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„Auf dem Platz gibt es keine Freunde“: Tarik (Hanau 93) und Emir (Eintracht U21) Sejdovic freuen sich aufs Familienduell

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In der Abwehr von Hanau 93: Tarik Sejdovic begann seine Karriere wie Großcousin Emir beim FSV Bischofsheim.
In der Abwehr von Hanau 93: Tarik Sejdovic begann seine Karriere wie Großcousin Emir beim FSV Bischofsheim. © -

Wenn am heutigen Samstag in der Hessenliga der FC Hanau 93 und die U21 von Eintracht Frankfurt aufeinander treffen, spielt auch ein Stück FSV Bischofsheim mit. Tarik (Hanau) und Emir (Eintracht) Sejdovic haben in Maintal kicken gelernt.

Hanau/Maintal – Tarik und Emir Sejdovic verbindet ihr Heimatverein FSV Bischofsheim, eine professionelle Fußballausbildung bei namhaften Vereinen wie etwa dem FSV Frankfurt und nicht zuletzt der Bund der Familie. Am heutigen Samstag (15 Uhr Kastanienallee) läuft Tarik jedoch für den FC Hanau 93 auf, während sein Großcousin Emir das Trikot des Gegners, der U21 von Eintracht Frankfurt, überziehen wird.

Nicht nur die beiden Clubs treffen dann zum ersten Mal in der Hessenliga aufeinander, auch für die beiden Bosnier ist es eine Premiere, gegeneinander anzutreten. „Auf jeden Fall ist es ein besonderes Spiel für mich, schließlich spiele ich gegen meinen Cousin und viele aus der Familie werden kommen, um uns zuzuschauen“, freut sich der 22-jährige Emir Sejdovic auf das mit Spannung erwartete Duell der Frankfurter U21 gegen den Hanauer Traditionsverein.

Der zentrale Mittelfeldspieler trifft dabei auf den vier Jahre älteren 93er-Innenverteidiger Tarik. Streng genommen sind die beiden Großcousins, da ihre Großväter Brüder sind, aber der 26-Jährige hält nichts von solchen Details: „Bei uns ist Cousin Cousin, die Bindung in unserer Familie ist sehr eng.“

Auch der Ausgang der Partie an der Kastanienallee wird keinen Familienzwist hervorbringen, ist sich der 2020 von Bayern Alzenau nach Hanau gewechselte Tarik Sejdovic sicher: „Mein Vater wird froh sein, wenn ich gewinne und genauso wird Emirs Vater froh sein, wenn er gewinnt. Aber: Im Großen und Ganzen freuen sich alle, wenn wir zwei Cousins auf dem Platz stehen.“

Das ist beim gesetzten Verteidigungsspezialisten Tarik besser vorhersehbar als bei Frankfurts Emir, der in der bisherigen Saison aber immer das Vertrauen von Eintracht-U21-Coach Kristjan Glibo erhielt. Noch in der vergangenen Runde sammelte der 22-Jährige Erfahrungen bei Optik Rathenow in der Regionalliga Nordost, nun ist er gespannt auf die Saison mit dem neu formierten und namhaften Hessenligisten.

„Die SGE ist eine besondere Mannschaft, gerade jetzt nach dem Europa-League-Sieg. Ich denke, dass viele Zuschauer uns sehen wollen, wir sind ein Aushängeschild der Liga. Dadurch haben wir auch einen gewissen Druck, abzuliefern“, beschreibt er die Lage bei der mit einem Sieg und einer Niederlage gestarteten U21.

Mit Blick auf den vergangenen 5:0-Sieg gegen Viktoria Grießheim ist der zweikampfstarke Rechtsfuß zuversichtlich: „Im letzten Spiel haben wir gezeigt, was wir draufhaben. Das gilt es am Samstag zu bestätigen“, fordert Emir, der betont, dass es gegen die 93er nicht einfach wird.

Dafür Sorge trägt auch sein Cousin Tarik, der gemeinsam mit Semih Sentürk von großer Bedeutung für die defensive Stabilität der Elf von und mit Spielertrainer Kreso Ljubicic ist. „An allererster Stelle steht, die Null zu halten“, so Tarik. Nichtsdestotrotz: „Jeder, der Hanau 93 und unseren Trainer kennt, weiß, dass wir Fußball spielen wollen.“ Wie sehr das umgesetzt werden kann, hängt maßgeblich von der Eintracht ab, die der 26-Jährige als Favoriten bei dem „Riesen-Spiel“ ansieht.

Beide Cousins vereint, dass sie schon mit Anfang - beziehungsweise Mitte 20 - Führungsverantwortung übernehmen. Tarik ist gerade für die vielen jungen Spieler bei den Hanauern ein oft konsultierter Ansprechpartner und auch Emir kann seinen meist 18 oder 19 Jahre alten Teamkollegen wertvolle Tipps geben.

Mehr noch als seinen Mitspielern ist er für Jugendliche aus der Region ein Mentor, schließlich führt er seit diesem Jahr mit Freund und Geschäftspartner Tarik-Can Osmanoglu eine eigene Fußballschule in Maintal. Bei der „Train with Emir Academy“ profitieren Nachwuchskicker von seiner Expertise: „Ich habe angefangen, die Kids zu trainieren, um ihnen weiterzugeben, was ich bisher gelernt habe“, so der 22-Jährige.

Eine Lektion gilt es nun im Duell der beiden Cousins selbst zu beherzigen: „Auf dem Platz gibt es meiner Meinung nach keine Freunde“, wie Tarik mit Blick auf die Hessenliga-Begegnung mit seinem Cousin feststellt. Natürlich gilt das auch andersherum: „Es gibt keinen Bonus“, versichert Emir auch den vielen erwarteten Zuschauern an der Kastanienallee.

Ein beträchtlicher Teil wird dabei aus der Familie Sejdovic und Freunden der beiden bestehen. Auf die Frage, wer denn alles zusehen werde, antwortet Emir jedenfalls: „Die Frage ist, wer nicht?!“

Im Mittelfeld der Eintracht-U21: Emir Sejdovic kam von Optik Rathenow zu den Frankfurtern.
Im Mittelfeld der Eintracht-U21: Emir Sejdovic kam von Optik Rathenow zu den Frankfurtern. © Imago/Scheiber

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