In eigener Halle geschlagen: Die HSG Hanau (Yannik Woiwod, unten) hat gestern Abend vor über 500 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle kein gutes Bild abgegeben. Foto: Scheiber/Göbel

Handball

3.Liga: HSG bringt bei Heimniederlage nichts auf die Kette

Handball. Für die HSG Hanau lief gestern Abend nichts zusammen: Frühe Rote Karte, Ladehemmung in der Offensive, Hadern mit Schiedsrichterentscheidungen – die Hanauer erlebten einen Heimspieltag zum Vergessen.

Von Robert Giese

Gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen musste das Team von Oliver Lücke in eigener Halle erneut eine Pleite hinnehmen und unterlag mit 23:27 (9:11).

Schon früh kochten die Emotionen in der Main-Kinzig-Halle hoch, denn Yaron Pillmann foulte Tom Jansen, mit dem er bereits im Hinspiel aneinandergeraten war, bei einem erweiterten Tempogegenstoß und wurde von den Unparteiischen mit Rot vom Feld geschickt – eine harte Entscheidung.

Für die HSG war die frühe Disqualifikation bitter, schließlich blieben den Hausherren dadurch nur noch vier Rückraumspieler für den Rest der Partie übrig. Auch in der Abwehr mussten die Grimmstädter nun improvisieren.

Beides gelang zunächst überraschend gut: In der Abwehr sorgte Routinier Andreas Neumann für Entlastung, in der Offensive zeigte sich Hanau variabel und treffsicher, so dass Gästecoach Holger Löhr früh seine erste Auszeit nahm – zu diesem Zeitpunkt lag die HG mit 3:6 zurück.

Vor eine Aufgabe gestellt

Oftersheim agierte in der Folge mit einer 5:1-Deckung mit Jansen vorne, der geschickt die Passwege zustellte und die Hausherren damit vor eine Aufgabe stellte, die sie nur unzureichend lösen konnten. Im Angriff der Hanauer war nun reichlich Sand im Getriebe – kurz vor der Pause kippte die Partie.

Die Gäste profitierten auch davon, dass nahezu jede Torchance der Oftersheimer, die der Hanauer Schlussmann Sebastian Schermuly vereiteln konnte, zu einem Strafwurf für die HG führte – und zu wilden Protesten der über 500 Zuschauer, die sich von den Unparteiischen zunehmend verpfiffen fühlten. „Ihre Entscheidungen haben sogar mich aus dem Konzept gebracht“, merkte Lücke mit Blick auf die Schiedsrichter an, später im Spiel fing sich der eigentlich für seine Zurückhaltung bekannte Coach der Hanauer sogar eine Verwarnung ein.

Die erste Halbzeit beendete die HSG mit einem 9:11-Rückstand, an der noch das beste war, dass sich eine Verletzung von Lucas Lorenz als nicht allzu schwerwiegend erwies – der Kreisläufer war im ersten Durchgang umgeknickt, konnte nach langer Behandlung aber in der zweiten Hälfte wieder spielen. Auf dem Spielfeld allerdings lief es auch nach dem Seitenwechsel weiterhin durchwachsen für Hanau, denn Oftersheim setzte sich immer mal wieder ab, und die Hausherren waren zu inkonstant, um entscheidend zu verkürzen.

Alle Register gezogen

Mit einem 16:20 gingen die Gastgeber in die Schlussviertelstunde und zogen noch einmal alle Register: Mit erst zwei, dann drei offensiven Abwehrspielern wollte die HSG den Gegner unter Druck setzen, teilweise griffen die Hanauer zudem mit einem siebten Feldspieler an.

Durchschlagenden Erfolg brachte das jedoch alles nicht, denn vorne wie hinten erlaubten sich die Grimmstädter zu viele Fehler, wodurch die HG ihren Vorsprung ohne größere Probleme behauptete.

Gästecoach Löhr war nach Abpfiff mit dem 27:23-Sieg seines Teams hochzufrieden: „Das war eines unserer besten Spiele, wir waren im Angriff sehr variabel und die 5:1-Deckung hat sehr gut funktioniert. Bei Hanau hingegen war nach der Roten Karte ein Bruch im Spiel.“

Lücke sprach nach dem ernüchternden Auftritt von einem „mentalen Loch“ und einem „Heimproblem“. „Das tut mir leid für unsere tollen Fans, aber zu Hause bekommen wir momentan nichts auf die Kette.“

HSG Hanau:Sebastian Schermuly, Fabian Tomm – Maximilian Bergold (4), Luca Braun (3), Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel (4/1), Dennis Gerst (3), Michael Hemmer (3), Lucas Lorenz (3), Andreas Neumann, Yaron Pillmann, Marc Strohl (1), Yannik Woiwod (1) – Siebenmeter: HSG 3/3, HG 8/6 – Zeitstrafen:HSG 5, HG 4 – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Pillmann (HSG, 6.) – Zuschauer: 525.

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