Besuch aus der HA-Redaktion: Die Kollegen haben Michael Bellack einen Weihnachtsstiefel mit Süßigkeiten gepackt, damit er schnell auf die Beine kommt. David Scheck hat das Präsent überreicht. Foto: HA

Bellack kämpft sich zurück, Teil 3: Besuche und Alltagsprobleme

Fußball. Nach dem Trubel der vergangenen Woche mit Operation, Krankenhausauf-enthalt und Arztbesuchen ist erst einmal Ruhe eingekehrt. Und das ist auch gut so. Denn das, was meine Achillessehne braucht, ist Ruhe. Wenig Bewegung, viel Erholung.

Von Michael Bellack

Da bleibt mir gar nix anderes übrig, als die Füße hochzulegen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vom Arzt verordnet.

Ein bisschen Trubel gibt es zum Glück aber dennoch, jetzt ist nämlich die Zeit der Krankenbesuche. Kollegen, Freunde, Verwandte – alle schauen mal vorbei. Mit im Gepäck viele Süßigkeiten und Leckereien, sehr zu meiner Freude. Meine Achillessehne muss wohl nach meiner Genesung das ein oder andere Kilogramm mehr aushalten.

„Geduld ist gefragt“, bekomme ich von allen zu hören. Meine größte Stärke ist Geduld aber nicht. Ich werde ja schon hibbelig, wenn es an der Supermarktkasse mal länger dauert. Oder mein Computer zu lange lädt.

Am liebsten würde ich jeden Morgen beim Aufstehen einfach wieder normal loslaufen. Da ich aber nach dem ersten Schritt schon den Krankenwagen rufen müsste, lasse ich das lieber. Die können auch ganz gut ohne mich im Krankenhaus. Und außerdem bin ich ja doch ein bisschen mobil.

Die wenigen Wege, die ich machen darf, sind kein Problem. Den Krücken sei Dank. Treppen sind kein Hindernis, auch wenn ich ungefähr die dreifache Zeit brauche wie üblich. Dafür überlege ich mir aber auch dreimal, ob dieser Gang nun wirklich nötig ist. Duschen ist ein ziemlicher Balanceakt und eine logistische Herausforderung. Schließlich darf der Gips nicht nass werden und auftreten darf ich auf gar keinen Fall. Da will jede Bewegung wohl durchdacht sein. Also für meinen Gleichgewichtssinn ist das Ganze schon sehr förderlich.

Dennoch gibt es im Alltag viele Situationen, in denen ich ein gesundes Bein vermisse. Beziehungsweise auch zwei Hände, die ich benutzen kann. Denn die sind ja mit den Krücken voll eingespannt. Und das nervt dann ganz schön. Mal eben eine Flasche Wasser holen? Keine Chance. Den Pullover gefaltet wieder zurück in den Schrank legen? Unmöglich. Und das geht bei fast allen Dingen so, die sonst wie selbstverständlich sind. Auf einem Bein hin und her hüpfen und die Wasserflasche oder den Pulli tragen, das wäre vielleicht möglich. Das Risiko ist es aber nicht wert. Ein Fehltritt wäre fatal.

Eine richtige Lösung für das Problem ist mir noch nicht eingefallen. Vielleicht schnalle ich mir einfach einen Rucksack auf den Rücken, damit ich Sachen von A nach B transportieren kann. Das könnte funktionieren.Aber erstmal lege ich weiter die Sehne hoch. Nächste Woche ist die Ruhephase für sie vorbei, dann beginnt die Physiotherapie, dann geht es aufwärts. Mit oder ohne Rucksack.

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