Die Liebe und der FC Bayern führten ihn zum FSV: Bischofsheims neuer Reservetrainer Kevin Mecke und seine Freundin Annabell Hergenröder.
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Die Liebe und der FC Bayern führten ihn zum FSV: Bischofsheims neuer Reservetrainer Kevin Mecke und seine Freundin Annabell Hergenröder.

KREISLIGA A

Aus dem Allgäu nach Maintal auf die Trainerbank – dem FC Bayern sei Dank

  • vonOliver Kraus
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Dass sich immer mehr Menschen über das Internet kennen und lieben lernen, ist keine neue Erkenntnis. Dass ein Bundesligist den Vermittler zwischen zwei Singles spielt, allerdings schon. Im Fall von Kevin Mecke war es der Hashtag #FCBayern, dem der neue Trainer der Bischofsheimer Reserve auf Instagram folgt. Darüber hat der 28-Jährige auf den Tag genau vor drei Jahren seine Freundin Annabell kennenlernte. Für sie zog er wenig später aus dem Allgäu nach Maintal.

Maintal – „Mir ist damals eine Story von ihr aufgefallen, als sie auf dem Weg zu einem Spiel war. Ich habe ihr dann geschrieben: ‘Viel Erfolg und bring drei Punkte mit.’ Sie hat dann geantwortet“, erinnert sich der ehemalige Kapitän der zweiten FSV-Mannschaft.

„Wir haben uns immer wieder geschrieben und nach ein paar Tagen in Stuttgart getroffen, weil das genau in der Mitte lag. Da haben wir schnell gemerkt, dass es passt, und sind die Woche darauf zum Pokal-Heimspiel gegen Dortmund gefahren.“

Wenige Wochen nach dem ersten gemeinsamen Spielbesuch im Herbst 2017 waren die beiden ein Paar, im Frühjahr 2018 zog Kevin Mecke nach Maintal. Denn auch beruflich fand der Rechtsfuß dort eine neue Heimat. Als studierter Raum- und Immobilienmanager stieg er im Immobilienbüro Stückenschneider, das von der Mutter seiner Freundin geführt wird, ein.

Die Liebesgeschichte machte sogar beim deutschen Rekordmeister Eindruck. Einmal im Jahr zeichnet der Triple-Sieger gemeinsam mit seinem Sponsor Telekom Fans aus, die etwas Besonderes erlebt haben. Annabell Hergenröder und Kevin Mecke gewannen ein VIP-Wochenende inklusive einer Führung von Giovane Elber – Meckes großes Kindheitsidol.

Denn auch wenn Kevin Mecke für die Bischofsheimer in den vergangenen Spielzeiten als Außenverteidiger die linke Seite dichtmachte, hat er seine Fußball-Laufbahn mit vier Jahren in der Jugend von Kimratshofen als Stürmer begonnen. Dank seiner Ausdauer und Schnelligkeit beorderte ihn sein damaliger Coach aber weiter nach hinten. Im Seniorenbereich beim FC Leutkirch beackerte er ebenso die Außenbahn. Und auch in Bischofsheim vertraute man gerne auf die Offensivqualitäten des Abwehrspielers, der im Rückspiel der Relegation 2019 gegen die Spvgg. Roßdorf mit dem vorentscheidenden 3:2 den Klassenerhalt gesichert hatte.

Nun steigt Kevin Mecke ins Trainergeschäft ein. Vergangene Woche absolvierte er den Basislehrgang für die C-Lizenz in Grünberg. Der Allgäuer hat eine klare Spielphilosophie: „Ich habe gerne Kontrolle über das Spielgeschehen, am liebsten mit Ballbesitz und mit Zug zum Tor.“

Allerdings wurde in der aufgrund der Corona-Pandemie zerstückelten Vorbereitung zunächst am Defensivverhalten gefeilt. Zu anfällig war das Team in der vergangenen Saison, das mit 69 Toren die meisten Gegentreffer der A-Liga hinnehmen musste. Außerdem konnte im läuferischen Bereich und an Passstafetten gearbeitet werden, ehe die erneuten Kontaktbeschränkungen den Fluss wieder störten.

„Das waren schwierige Voraussetzungen, vor allem, wenn man nach dem Testspielbetrieb wieder zurückfahren muss. Das merkt man auch an der Beteiligung.“ Von zuvor über 20 Spielern kamen plötzlich nur noch etwas mehr als zehn zum Training. „Es kommt halt keiner gerne nur zum Rundenlaufen.“ Nichtsdestotrotz sei es aber an der Zeit, dass der Ball wieder im Ligabetrieb rollt.

Mit Aufsteiger Eintracht-Sportfreunde Windecken startet die Bischofsheimer Reserve am morgigen Sonntag um 13 Uhr gegen einen offensivstarken Gegner. „Das ist eine starke Mannschaft, mit der zu rechnen ist. Es gilt, ihnen unseren Stempel aufzudrücken und von Anfang an zu zeigen, dass wir schon länger in der A-Liga sind. Ich freue mich auf mein erstes Pflichtspiel als Coach.“

Kevin Mecke kann dabei aus dem Vollen schöpfen; alle sind fit. Mit dem ehemaligen Bruchköbeler Oberliga-Handballer Michael Nath, der in seiner Laufbahn erst drei Testspiele auf dem Fußballplatz absolviert hat, überraschen die Bischofsheimer auf der Zehner-Position.

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