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Alt-Herren-Fußballer rocken zum 100. Geburtstag der Sportvereinigung Roßdorf

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„The Compahneros“, die AH-Band der Sportvereinigung Roßdorf (von links): Thomas Würz, Georgios Ichtiaris, Dirk Frenger, Manuel Großkopf, Jochen Lassmann und Winfried „Winnie“ Steinberg.
„The Compahneros“, die AH-Band der Sportvereinigung Roßdorf (von links): Thomas Würz, Georgios Ichtiaris, Dirk Frenger, Manuel Großkopf, Jochen Lassmann und Winfried „Winnie“ Steinberg. © Thomas Seifert

Ein ehemaliger Sportkegel-Vizeweltmeister an der Rhythmusgitarre, eine ehemalige Handball-Nachwuchshoffnung an den Keyboards und ein U50-Hessenmeister im Fußball am Bass und der Leadgitarre sowie drei weitere ältere Herren, die auf viele sportlich erfolgreiche Jahre zurückblicken können. Diese sechs Männer eint die Zugehörigkeit zur AH-Mannschaft der Sportvereinigung Roßdorf 1922 und zur Vereinsband „The Compahneros“.

Bruchköbel – Am 2. Juli tritt die Band im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Clubs im Festzelt auf dem Vereinsgelände auf.

Senior ist Vereinsvorsitzender Jochen Lassmann, der in Dortmund-Menge in seiner Jugend gekickt hatte. Nach dem Umzug seiner Eltern nach Erlensee kam der inzwischen 71-Jährige zum Sportkegeln und holte sich mit der deutschen Nationalmannschaft die Europameisterschaft und die Vize-Weltmeisterschaft. Später kam er wieder zum Fußball zurück und leitet seit einigen Jahren die Geschicke des Roßdorfer Vereins. „In der AH-Mannschaft spiele ich den Allrounder“, beschreibt Lassmann seine Rolle. Während der Schulzeit war der 71-Jährige an der Hohen Landesschule in Hanau in verschiedenen Bands aktiv, hatte ganz klassisch Gitarre gelernt.

Dirk Frenger, Sänger der Band und Abteilungsleiter AH, hatte seine Kickerkarriere bei der SG Riederwald begonnen, war lange Jahre Trainer in Seckbach, spielt seit 15 Jahren in der AH-Mannschaft in Roßdorf und war dort inzwischen „auf fast allen Positionen“ im Einsatz. Der 55-Jährige „kann zwar auch Gitarre spielen, aber da haben wir bessere Musiker in der Band“, stellt er selbstkritisch fest. Zudem gehört er zu den drei Gründungsmitglieder der AH-Band.

Für den 1. FC Hanau 1893 und den SV Oberdorfelden hat Manuel Großkopf seine Fußballschuhe geschnürt, ehe er in Roßdorf landete und dort auch als stellvertretender Jugendleiter im Vorstand tätig war. Gitarre spielt der 55-Jährige seit seinem zwölftem Lebensjahr und hat vor allem auf Familienfeiern seine Fertigkeiten auf den sechs Saiten unter Beweis gestellt. Bei den Alten Herren ist der ehemalige linke Mittelfeldspieler inzwischen in die Abwehr gerutscht.

Winfried „Winnie“ Steinberg begann seine Fußballkarriere bei der SG Bruchköbel und kann auf ein Probetraining beim FSV Frankfurt zurückblicken, ehe er in Roßdorf Fuß fasste und dort dreimal als Spieler und einmal als Trainer Kreismeister wurde. Hinzu kam ein Hessentitel U50. Der 57-Jährige kickt im Mittelfeld und inzwischen vermehrt auf der Liberoposition. Erste Meriten verdiente sich Steinberg in der Heinrich-Böll-Schulband und einer Jugendcombo, legte dann das Saiteninstrument für lange Zeit zur Seite und griff vor zwei Jahren erstmals wieder zu Bass und Gitarre.

Thomas Würz begann in der Jugend in Roßdorf, kickte später an seinem Arbeitsplatz in Staden bei der dortigen Teutonia und wurde nach seiner Rückkehr zum Heimatverein für zehn Jahre dessen Vorsitzender, wobei ihm und Mitstreitern die erfolgreiche Reaktivierung der Jugendarbeit gelang. In diesem Bereich arbeitete er auch lange als Trainer. Der 61-Jährige begann im Posaunenchor in Roßdorf als Trompeter, machte auf dem Schlagzeug Hausmusik und tingelte mit den „Blues Stars“ durch die nähere Umgebung. Dem Schlagzeug ist Würz auch in der AH-Band treu geblieben.

Nesthäkchen und Neu-Roßdorfer ist der gebürtige Frankfurter Georgios Ichtiaris, der zunächst als Handballspieler Karriere machte, die ihn bis nach Wallau/Massenheim führte. Erst später wechselte er zum Fußball zur TSG 51 Frankfurt und kickt seit zwei Jahren in der AH-Mannschaft. Der 38-Jährige Keyboarder hat als ein einziger Bühnenerfahrung mit einer internationalen Coverband in Frankfurt gemacht und kennt sich auch mit der Organisation von Konzerten aus, weil er im Eventmanagement gearbeitet hat.

Frenger, Lassmann und Großkopf hatten schon vor Jahren Weihnachtsfeiern der AH musikalisch begleitet und weil das so gut ankam, beschloss man beim Bier nach dem Training, das Trio um weitere Hobbymusiker zu erweitern, um den Abend nach dem AH-Geburtstagsturnier mit zehn Teams am 2. Juli musikalisch zu gestalten. Mit von der Partie wird neben einem Discjockey auch der Deutschrocker Andreas Kossack sein, mit dem „The Compahneros“ einen Titel gemeinsam spielen. Uraufführung wird auch die von Dirk Frenger neu geschaffene Vereinshymne haben, „an der ich aber noch etwas feilen muss“, gibt der Komponist zu. Das musikalische Spektrum der Band reicht von alten Rockklassikern von den Beatles, Creedence Clearwater Revival und Deep Purple bis zu Deutschrock der Toten Hosen, wobei auch softere Songs etwa von den Eagles nicht fehlen. Bei der Probe, die der HA besuchen durfte, hörte sich das schon sehr gut an, „aber wird haben ja noch einige Abende, an denen wir an den Feinheiten arbeiten können“, meinten die Bandmitglieder unisono.

Sie freuen sich auf den Auftritt, haben aber auch gehörigen Respekt, „denn vor so vielen Leuten haben wir noch nie gespielt“, blickte Dirk Frenger schon auf den 2. Juli voraus.

Beherrschen das Spiel mit dem Fußball und reüssieren auf ihren Instrumenten: die Mitglieder der AH-Band der Sportvereinigung Roßdorf.
Beherrschen das Spiel mit dem Fußball und reüssieren auf ihren Instrumenten: die Mitglieder der AH-Band der Sportvereinigung Roßdorf. © -

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