Björn Christoffel (rechts) vom Drittligateam der HSG Hanau beim Torwurf.
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Die Drittliga-Handballer der HSG Hanau um Björn Christoffel (rechts) liebäugeln mit der Aufstiegsrunde zur 2. Liga.

3. Liga Handball

Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga findet mit HSG Hanau statt

  • Julia Meiss
    vonJulia Meiss
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  • Thorsten Jung
    Thorsten Jung
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Update von 1.03.2021: Die HSG Hanau hat für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gemeldet. Das hat der Verein am 1. März 2021 mitgeteilt und sieht die Meldung als nächsten Schritt Richtung Professionalisierung.

„Step by Step“ so lautete schon immer das Motto der HSG Hanau. Jetzt haben die Grimmstädter den nächsten Schritt in der Vereinsentwicklung unternommen. Die Hanauer Handballer möchten an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilnehmen und haben fristgerecht die Lizenzunterlagen bei der Handball-Bundesliga (HBL) abgegeben.

Damit einher gingen über mehrere Wochen umfangreiche organisatorische und wirtschaftliche Planungen. So musste unter anderem auch ein sogenannter „wirtschaftlicher Träger“ ins Leben gerufen werden. „Wir haben uns in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Dabei wurde uns immer klarer, dass wir an einen Punkt gekommen sind, an dem wir unter anderem auch einen wirtschaftlichen Träger gründen müssen, um diese positive Entwicklung fortsetzen zu können. Wir haben die spielfreie Zeit während der Pandemie genutzt, um hinter den Kulissen viele kleinere und größere Dinge anzuschieben“, sagte der Vorsitzende Uwe Just.

Darunter fiel auch die Gründung der „HSG Hanau Handball GmbH“ begleitet vom Rechtsanwalt Xaver Spenkoch und dem Notar Uwe Steinkrüger in den Geschäftsräumen der Kanzlei „Ludwig Wollweber Bansch“. Zum Geschäftsführer wurde der bisherige Geschäftsstellenleiter Hannes Geist bestellt.  

Dass sich die HSG-Verantwortlichen bereits seit Längerem mit diesem Thema auseinandergesetzt hatten, spielt ihnen nun in die Karten. Aufgrund der Pandemie wurde der Spielmodus in der 3. Liga in dieser Saison vom DHB notgedrungen über den Haufen geworfen. Absteiger wird es keine geben, dafür sollen aber Aufsteiger ausgespielt werden. Allen 72 Teams ist es freigestellt, ob sie an der Aufstiegsrunde oder an einer Pokalrunde teilnehmen wollen oder gar nicht mehr spielen möchten. Aufgrund dieser besonderen Konstellation haben sich die Hanauer nun für eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde entschieden und somit die sportlich größtmögliche Herausforderung angenommen.

„Wir sind Realisten und wissen, dass diese Aufstiegsrunde sportlich für uns eine Herkulesaufgabe darstellt, zumal sich einige Mannschaften extra noch einmal verstärken werden. Aber wir fühlen uns unseren Spielern, Fans, Partnern und Sponsoren verpflichtet, alles dafür zu tun, um am attraktivsten Wettbewerb teilzunehmen, den diese schwierige Saison zu bieten hat“, sagte der Sportliche Leiter Reiner Kegelmann.

Für die HSG Hanau steht bei der Teilnahme an der Aufstiegsrunde vor allem der Lerneffekt im Mittelpunkt. „Wir wollen unsere Grenzen aufgezeigt bekommen und das in allen Bereichen, sportlich wie organisatorisch“, sagt Just. „Wir wollen wissen, wieviel uns noch fehlt, um irgendwann den nächsten Schritt ins Auge zu fassen. Dabei nehmen wir bewusst in Kauf, dass es für uns durchaus auch mal deutlich und schmerzhaft werden könnte. Aber nur so werden wir uns weiterentwickeln“, sagte Just.

Die Aufstiegsrunde ist ab April geplant. In welchem Modus sie ausgetragen wird steht noch nicht fest. Das richtet sich danach wie viele Klubs sich für diese Runde angemeldet haben. Der DHB wird zeitnah darüber informieren.

Update von 25.02.2021: Der Bundesrat des Deutschen Handballbundes (DHB) hat die bereits vor knapp zwei Wochen angedachte Modusänderung für die 3. Liga nun beschlossen. Weil es in der aktuellen Saison keine Absteiger geben wird, sollen die Mannschaftszahlen für die Saison 2021/22 erhöht werden – der genaue Wert wird noch festgelegt, wie der DHB mitteilt.

„Aufsteiger in die 2. Liga der Frauen und Männer sollen nach Möglichkeit unter den interessierten Vereinen ermittelt werden. Zudem sollen alle anderen Vereine ein Spielangebot erhalten. Alle Vereine haben mit dem Beschluss des Bundesrates Klarheit über ihre Ligazugehörigkeit und damit in unsicheren Zeiten diesbezüglich eine bestmögliche Planungssicherheit erhalten“, sagt Benjamin Chatton, Vorstand Finanzen und Recht des Deutschen Handballbundes und zuständig für den Spielbetrieb. Die Teilnahme an einer Aufstiegsrunde oder an einem anderen angedachten Spielangebot sei freiwillig. Vereine der 3. Liga der Männer, die an der Aufstiegsrunde verbindlich teilnehmen wollen, müssen sich bis Montag, 1. März, bei der Handball-Bundesliga sowie der Spielleitenden Stelle melden. Die Lizenzierungsunterlagen müssen bis 31. März eingereicht werden. Es sind zwei Aufstiegsplätze zu vergeben. Die HSG Hanau hatte angekündigt, alle Optionen zu prüfen.

Wer stattdessen an einer Spielalternative interessiert ist, muss sich ebenfalls an die Spielleitende Stelle wenden. Los gehen soll es ab April, in welcher Form hänge von den Meldezahlen ab. „Über die Verteilung der Qualifikationsplätze für den DHB-Pokal 2021/22 aus den jeweiligen Spielrunden wird erst entschieden, wenn alle Meldezahlen bekannt sind. Sofern die Nachfrage besteht, können auch eine oder mehrere Runden ausschließlich für zweite Mannschaften organisiert werden“, stellt der DHB den Vereinen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Für Vereine, die sich für keine der Angebote erwärmen können, entstehe kein Nachteil, heißt es in der Mitteilung.

Die 3. Liga der Männer und Frauen werde zur neuen Saison weiterhin jeweils zwölf Aufsteiger aus den jeweiligen Oberligen aufnehmen – damit ist auch in Hessen der Weg für eine Aufstiegsrunde in die 3. Liga geebnet. Zu diesem Thema hat sich der Hessische Handball-Verband bereits prophylaktisch geäußert und möchte seinen Oberligisten ebenfalls eine Aufstiegsrunde ermöglichen – falls das Pandemiegeschehen dies zulässt. Wenn nicht, werde Hessen keine Aufsteiger in die 3. Liga melden.

Daher sagt der DHB: „Mannschaftszahlen in der 3. Liga der Frauen und Männer, Zahl der Staffeln sowie Auf- und Abstiegsregelungen für die kommenden Spielzeiten ab 2021/22 werden erst zu einem späteren Zeitpunkt durch den Bundesrat festgelegt werden können.“

Erstmeldung von 12.02.2021: In der kommenden Woche werden die Entscheidungen wohl offiziell: Auch im Handball wird die Saison 2020/21 gecancelt. Sowohl auf Bezirks- und Hessenebene als auch für die 3. Liga sowie die A-Junioren-Bundesliga verdichten sich nach der Verlängerung des Lockdowns die Anzeichen eines Abbruchs.

Hanau – Aus der 3. Liga wird es dann wohl keine Absteiger geben, aber Aufsteiger in Liga zwei sollen möglicherweise ausgespielt werden. Eine Aufstiegsrunde sowie die Durchführung einer DHB-Pokal-Qualifikationsrunde sind angedacht. Die Teilnahme an beiden Runden sind für die Vereine freiwillig. Alternativ könne jeder Verein auch für sich beschließen, in dieser Runde gar nicht mehr zu spielen. „Die HSG Hanau prüft derzeit alle Optionen“, hieß es auf Nachfrage. Entscheidet sich die HSG für eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde, müssen bis Ende des Monats die Lizenzunterlagen für die 2. Bundesliga beim DHB eingereicht werden.

Während im Amateurhandball auf Hessenebene in dieser Spielzeit in der Region Hanau keine Partie ausgetragen wurde, absolvierte die HSG Hanau im Oktober immerhin zwei Begegnungen. (Von Thorsten Jung und Julia Meiss)

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