenig laufen darf ich nämlich mit dem klobigen Ding schon, auch wenn das leichter gesagt ist als getan. Die Sehne macht keine Probleme. Gewicht verlagern klappt ohne Schmerzen. Auch wenn ich ein paar Schritte gehe, unterstützt von den Krücken, tut sich zum Glück gar nichts. Ist ja auch alles gut geschützt in dem Schuh. Optisch sind meine ersten Gehversuche mit dem rechten Fuß sicherlich ein Highlight. Da gibt es eine frappierende Ähnlichkeit zu Käptn Ahab aus Moby Dick.

Ausdauer gefragt

Gesund sieht das nicht aus. Und es dauert. Mit den Krücken bin ich viel schneller unterwegs. Aber es ist schon ein Riesenvorteil, wenn ich das Bein mal ohne Bedenken abstellen kann, um beide Hände frei zu haben. Da muss ich jetzt nicht mehr auf dem linken Bein balancieren. Zähneputzen und Händewaschen geht jetzt ohne Rumgehampel.Jedenfalls ist das, wogegen ich momentan am meisten ankämpfe, mein Kopf. Denn irgendwie habe ich das Ver-trauen in meine Sehne noch nicht zurück. In den Reha-Plänen steht zwar, dass ich mit dem Schuh dann wieder belasten darf. Und Arzt und Physiotherapeutin haben auch keine Bedenken. Aber nach gerade einmal zwei Wochen?

Da gehe ich sehr vorsichtig ran, zumal ich den Fuß ja seit dem verhängnisvollen Schritt überhaupt nicht benutzt habe. Ein-, zweimal habe ich jetzt versucht, das rechte Bein zu belasten. Und da gab's keine Probleme. Aber eine Krücke zur Unterstützung war immer dabei. Ich glaube, bis ich die ersten Schritte ganz ohne Gehhilfe mache, nur mit dem Vacoped-Schuh, dauert es noch eine Weile. Da muss ich erst mal das Vertrauen zurückgewinnen in meinen Körper und meine Achillessehne. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Kopf in den kommenden Wochen noch öfter sein Veto einlegen wird. Reha für den Kopf ist also auch nötig.

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