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Die Tore sind weggeräumt: Nun ist die Saison auch offiziell wieder beendet. Wann die Handballer der HSG Hanau wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können, ist unklar.

Ungewissheit in der Corona-Pandemie

Handballsaison abgebrochen: Viele offene Fragen bei der HSG Hanau - Hauptsponsor VW springt ab

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Die Würfel sind gefallen: Auch in den drei obersten deutschen Handball-Ligen wird die Saison 2019/20 nicht weitergeführt. Meister und Aufsteiger werden nach einer Quotientenregelung bestimmt, sportliche Absteiger gibt es in dieser Spielzeit nicht.

Während einige offene Fragen geklärt sind, bleibt für die Zukunft des Handballs in Zeiten der Corona-Pandemie vieles ungewiss, auch für den Drittligisten HSG Hanau. Wenig überraschend kam für Oliver Lücke die Entscheidung, die Drittliga-Saison nach mehrwöchiger Pause nicht fortzusetzen.

„Wir hatten damit gerechnet und uns darauf eingestellt“, so der Trainer der Hanauer, der den Saisonabbruch für die richtige Entscheidung hält – allein schon um der Gesundheit der Spieler willen. „Die haben sich zwar zu Hause alle fit gehalten, aber ein Handballspiel ist da noch einmal eine andere Belastung, daher wäre es auch aus dieser Sicht unverantwortlich gewesen, die Saison vielleicht in ein paar Wochen einfach weiterzuführen.“

Hanau beendet Saison auf Platz acht

Durch den Saisonabbruch beenden die Hanauer die für sie ohnehin sehr durchwachsene Spielzeit nun wohl auf dem achten Rang, was für Lücke angesichts der Pandemie völlig unerheblich ist. Die Meisterschaft in der 3. Liga Mitte sichert sich vorzeitig der TV Großwallstadt, welcher die Tabelle souverän angeführt hatte und sich nun über den Aufstieg in die 2. Bundesliga freuen kann.

Die eigentlich geplante Aufstiegsrelegation findet nicht statt, stattdessen steigen alle vier Staffelsieger aus der 3. Liga direkt in die 2. Bundesliga auf, die deshalb in der künftigen Saison auf 19 Teams anwachsen wird. „Für Großwallstadt freut es mich, sie sind der verdiente Meister“, gratuliert Lücke dem Lokalrivalen, „auch wenn es andererseits schade ist, dass sie aufsteigen, denn das waren immer tolle Spiele gegen sie.“

HSG stellt sich auf mehr Spiele in der kommenden Saison ein

Hanau wird in der kommenden Saison also definitiv auf die Derbys gegen die Unterfranken verzichten müssen, könnte aber mehr Spiele haben als in einer normalen Spielzeit: Da es keine sportlichen Absteiger gibt, aus den Oberligen aber etliche Aufsteiger, könnten die Staffeln in der 3. Liga in der kommenden Saison 17 oder 18 Mannschaften umfassen. 

„Das wäre eine Mehrbelastung, wäre aber zu stemmen“, wirft Lücke einen Blick voraus. Allerdings könne es auch sein, dass einige Vereine in wirtschaftliche Schieflage gerieten und sich zurückzögen, gibt der HSG-Coach zu bedenken und verweist auf die Volleyball-Bundesliga, aus der sich bereits drei Mannschaften deshalb verabschiedet haben. Hanau drohe diese Gefahr jedoch nicht, da der Verein solide aufgestellt sei.

Corona-Pandemie sorgt für viele Unklarheiten

Sorgen bereiten Lücke und Co. die vielen Unwägbarkeiten während der aktuellen Situation, denn die Corona-Pandemie werfe zahlreiche Fragen auf. „Wir wissen nicht, wann wir wieder trainieren dürfen, ob wir in die Halle können, ob Training nur in Kleingruppen möglich ist“, zählt der HSG-Coach auf.

In den kommenden Wochen hätte die Mannschaft zwar ohnehin die wohlverdiente Sommerpause, doch ab Anfang Juni startet der Drittligist eigentlich in die Vorbereitung auf die kommende Saison. „Wir nutzen die Zeit jetzt, um viel zu planen und zu organisieren“, so Lücke, „damit wir bei Änderungen möglichst kurzfristig reagieren können.“

Saisonstart im August steht in den Sternen

Ob die kommende Saison wie geplant Ende August starten kann, steht auch noch in den Sternen, schließlich sind Großveranstaltungen bis Ende August verboten. „Ich kann mir auch danach nicht vorstellen, dass sich tausend Menschen mit Mundschutz in eine Halle setzen“, gibt der HSG-Coach ein Beispiel für die vielen Unwägbarkeiten, die vor den Handballvereinen liegen; vom Alltag dürften auch die Sportler noch in Monaten weit entfernt sein.

Unklar ist die Situation auch im Nachwuchsbereich, denn auch wenn dort ebenfalls die Saison beendet ist, so gibt es noch keine Regelung für die kommende Spielzeit – hier stehen eigentlich in etlichen Altersklassen Qualifikationsspiele an, in denen ermittelt wird, welche Vereine in der kommenden Saison in welcher Liga antreten werden. Die HSG mit ihrer traditionell starken Jugendarbeit tappt hier noch ebenso im Dunkeln wie die anderen Vereine.

Hauptsponsor VW springt ab

Schlechte Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie für die HSG Hanau. Volkswagen Automobile Hanau zieht sich nach zwei Spielzeiten als Hauptsponsor zurück. „Natürlich ist das ein schwerer Schlag für uns“, sagte Uwe Just, Vorsitzender der HSG, die sich nun auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor befindet, auf Nachfrage unserer Zeitung.

„Das wird in diesen Zeiten nicht einfach, aber auch das werden wir meistern. Ich denke, es hat sich längst herumgesprochen, dass die große HSG-Familie ihre Partner sehr wertschätzt und sich ein Engagement bei der HSG Hanau daher immer lohnt.“

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