In Torlaune: Jessica Specht (lila Trikot) schnürte gegen Eschersheim einen Fünferpack. Foto: Roland Adrian

Fußball

A-Liga Frauen: Es läuft beim FC Hochstadt trotz dreier Probleme

Fußball. Die Frauen des 1. FC Hochstadt sind auf dem Großfeld angekommen. Nach der vergangenen Saison, in der die Lila-Weißen noch auf dem Kleinfeld kickten, entschied sich der Verein für den Wechsel auf das komplette Spielfeld. In der A-Liga Frankfurt haben sie am vergangenen Wochenende ihren fünften Saisonsieg geschafft.

Von Thorsten Jung

Beim 6:1 gegen den FV Eschersheim schoss Jessica Specht fünf Tore. Trainer Christian Russo hat trotz des zufriedenstellenden Saisonverlaufs drei Probleme. Der 40-Jährige hat einen großen Kader zur Verfügung. Im Januar werden zwei weitere junge Spielerinnen einsatzberechtigt, dann stehen ihm 24 Fußballerinnen zur Verfügung. 16 bis 18 würden pro Training da sein, was Russo „sehr untypisch für den Frauenbereich sowie die unterklassigen Männermannschaften“ findet.

Große Beteiligung, doch nur ein Trainer

Problem eins: die große Trainingsbeteiligung: Russo ist alleine. „Es wäre schön, wenn ich jemanden hätte, der mich unterstützt“, so Russo, der gerne auch mal in zwei Gruppen trainieren würde, da der Leistungsunterschied teilweise doch groß sei.

Problem zwei:Russo muss harte Entscheidungen treffen. „Es fällt mir jede Woche sehr schwer, dass ich fünf, sechs oder sieben Spielerinnen nicht in den Kader berufen kann.“ Russo hat eine Stammelf, dahinter rotiert er stets etwas. Nicht aus der Stammelf wegzudenken sind seine beiden Torjägerinnen. Astrid Beckemeier hat in den bisherigen neun Saisonspielen bereits 13 Treffer erzielt. Jessica Specht spielte einmal weniger und hat zwölf Tore auf ihrem Konto, fünf davon schoss sie am vergangenen Wochenende beim Heimsieg über Eschersheim. Den sechsten und letzten Treffer zum Endstand erzielte zwei Minuten vor dem Abpfiff Beckemeier, die mit elf weiteren Spielerinnen aus der Jugend aufrückte.

Problem drei: zwei Torjägerinnen. Specht war beste Schützin der abgelaufenen Kleinfeld-Saison der Damen, Beckemeier in der Jugend. „Für beide war es am Anfang nicht einfach“, meint Russo, dass die enormen Torjägerqualitäten beider Stürmerinnen auch Probleme mit sich bringen. „Auf einmal waren sie zu zweit. Aber sie lernen immer mehr, sich zu suchen und gegenseitig in Szene zu setzen. Jetzt ist es ein Duo.“ Die Torriecher von Beckemeier und Specht sorgen für einen weiteren Härtefall: Louise Schneider traf in der Jugend ebenfalls nach Belieben. Doch Russo will keine drei Stürmerinnen aufbieten und schult Schneider daher zur Mittelfeldspielerin um. „Für sie ist es am schwersten, weil sie in den vergangenen Jahren immer mehr Tore geschossen hat als dieses“, so der Coach.

Erfolg zeigt die Entwicklung

Der Erfolg am Wochenende zeige deutlich, wie sich die Mannschaft im Verlauf der jungen Saison entwickelt habe, findet Russo. „Eschersheim hat vergangene Woche seine zweite Mannschaft abgemeldet. Eigentlich ist die erste auseinandergebrochen und die Spielerinnen aus der zweiten sind aufgerückt. Am ersten Spieltag haben wir gegen die zweite Mannschaft von Eschersheim 3:4 verloren.“ Jetzt wurde also die gleiche Mannschaft klar geschlagen, was auch an einer taktischen Umstellung liege. Aus einer Dreierabwehrkette ist inzwischen eine Viererkette geworden.

Davor dirigiert Anna Walper auf der Secherposition. „Sie ist die einzige, die im Spiel den Mund aufmacht, die Jungen sind noch zu schüchtern“, lobt Russo ihre Vorzüge, zu der auch ihre kämpferische Einstellung gehöre.Russo, der die Hochstädter Damen schon von 2014 bis 2016 trainiert hatte und seine Karriere als Spieler wegen eines Totalschadens im Knie schon mit 27 Jahren beenden musste, ist gespannt, wie sich sein Team in den kommenden acht Spielen bis zur Winterpause noch entwickeln wird. Ein Platz unter den ersten Sechs soll es nach seinen Wünschen am Saisonende sein. Derzeit ist der FCH Sechster. Morgen winkt sogar Platz drei. Mit einem Sieg im Nachholspiel beim Tabellenvierten FC Gudesding Frankfurt.

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