HSG-Motor stottert noch: Beim Vorbereitungsturnier der HSG Kahl/Kleinostheim zeigte Neuzugang Matthias Schwalbe (weißes Trikot) seine Vorzüge, allgemein muss die HSG Hanau aber noch am Feinschliff arbeiten. Foto: Bruno Neumann

Handball

94er-Cup: HSG Hanau mit guten Ansätzen in Abwehr

Handball. Licht und Schatten offenbarte die HSG Hanau beim 94er-Cup der HSG Kahl/Kleinostheim, denn mit zwei Niederlagen und einem Sieg gegen Ligakonkurrenten fiel die Bilanz für den neuen Hanauer Trainer Olli Schulz gemischt aus.

Von Robert Giese

Über den Turniersieg bei den Drittliga-Teams konnte sich die HSG Rodgau Nieder-Roden freuen, beim „großen Turnier“ setzte sich Zweitligist TuS Nettelstedt-Lübecke gegen den Bundesligisten aus Ludwigshafen durch. Die Hanauer waren am Freitagabend mit einer 27:30-Niederlage gegen den TV Gelnhausen ins Turnier gestartet.

Gegen die Gelnhäuser versuchte es die HSG mit einer 6:0-Deckung, „aber die hat nicht gut funktioniert“, wie Schulz einräumte. Gegen den TVG habe sein Team zudem „zu viele Fehler produziert“, was letztlich zur Niederlage geführt habe. Doppelt bitter an der Auftaktpleite gegen den Lokalrivalen war für Hanau, dass sich Jannik Ruppert am Knie verletzte. „Das MRT steht noch aus, aber es sieht nicht gut aus“, zeigte sich der Rückraumspieler niedergeschlagen.

Ruppert nur Zuschauer

Ruppert saß am Samstag folglich nur auf der Tribüne, als sein Team gegen die HSG Bieberau/Modau einen klaren 30:23-Sieg feierte, der allerdings erst am Ende deutlich wurde. Zuvor hatten sich die beiden Ligarivalen lange ein enges Duell geliefert, in dem Hanau zwar Vorteile hatte, sich aber zunächst nicht wirklich absetzen konnte. Schulz ließ seine Mannschaft im 3:2:1 verteidigen und auch die Außen spekulierten immer wieder auf Ballgewinne, die zunächst aber Mangelware blieben.

Kompromisslos waren die Hanauer zumindest in der ersten Hälfte beim Tempospiel, schalteten bei Ballgewinnen blitzschnell um und setzten die „Falken“ somit mächtig unter Druck. Bei Erster und Zweiter Welle lief jedoch noch nicht alles rund, weshalb sich Hanau den einen oder anderen leichtfertigen Ballverlust leistete. „In der Vorwärtsbewegung machen wir noch zu viele Fehler“, befand Schulz daher.

Gerade mit der Abwehrleistung war der HSG-Coach aber bereits zufrieden, Abstimmungsprobleme korrigierte sein Team rasch – wie zu Beginn der zweiten Hälfte, als Bieberau mehrmals über Einläufer zu Abschlüssen gekommen war, die Hanauer in der Folge aber genau dieses taktische Mittel viel aufmerksamer verteidigten. Viele Spielanteile erhielt mit Henrik Graichen der junge Kreisläufer der Hanauer, denn Yannik Woiwod hatte sich schon im ersten Durchgang am Ellbogen verletzt.

Überzeugend in der Abwehr

So überzeugend Hanau über weite Strecken in der Abwehr agierte, so schwer taten sich Jan-Eric Ritter und Co. in der Offensive: Immer wieder gab es Abstimmungsprobleme, stimmten Laufwege noch nicht und wurden gute Chancen fahrlässig vergeben. Insbesondere bei den Neuzugängen fehlte noch die richtige Bindung ans Spiel, auch wenn Matthias Schwalbe im rechten Rückraum andeutete, dass er mit seiner Dynamik das Angriffsspiel der HSG als Linkshänder deutlich beleben kann.

Symptomatisch für die zwiespältige Angriffsleistung der Hanauer war die zweite Hälfte, als sich die HSG zunächst sehr kaltschnäuzig zeigte und auf 20:16 absetzte, sich dann aber einige unglückliche Aktionen leistete, woraufhin die „Falken“ wieder aufschließen konnten. Nachdem der Ex-Hanauer Eric Schaeffter nach einem groben Foul an Schwalbe aber mit Rot vom Platz flog – eine harte Entscheidung – gewann Hanau mehr und mehr die Oberhand: In den letzten zehn Spielminuten hatte Bieberau nichts mehr zu bestellen und musste endgültig abreißen lassen. Schulz wollte den klaren Sieg nicht überbewerten, „schließlich haben bei Bieberau ein paar Spieler gefehlt.“

Am letzten Turniertag setzte es für die Hanauer schließlich eine 23:27-Niederlage gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden, wobei sich die Eindrücke aus dem Spielen zuvor bestätigten: Erneut stand die 3:2:1-Abwehr stabil, aber Hanau hatte in der Offensive wiederum Probleme und leistete sich einige technische Fehler. „Das ist ärgerlich, weil ich auch Testspiele gerne gewinne“, meinte Schulz, „aber mir war bewusst, dass wir uns im Angriff noch einspielen müssen. Jetzt haben wir noch drei Wochen Zeit, um an unserer Ball- und Passsicherheit zu arbeiten.“

Während Nieder-Roden damit alle drei Partien gewannen und sich den Turniersieg sicherten, beendeten die Hanauer den 94er-Cup hinter dem TV Gelnhausen auf dem dritten Rang, die „Falken“ aus Groß-Bieberau wurden nach drei Niederlagen Letzter.

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