Die jungen Langen-Bergheimer Spielerinnen wie Lena Lämmchen (rechts) profitieren von der Erfahrung ihrer Spielführerin Corinna Maier. Gegen die Großauheimerinnen um Lea Richter gewann der KSV mit 9:3. Foto: Adrian

Fußball

B-Liga Frauen: KSV Langen-Bergheim gewinnt auch dank Erfahrung

Fußball. In der Kreisliga B der Frauen spielen 13 Mannschaften um Punkte. Darunter der FC Hochstadt, Rot-Weiß Großauheim und der KSV Langen-Bergheim. Die Hammersbacher bejubelten am Wochenende ihren dritten Saisonsieg. Im Kreisderby bezwang der KSV die Rot-Weißen mit 9:3. Anteil daran hatte auch ihre 45 Jahre alte Spielführerin.

Von Sabrina Kwasniok

Der Platz in Hammersbach wirkt verlassen. Lediglich ein paar Zuschauer wollen am zwölften Spieltag das Duell des Zehntplatzierten gegen den 14. sehen. Auch die Spielführerin des KSV Langen-Bergheim gesteht: „Ich verfolge auch lieber Männer- als Frauenfußball. Ist irgendwie spannender.“ Für Corinna Maiers Mannschaft läuft es zu Beginn des Spieles ähnlich gut wie derzeit für ihren Lieblingsklub Eintracht Frankfurt. Zu Spielanpfiff noch auf der Bank, konnte sie bereits nach wenigen Minuten die 1:0-Führung ihrer Mannschaft bejubeln. Nach sieben Minuten ging die in Blau aufgelaufene Heimmannschaft nach einem Pass der Toptorjägerin Jessica Böcher auf Lidia Laul in Führung.

Auch Maiers Karriere startete früh. Die inzwischen 45-Jährige ist mit drei fußballbegeisterten Brüdern aufgewachsen. Diese hat sie schon als junges Mädchen gerne zum Training begleitet und irgendwann angefangen, selbst mitzuspielen. „Die Leute haben immer gerufen: Das Mädchen muss Fußball spielen“, erzählt die KSV-Kapitänin, wie ihre Liebe zum Fußball entfacht wurde.

Hin und her in den ersten Minuten

Für Langen-Bergheim geht es an diesem Samstagnachmittag nicht so erfreulich weiter. In der 13. Minute gleichen die Frauen von Rot-Weiß Großauheim durch das Kopfballtor von Hanae Boukraa nach einer Ecke aus. Daraufhin reagiert Heimtrainer Albert Borngräber und wechselt zwei frische Spielerinnen ein. Unter ihnen auch Maier. Diese Wechsel zahlen sich aus: In der 18. Minute gehen die Blauen durch Böcher mit 2:1 in Führung. Doch bereits zwei Minuten später steht es wieder unentschieden. Alina Helk vollendet einen Konter. Doch der KSV lässt nicht nach und geht Sekunden nach dem Ausgleich erneut durch Böcher mit 3:2 in Führung. Es folgen zwei weitere Tore für den KSV in der 33. und 35. Minute. Mit 5:2 werden die Seiten gewechselt.

Auch Maiers Karriere kann man in zwei Halbzeitabschnitte einteilen, denn sie erlitt in ihrer aktiven Zeit viele Höhen und Tiefen. Nach dem Einstieg in den Sport als einziges Mädchen im Hanauer Kreis in den 70ern folgte eine zunächst erfreuliche aktive Zeit. Doch ein Bandscheibenvorfall stoppte Maier. Es folgte eine 20-jährige Fußballpause. Doch vor etwa zwei Jahren kam das Comeback. „Ich dachte, ich muss mir das noch mal antun“, berichtet Maier lachend. Und so kam sie zurück zum KSV. Durch ihre altersbedingte Erfahrung weiß sie, wie sie eine Mannschaft führen muss und wie wichtig der Teamgeist innerhalb der Mannschaft ist.Und dieser bringt die Blauen auch nach der Halbzeit weiter voran. Auch ein Torwartwechsel kann Großauheim nicht vor weiteren Gegentreffern bewahren. Bereits in der 48. Minute erhöht der KSV durch ein weiteres Tor von Laul auf 6:2.

Frust bei den Gästen

Bei den Gästen kommt Frust auf. Es folgen mehrere Fouls und wirkungslose lange Bälle auf das KSV-Tor. In der 73. Minute gelingt RW-Spielführerin Lea Richter nach einem dieser weiten Bälle der Treffer zum 3:6. Richter trifft aus 16 Metern direkt in den Winkel. Doch auch dieses Traumtor kann die Auheimer nicht mehr vor der Niederlage retten. Schon drei Minuten später hat die Heimmannschaft ihre Antwort parat. Böcher schnürt ihren Dreierpack Hattrick. Damit nicht genug: Weitere zwei Minuten später darf sich auch Maier ihr verdientes Tor abholen.

Beim Stand von 8:3 ist die Luft bei Rot-Weiß raus. Doch der KSV hat noch nicht genug und setzt sein Schützenfest fort. In der letzten Spielminute erzielt Diana Wolf-Meidel das Schlusstor zum 9:3-Endstand. Die Freude beim Heimteam ist riesig. Nach einem durchwachsenen Saisonstart kommt dieser Sieg gerade recht. Auch Trainer Albert Borngräber ist zufrieden: „Wir haben gut als Team zusammengearbeitet und die Räume eng gehalten. Jetzt heißt es weitermachen und weiter siegen.“

Bedrückter ist die Stimmung bei Großauheims Trainer Peter Jürgen Streit. „Wir haben einfach schlecht gespielt“, erklärt er die Lage knapp. Der unebene Rasen sei aber auch nicht einfach zu bespielen gewesen.Maier und der KSV kamen mit den Platzverhältnissen besser zurecht. „Das war mit Abstand unsere beste Leistung in dieser Saison“, lobt die 45-Jährige und sagt über ihre eigene Darbietung: „Besser geht immer.“

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