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Adanir hält, verzögert und fliegt vom Platz

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Von: Robert Giese

Maximilian Bergold war bester HSG-Schütze
Maximilian Bergold war bester HSG-Schütze © Patrick Scheiber

HANDBALL Drittligist HSG Hanau erkämpft sich dramatisch Punkt bei HG Saarlouis

Von Robert Giese

Hanau – Die HSG Hanau ist auch nach dem Spitzenspiel in der Süd-West-Staffel der 3. Handball-Liga ungeschlagen: Bei der HG Saarlouis lieferte sich die Mannschaft von Hannes Geist beim 24:24 (11:10) eine intensive Abwehrschlacht mit den Gastgebern, die in einer dramatischen Schlussphase gipfelte. Nach einer Roten Karte gegen Hanaus Torwart Can Adanir Sekunden vor Schluss reichte es für Hanau aber nicht mehr zum Sieg.

Gestützt auf starke Abwehrreihen lieferten sich beide Teams einen Kampf um jeden Ball, in dem sich keines absetzen konnte: Als HGS-Spielertrainer Branimir Koloper nach einer Viertelstunde die erste Auszeit nahm, stand es 5:5.

An der Abwehrleistung hatte der Coach der Gastgeber im weiteren Spielverlauf wenig auszusetzen, im Angriff konnte er nur teilweise zufrieden sein: „Unsere Deckung war gut, und auch im Angriff haben wir zum Teil das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Leider hatten wir auch viele technische Fehler“, monierte der HGS-Spielertrainer: „Hanau hat das mit seiner super Zweiten Welle und auch der Schnellen Mitte immer wieder bestraft.“ Und allmählich begann dadurch das Pendel auf dem Spielfeld in Richtung der Gäste auszuschlagen. Als Maximilian Bergold, der mit sieben Treffern erneut bester Torschütze seines Teams werden sollte, in der 23. Minute zum 9:7 für die HSG traf, hatte sich erstmals eine Mannschaft einen Zwei-Tore-Vorsprung herausgespielt.

Bis zum Seitenwechsel kamen die Saarländer allerdings auf 10:11 heran und nach Wiederanpfiff waren die Hausherren wieder am Drücker und zogen auf 14:12 davon. Die Grimmstädter ließen sich jedoch weder von der kurzen Durststrecke noch von der Kulisse - 750 Zuschauer in der Stadtgartenhalle sorgten für mächtig Stimmung - beeindrucken: Mit vier Treffern in Folge schlug die HSG umgehend zurück.

Dieses Kopf-an-Kopf-Rennen setzte sich bis in die Schlussphase fort, wobei Saarlouis leichte Vorteile hatte - knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff lagen die Gastgeber mit 22:20 vorn, in einem derart umkämpften Spiel ein möglicherweise vorentscheidender Vorsprung. So sah es auch Hanaus Trainer Hannes Geist: „Bei diesem Spielstand schien die Partie schon entschieden, aber mein Team hat eine unglaubliche Mentalität gezeigt und ist über die Abwehr noch mal zurückgekommen.“

Die Gäste erzielten in der Folge drei Treffer in Serie und hatten auch in der Schlussminute noch einen hauchdünnen Vorsprung, ehe das ohnehin schon dramatische Spiel noch einmal Fahrt aufnahm. Wenige Sekunden vor Schluss parierte HSG-Schlussmann Can Adanir einen Wurf, da ein Hanauer Spieler den Werfer allerdings gefoult hatte, gab es Freiwurf für Saarlouis. Adanir, erneut ein sicherer Rückhalt, rückte den Ball nicht schnell genug wieder heraus, weshalb ihm die Unparteiischen wegen Spielverzögerung die Rote Karte zeigten, zudem gab es einen Strafwurf für die HGS.

Diesen verwandelte Tom Paetow gegen Hanaus Zweitmannschaftstorwart Max Gronostay, in der verbleibenden Spielzeit gelang es der HSG nicht mehr, den Siegtreffer zu erzielen. „Gerade die letzten Sekunden sind etwas ärgerlich für uns“, räumte Geist ein, insgesamt müsse er dem Team aber ein Kompliment aussprechen, „dass es in dem Hexenkessel hier so gut bestanden hat. Und den Punkt nehmen wir mit“.

HSG Hanau: Adanir, Gronostay; Ahrensmeier (2), Bergold (7/5), Braun (2), Busse, Csaba, Gerst (1), Jusys (1), Marquardt, Ritter, Rivic (2), Ruppert (5), Schiefer (2), Scholl, Strohl (2).

Schiedsrichter: Bona / Frank - Zuschauer: 750 - Siebenmeter: HGS 1/1, HSG 6/5 - Zeitstrafen: HGS 3, HSG 2 - Rot: - / Adanir (60./Spielverzögerung)

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