Kommt es noch zum Hessenliga-Derby? Erlensee und Hanau 93 trafen bisher nicht aufeinander. Hinter der Fortsetzung der Saison steht ein Fragezeichen. Das
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Kommt es noch zum Hessenliga-Derby? Erlensee und Hanau 93 trafen bisher nicht aufeinander. Hinter der Fortsetzung der Saison steht ein Fragezeichen. Das

HFV will mit Vereinen Szenarien diskutieren

Amateurfußball: Komplette Saison nicht mehr realistisch

Die Corona-Pandemie hat den Amateursport fest im Griff. Während andere Sportverbände eine Fortsetzung des Spielbetriebs für die kommenden Monate bereits ausgeschlossen haben, ist für den Hessischen Fußball-Verband ein vorzeitiges Beenden der laufenden Saison (noch) kein Thema. Zumindest die Vorrunden sollten – sofern die politische Verfügungslage dies zulässt – in den einzelnen Ligen bis Ende Juni noch absolviert werden, damit Wertungen erfolgen können.

Hanau – Dies war der Konsens der virtuellen Vorstandssitzung des HFV am Samstag. „Wir schulden unseren Vereinen grundsätzlich die Durchführung einer Meisterschaftsrunde“, sagt HFV-Vizepräsident Torsten Becker.

„Eine Annullierung wäre beispielsweise eine Maßnahme, über die erst als letztes Mittel nachgedacht werden sollte. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Entscheidung über eine Annullierung völlig übereilt“, findet der Hanauer, der von einer harmonischen und konstruktiven Sitzung der Verbandsoberen sprach.

Drei oder vier Wochen Training vor Re-Start

Die schwierige Lage, in der sich die Vereine befinden, sei den Funktionären bewusst. „Wir sind abhängig von der Politik und wissen nicht, wann Tag X ist. Klar ist, dass wir den Vereinen ausreichend Zeit geben müssen, damit das Vereinsleben nach einer monatelangen Pause wieder anlaufen kann“, so Becker. Diskutiert werden mindestens drei oder vier Wochen Mannschaftstraining als Vorlauf. „Wir werden natürlich einen mehrwöchigen Trainingsvorlauf einräumen, um die Verletzungsgefahr der Beteiligten nicht zu erhöhen“, erklärt Verbandspräsident Stefan Reuß.

Das Absolvieren von kompletten Runden scheint ebenso unrealistisch wie ein Restrundenstart bereits Anfang März. „Eine ordnungsgemäße Saisonbeendigung in der ursprünglich vorgesehenen Form ist daher in dem überwiegenden Teil der Spielklassen höchst unwahrscheinlich. Auch ein Systemwechsel wie beispielsweise Play-off-Modelle wird nicht umsetzbar sein, daher müssen wir mögliche Alternativen diskutieren“, so Reuß. Dabei sollen die Vereine eingebunden werden. Kreiskonferenzen sowie Diskussionsrunden sind geplant.

Abstiegsfrage ein großes Thema

Die diffizile Pandemielage und die daraus resultierende Unklarheit bezüglich eines möglichen Startzeitpunktes sowie die Heterogenität der absolvierten Spiele in den einzelnen Ligen und Kreisen machen die Planungen nicht leichter. Gewisse Überlegungen werden im Falle einer möglichen Fortsetzung auf den juristischen Prüfstand kommen, etwa die Frage, ob es verhältnismäßig ist, beim Kappen einer halben Spielzeit bis zu sechs Vereine aus einzelnen Ligen absteigen zu lassen, oder ob etwa sportlich mildere Abstiegslösungen infrage kommen.

HFV-Präsident Reuß beabsichtigt, eine Einheitlichkeit zumindest innerhalb des Süddeutschen Fußball-Verbandes zu erreichen, um die Schnittstelle von der Hessenliga zur Regionalliga Südwest reibungsfrei abzubilden. Die Teilnehmer der Verbandsvorstandssitzung waren sich einig, dass es erklärtes Ziel sein soll, die Vorrunde unter Maßgabe der behördlichen Genehmigungen zu Ende zu bringen.

Das sagt Erlensees Trainer Heilmann

Wie wird die Lage in den Vereinen gesehen? In der Hessenliga befinden sich der 1. FC Erlensee und der FC Hanau 93 inmitten einer langen Warteschleife. Ambitionierte Fußballer sind zum Zuschauen verurteilt, während eine Liga höher in der Regionalliga Südwest der Spielbetrieb weiter läuft, da diese Liga per Gerichtsurteil als Profiliga eingestuft worden ist. „Auch wenn wir in der höchsten Liga Hessens spielen, ist der Fußball für uns immer noch Hobby“, sagt Erlensees Trainer Tobias Heilmann.

Untätig sind die Übungsleiter und Verantwortlichen des Hessenligisten in der Spielpause aber keinesfalls. „Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein, wenn wir wieder auf den Platz können“, berichtet Heilmann. Auch die Spieler sind mit im Boot. Mehrmals die Woche werden per Zoom-Konferenz Kräftigungsübungen angeboten.

Die Herangehensweise des Verbandes findet Heilmann in Ordnung. „Es ist vernünftig, dass keine komplette Saison mehr absolviert werden soll. Wir müssten noch 28 Spiele absolvieren. Selbst bei einem pünktlichen Start hätten wir nur noch englische Wochen gehabt“, so Heilmann.

Die Position von Hanau 93 zum Thema Saisonfortsetzung ist, sofern es denn eine gibt, nicht überliefert. „Dazu werde ich mich nicht äußern“, antwortete der Sportliche Leiter Alexander Hagikian auf eine entsprechende HA-Anfrage.

Von Frank Schneider

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