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Basketball feiert 130. Geburtstag: „Beim Basketball ist immer etwas los“

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Von: Jan Lucas Frenger

Der Basketball feiert seinen 130. Geburtstag
Der Basketball feiert seinen 130. Geburtstag. © Patrick Scheiber

Nur noch wenige Sekunden auf der Uhr, die Spannung in der Luft ist förmlich greifbar. Dann: ein Wurf. Der Ball segelt durch die Luft und landet mit Ertönen der Sirene im Korb. Die Menge tobt, Spieler fallen sich um den Hals – Ekstase. Solch energiegeladene Szenen sind es, die Basketball zu einer der beliebtesten Sportarten weltweit machen.

Hanau – Heute auf den Tag genau vor 130 Jahren erblickte die vom kanadischen Mediziner und Pädagogen James Naismith erfundene Sportart das Licht der Welt. Seit der ersten offiziellen Partie am 20. Januar 1892 im US-Bundesstaat Massachusetts, ist der Basketball einen weiten Weg gegangen. Heute begeistert der Sport Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.

Sven Witt, Jugendtrainer TG Hanau
Sven Witt, Jugendtrainer TG Hanau. © Scheiber

Auch hierzulande zieht das „Spiel für jedermann“  immer mehr Menschen in seinen Bann. Sven Witt, Jugendtrainer bei der TG Hanau, ist einer von vielen Korbball-Verrückten in der Region. „Ich bin da quasi reingeboren worden. Meine Eltern haben früher selbst gespielt, weshalb ich von Anfang an dabei war“, sagt Witt, der mit sieben Jahren das erste Mal im Verein spielte. Vorher habe er sich bereits an Fußball versucht, das sei ihm jedoch zu langweilig gewesen. „Ich hasse Unentschieden. Beim Basketball gibt es immer einen Gewinner – das liebe ich“, erläutert der Hanauer Jugendtrainer. Darüber hinaus fasziniere ihn die schiere Schnelligkeit des Spiels.

Philip Hecker, Kapitän der White Wings Hanau
Philip Hecker, Kapitän der White Wings Hanau. © Scheiber

Philip Hecker, Drittligaspieler der Hanau White Wings, sieht das ganz ähnlich: „Beim Basketball ist immer etwas los, es geht ständig hin und her. Anders als beim Fußball steht der Ball nie still, was es meiner Meinung nach auch deutlich spannender für Zuschauer macht.“ Hecker schätzt an der meist körperlosen Teamsportart zudem den sozialen Aspekt. „Im Basketball herrscht generell ein großes Gemeinschaftsgefühl.“ So kämen auf einem bekannten Platz in Frankfurt auch regelmäßig zahlreiche Enthusiasten aus der gesamten Region zum gemeinsamen Körbewerfen zusammen – darunter sogar Profispieler der Skyliners, so der 19-jährige Kapitän der Hanauer Basketballer.

Dem sozialen Aspekt am Korbball hat sich auch Martin Schenk gewidmet. Der 47-Jährige betreibt die Neuberger Agentur „Rollt“, die sich unter anderem im Rollstuhl-Basketball engagiert. „Unser Ziel ist es, Menschen über den Basketball mit dem Thema Behinderung in Kontakt zu bringen und dadurch Berührungsängste abzubauen“, erläutert er.

Schenk war viele Jahre Spieler der TG Hanau und als Funktionär im Basketball tätig. „In meiner Jugend habe ich zahlreiche Sportarten ausprobiert. Beim Basketball bin ich schließlich hängen geblieben.“ Ende der 80er trat er erstmals einem Verein bei und ist seitdem komplett dem orangenen Leder verschrieben. „Ein Leben ohne Basketball gibt es bei mir nicht mehr. Es ist für mich einfach die Sportart schlechthin“, sagt Schenk.

Martin Schenk, ehemaliger Spieler und Funktionär
Martin Schenk, ehemaliger Spieler und Funktionär © Nadine Schiler

In seiner Jugend sei er großen Idolen wie NBA-Legende Michael Jordan nachgeeifert und auch die Spiele habe er sich regelmäßig mit Freunden angeschaut. „Ich hatte früher auch das eine oder andere Poster in meinem Zimmer hängen“, gesteht er. In seiner Freizeit verfolge er die NBA heute allerdings nur noch sporadisch, zu weit habe sich der Basketball, der dort mittlerweile gespielt wird, von dem wegentwickelt, was er damals lieben gelernt hatte.

Denn auch nach 130 Jahren herrscht im Korbball kein Stillstand. Neben zahlreichen Regeländerungen und einer wesentlich körperbetonteren Spielweise, wird auch das Anforderungsprofil für Basketballspieler immer vielfältiger. Für Philip Hecker tut das der Faszination rund um den Sport jedoch keinen Abbruch: „Das Spiel ist im Vergleich zu früher viel schneller und taktischer geworden. Daher müssen Spieler heute noch mehr drauf haben.“

Eiko Fues, Lehrertrainer an der Hohen Landesschule
Eiko Fues, Lehrertrainer an der Hohen Landesschule © -

Eiko Fues, Lehrertrainer für Basketball an der Hohen Landesschule, schätzt diesen Facettenreichtum ebenfalls. „Es gibt zwar verschiedene Positionen, aber ein Verteidiger muss ebenso Körbe werfen können, wie ein Angreifer. Das finde ich toll.“ Laut Fues habe der Sport aufgrund seiner Schnelligkeit und der besonderen Athletik auch optisch einiges zu bieten. „Die Bewegungen, die da teilweise gemacht werden, sind einfach schön anzuschauen.“

Auch 130 Jahre nach seinem Debüt gelingt es dem Basketball nach wie vor, Menschen unabhängig ihres Alters oder sportlichen Backgrounds zu verbinden und zu begeistern. ( Von Jan Lucas Frenger)

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