Ein hartes Stück Arbeit war der Sieg im Hinspiel gegen den TV Kirchzell für Jonas Ahrensmeier (am Ball) und die HSG Hanau. Das Rückspiel am Samstag dürfte ebenfalls eine knifflige Aufgabe werden.
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Ein hartes Stück Arbeit war der Sieg im Hinspiel gegen den TV Kirchzell für Jonas Ahrensmeier (am Ball) und die HSG Hanau. Das Rückspiel am Samstag dürfte ebenfalls eine knifflige Aufgabe werden.

HSG Hanau

Alles eine Frage der Absprachen: HSG Hanau reist zum heimstarken TV Kirchzell

  • VonRobert Giese
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Vor einer alles andere als einfachen Aufgabe steht Handball-Drittligist HSG Hanau an diesem Wochenende: Am Samstag gastiert das Team von Hannes Geist ab 19.30 Uhr beim TV Kirchzell - und damit bei einer Mannschaft, die in eigener Halle noch kein einziges Spiel verloren hat. Dass der Tabellenachte der Staffel E durchaus in der Lage ist, den Spitzenreiter aus Hanau nachhaltig zu ärgern, hat Kirchzell bereits im Hinspiel bewiesen.

Hanau – Das fand, da es vom Saisonanfang auf Anfang November verlegt worden war, erst vor einigen Wochen statt, der Gegner ist dem HSG-Coach also noch in guter Erinnerung - oder vielmehr in schlechter: Damals bot Kirchzell den Hanauern nämlich nicht nur Paroli, sondern dominierte die Partie im ersten Durchgang und führte mit bis zu fünf Toren. Erst in der Schlussviertelstunde gelang es Geists Team im Hinspiel, die Kontrolle zu übernehmen, um am Ende einen deutlichen Sieg einzufahren, der den Spielverlauf nur unzureichend widerspiegelte.

„Dass Kirchzell uns vor schwierige Aufgaben stellen kann, wenn wir nicht unsere bestmögliche Leistung bringen“, erinnert Geist an das lange Zeit völlig offene erste Aufeinandertreffen mit dem Tabellenachten, „haben wir bereits gesehen.“ Nun werde es noch einmal schwieriger für die Grimmstädter, denn in eigener Halle seien die Unterfranken noch stärker einzuschätzen, schließlich ist der TVK dort noch ungeschlagen - und somit hinter Hanau die zweitbeste Heimmannschaft der Staffel. Die HSG würde das selbstverständlich gerne ändern, doch der Weg dorthin dürfte nach Einschätzung von Geist kein Spaziergang im Park werden: „Kirchzell wird vor eigenem Publikum um jeden Millimeter kämpfen und alles daran setzen, das Heimspiel zu gewinnen. Darauf“, forderte der Trainer der Hanauer von seiner Mannschaft eine ebenso hohe Kampfbereitschaft, „müssen wir uns einstellen.“

Spielerisch einstellen kann sich Hanau schon einmal auf einen Gegner, der über eine sehr bewegliche und aggressive 6:0-Abwehr verfüge - auch wenn die TVK-Defensive auf dem Papier nicht unbedingt für Stabilität steht: Fast 30 Gegentore gibt es für den Tabellenachten im Schnitt pro Partie, keine andere Mannschaft der Staffel kommt auf einen solch hohen Wert. Das Team von Heiko Karrer lässt in der Deckung zwar fraglos viel zu, brennt dafür in der Offensive aber auch regelmäßig ein Feuerwerk ab und stellt die drittbeste Offensive der Staffel. Dafür sorgt bei Kirchzell neben den beiden Top-Torschützen Tim Häufglöckner und Tom Spieß - gegen dessen Zwillingsbruder Lars spielte Hanau erst in der Vorwoche, als die HSG bei Bieberau-Modau gastierte - vor allem die gute Kooperation zwischen Rückraum und Kreis. „Wir müssen uns in der Abwehr viel bewegen, fleißig sein und gute Absprachen treffen“, so Geist zu den taktischen Vorgaben.

Geist: Nach Ballgewinnen „mit Vollgas nach vorne gehen“

Ziel bei alledem sei es, in der Defensive Ballgewinne zu erzielen „und dann mit Vollgas nach vorne zu gehen, denn das“, so Geist im Rückblick, „hat im Hinspiel am Ende den Unterschied ausgemacht.“ Wichtig sei es dabei, den Druck bis in die Schlussphase hinein aufrechtzuerhalten, denn beim ersten Kräftemessen hat Kirchzell sich lange erfolgreich gegen die Angriffe der HSG gewehrt: Erst in der Schlussviertelstunde bekam Hanau damals Oberwasser, rannte den entkräfteten Gegner nieder und feierte am Ende doch noch einen klaren Sieg.

Die Devise „Vollgas geben bis zum Schluss“, haben die Hanauer erst in der Vorwoche mit durchschlagendem Erfolg umgesetzt, als sie bei der HSG Bieberau-Modau noch bis in die zweite Halbzeit hinein klar zurücklagen, um in den letzten 20 Spielminuten Tor um Tor aufzuholen und in der Schlusssekunde tatsächlich noch den Siegtreffer zu erzielen. „Das war ein packendes Spiel, zum Glück mit einem positiven Ausgang für uns“, freute sich der Hanauer Trainer, den diese nervenaufreibende Partie aber ein paar graue Haare gekostet haben dürfte.

Nichtsdestoweniger wollen die Hanauer die positive Energie durch den Last-Minute-Sieg bei einem direkten Konkurrenten auch in ihr Samstagabendspiel beim TV Kirchzell mitnehmen, um dem TVK nach Möglichkeit die erste Heimniederlage der Saison zuzufügen. Ihre Tabellenführung könnte Geists Mannschaft damit festigen: Da der HC Erlangen II in der Vorwoche überraschend eine Niederlage hinnehmen musste, beträgt der Vorsprung der HSG auf den Rest der Staffel aktuell zwei Punkte. (Von Robert Giese)

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