Kein Durchkommen: Patrick Gischewski scheitert mit dem FC 1893 Hanau am SV Neuhof und muss mindestens ein weiteres Jahr in der Verbandsliga spielen. Foto: Patrick Scheiber

Fußball

Aufstiegsrunde: Hanau 93 nach 0:1-Niederlage nicht in Hessenliga

Fußball. Aus und vorbei. Der FC Hanau 93 spielt auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga Süd. Die Mannschaft von Trainer Michael Fink verlor ihr zweites Aufstiegsrundenspiel beim SV Neuhof mit 0:1 und schloss den Vergleich mit den beiden anderen Vizemeistern der hessischen Verbandsligen ohne Punkte ab.

Von Frank SchneiderDa Bayern Alzenau in die Regionalliga Südwest aufgestiegen ist, darf sich neben Aufstiegsrundensieger SV Neuhof auch noch der Zweitplatzierte TuS Dietkirchen über das Aufrücken in die Hessenliga freuen. Den Hanauern und ihren zahlreich nach Osthessen mitgereisten Fans blieb dieser Jubel verwehrt. „Wir hätten noch zwei Stunden weiterspielen können und hätten kein Tor erzielt“, meinte Michael Fink nach dem Abpfiff. Dabei waren Chancen für ein besseres Resultat vorhanden. „Irgendwie war das Spiel heute ein Spiegelbild der Saison“, meinte etwa Finks Vorgänger Christoph Prümm.

Bitteres Ergebnis zum Abschluss

Der Defensivspieler beendete seine Karriere mit einem bitteren Ergebnis. Die Enttäuschung und der Schock standen vielen Spielern und Verantwortlichen ins Gesicht geschrieben. Nach Schlusspfiff war klar, dass das große Saisonziel Hessenliga-Aufstieg endgültig verpasst war. Zur Erinnerung: Der FC Hanau 93 war nach toller Vorrunde als souveräner Spitzenreiter mit einem satten Vorsprung von neun Punkten in die Winterpause gegangen. „Wir hatten schon einige Chancen, doch die muss man in einem solchen Spiel eben nutzen“, erklärte Hanaus Kapitän Kahraman Damar.

Er selbst vergab gleich zwei Riesenmöglichkeiten. In der 18. Minute köpfte Damar nach einem Eckball von Patrick Gischewski freistehend den Ball knapp drüber, kurz vor der Pause scheiterte er aus kurzer Distanz. Es waren die beiden besten Gelegenheiten der Grimmstädter, von einem Pfostentreffer von Gischewski kurz vor Schluss mal abgesehen. „Wenn wir in Führung gehen, verläuft das Spiel vielleicht anders“, meinte HFC-Trainer Michael Fink hinterher. Der Ex-Profi hatte alles probiert, die Anfangsformation im Vergleich zum Dietkirchen-Spiel gleich auf fünf Positionen verändert.

Die Ausgangslage war äußerst kurios: Den Gastgebern hätte jedes Resultat – mit Ausnahme eines 0:2 – zum Aufstieg gereicht, die Hanauer brauchten einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied. Es gab also genügend Ergebniskonstellationen, die beiden Teams zum Aufstieg verholfen hätten, was im Vorfeld der Partie für reichlich Mutmaßungen und Spekulationen gesorgt hatte. All diese Befürchtungen traten unter der Spielaufsicht von Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg) nicht ein. Beide Teams schenkten sich nichts.

Ausgeglichene erste Hälfte

Die erste Hälfte verlief recht ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Und wer weiß, was passiert wäre, wenn der Schiedsrichter nach 21 Minute die Attacke eines Neuhofers gegen Dennis Gogol als elfmeterwürdiges Foulspiel bewertet hätte. „Den Strafstoß hätte man geben können“, meinte nach dem Spiel auch Neuhofs Trainer Alexander Bär. Michael Fink war sowieso dieser Meinung.

Das Tor des Tages fiel in der 67. Minute: Nach einer Flanke von Sergio Sosa Perez drückte Neuhofs Torjäger Radek Görner den Ball am langen Pfosten stehend aus kurzer Distanz über die Linie. Ab diesem Zeitpunkt war der erste Hessenliga-Einzug des SV Neuhof nach rund 60 Jahren perfekt. Wer jetzt dachte, die Osthessen würden auf dem Feld in Partystimmung verfallen, der sah sich getäuscht. Nach wie vor verteidigte der SVN abgezockt und hochkonzentriert, die Spieler warfen sich weiter in jeden Zweikampf und machten den nie aufsteckenden Hanauern bis zum Schlusspfiff das Leben schwer. Sportliches Fairplay in Reinkultur.

"Spiel nicht gut genug"

Für Alexander Bär, der nach dem großen Triumph am Saisonende aus beruflichen Gründen sein Traineramt abgibt, seinem Verein aber weiter unterstützend erhalten bleibt, eine Selbstverständlichkeit, wie er später auf der Pressekonferenz unterstrich. Er sei stolz darauf, dass sein Team ohne Gegentor als Tabellenerster die Aufstiegsrunde abgeschlossen hat. „Wir sind enttäuscht. Unser Spiel war nicht zwingend genug. Die Ausgangslage war natürlich sehr schwierig, doch wir haben alles versucht.

Die Aufstellung war offensiv ausgerichtet, mit den Einwechslungen sind wir noch offensiver geworden“, meinte Michael Fink. Ein möglicher Führungstreffer hätte laut Fink den Glauben gestärkt, das gewünschte Ergebnis erzielen zu können. Der Ex-Bundesligaakteur wird als künftiger Spielertrainer des Hanauer Traditionsvereins einen neuen Anlauf in der Verbandsliga Süd nehmen. Der FC Hanau 93 wird in der kommenden Saison wieder zu den Favoriten zählen und vielleicht den Aufstieg in die Hessenliga dann im dritten Anlauf schaffen.

FC Hanau 93: Brao – Ries, Muratoglu (70. El Kaddouri), Fließ, Crews (66. Gschwender) – Gogol, Gischewski, Prümm, Raafat (57. Bicakci) – Damar, Suljic. Tor: 1:0 Görner (67.) –Schiedsrichter: Christof Günsch (SV Reddighausen) – Zuschauer: 950 – Beste Spieler:Görner, Yanez, Osmanovic / Ries, Damar

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