Nervenstark: Marius Brüggemann hat für den Siegtreffer im letzten Hinrundenspiel der HSG Hanau gesorgt.
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Nervenstark: Marius Brüggemann hat für den Siegtreffer im letzten Hinrundenspiel der HSG Hanau gesorgt.

3. LIGA

Aufholjagd der HSG Hanau mit Last-Minute-Sieg gekrönt

  • VonRobert Giese
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Eine verrückte Handball-Partie haben sich am Freitagabend die HSG Hanau und der Lokalrivale HSG Bieberau-Modau geliefert: Im Drittliga-Derby lagen die „Falken“ lange Zeit deutlich in Führung und sahen schon wie der sichere Sieger aus.

Hanau – Eine Abwehrumstellung, jede Menge Kampfgeist und eine gehörige Portion Nervenstärke bei den Hanauern sorgten schließlich aber dafür, dass die Mannschaft von Hannes Geist sich doch noch mit 23:22 (6:9) siegte.

Diesen Treffer dürfte Marius Brüggemann so schnell nicht vergessen: In Überzahl wird das Hanauer Eigengewächs auf Linksaußen freigespielt, fliegt in den Sechsmeterraum und wirft den Ball über die Hände des gegnerischen Torwarts hinweg in den Kasten. Die Gästefans springen von den Sitzen, denn es ist die erste Führung überhaupt für die Grimmstädter - und zugleich der Endstand, denn zeitgleich mit Brüggemanns Tor wird die dramatische Partie abgepfiffen.

Noch knapp 20 Spielminuten zuvor sah es überhaupt nicht so aus, als würden die Hanauer auch nur in die Nähe eines Punktgewinns kommen, denn die Hausherren führten komfortabel mit 16:10 und glänzten insbesondere in der Defensive. Hanau hatte gerade im ersten Durchgang große Probleme im Angriff, denn die kompromisslose Deckung der „Falken“ ließ kaum etwas zu: Lediglich sechs Treffer konnten die Gäste in den ersten 30 Spielminuten verbuchen.

Gute Abwehrarbeit und starker Keeper Schermuly

Dass die Grimmstädter beim Seitenwechsel überhaupt noch in Schlagdistanz waren, lag an der guten eigenen Abwehrarbeit - und an der schlechten Chancenverwertung der Bieberauer. „Über Außen haben wir in der ersten Hälfte zu viele gute Chancen ausgelassen“, ärgerte sich Thorsten Schmid, der Trainer der Gastgeber, nach dem Abpfiff über all die Würfe, mit denen seine Außenspieler an Sebastian Schermuly scheiterten, „und das hat sich am Ende gerächt.“

Zunächst einmal drückten aber die Hausherren der Partie ihren Stempel auf, vor allem der sechsfache Torschütze Lars Spieß machte Hanau zu schaffen.

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Falken immer weiter absetzen, „weil wir von unserem Plan abgewichen sind“, stellte der Hanauer Trainer Hannes Geist fest. „Damit war ich nicht zufrieden.“

Um den Rückstand, der zwischenzeitlich auf sechs Tore angewachsen war, noch aufzuholen, setzte Geist alles auf eine Karte und ließ in der Schlussviertelstunde offensiver verteidigen. „Damit hatten wir große Probleme“, gestand Schmid, „da hätten wir unsere Chancen besser ausspielen müssen.“

Stattdessen war Hanau plötzlich wieder im Spiel und kämpfte sich langsam heran. „Wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt, das hat uns ausgezeichnet“, freute sich Geist, dessen Team aber auch eine unglaubliche Nervenstärke bewies: In der entscheidenden Phase in den Schlussminuten ließ sich beispielsweise Maximilian Bergold nicht beirren und traf von der Siebenmeterlinie sicher wie ein Uhrwerk, bis zum Ausgleich kurz vor dem Abpfiff.

In der dramatischen Schlussminute handelte sich Schmid, der auch nach der Partie nicht mit Kritik am Schiedsrichtergespann sparte, eine Zeitstrafe ein, Hanau spielte den finalen Angriff bis zur letzten Sekunde aus - und feierte durch Brüggemanns Treffer vor über 700 Zuschauern einen glücklichen Sieg. Durch den knappen Erfolg distanzieren die Hanauer die „Falken“ in der Tabelle auf drei Zähler und beenden die Hinrunde auf einem der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigen. (Von Robert Giese)

HSG Hanau: Schermuly, Tomm; Ahrensmeier (2), Bergold (5/5), Braun (3), Brüggemann (1), Christoffel (1), Gerst, Lorenz (3), Marquardt (1), Pillmann (1), Ritter, Rivic, Ruppert (3), Schiefer (2), Strohl (1) - Schiedsrichter: Heinz-Hebisch / Lenhardt - Siebenmeter: Bieberau-Modau 5/5, Hanau 6/5 - Zeitstrafen: Bieberau-Modau 4, Hanau 5 - Zuschauer: 720

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