So sehen Sieger aus: Der SC 1960 Hanau gewann erneut das Hanauer Hallenmasters. Foto: TAP

Hanau

SC 1960 Hanau verteidigt seinen Titel beim Hallenmasters

Fußball. Der SC 1960 Hanau hat seinen im vergangenen Jahr errungenen Hallenmasters-Titel verteidigt. Im Endspiel setzte sich der Verbandsligist bei der 20. Ausspielung des Turniers in der August-Schärttner-Halle klar mit 5:1 (1:0) gegen Germania Großkrotzenburg durch und kassierte 600 Euro Preisgeld.

Von Gert Bechert

Der Gruppenligist tröstete sich mit 400 Euro. Mit Güney Günel (bester Spieler) und Abdul Samed Ersöz (bester Torwart) zeichnete die Turnierleitung zudem zwei Spieler des HSC aus. Dritter wurde die SG Bruchköbel, die das durch Neunmeterschießen entschiedene kleine Finale mit 3:1 gegen Germania Niederrodenbach gewann. Auch der beste Torschütze kam aus den Reihen der SGB. Maximilian Walter traf zehnmal ins Schwarze.

Christian Schönig rechnete sich gute Chancen vor dem Finale aus. „1960 hat ohne Zweifel die besseren Einzelspieler in seinen Reihen, wir sind dagegen die diszipliniertere Mannschaft. Vielleicht ist das am Ende entscheidend“, meinte der Germania-Coach vor dem Anpfiff des Endspiels. Er sollte falsch liegen.

Tore wie am FließbandDie Sechziger ließen den Gegner zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen und gingen nach sieben Minuten durch Benjamin Braus in Führung. Vorausgegangen war ein haarsträubender Fehler von Nils Becker. Spätestens nach dem 2:0 durch Engin Arslan (11.) sofort nach Wiederbeginn war eine Vorentscheidung gefallen. Die Routiniers in den Reihen des Verbandsligisten – Güney Günel, Benjamin Braus und Michele Moscelli – ließen nichts mehr anbrennen. Was durchkam war eine sichere Beute von Keeper Ersöz.

Mit dem 3:0 durch Özcan Aydin (15.) war die Partie endgültig entschieden. Der 1:3-Anschlusstreffer von Moritz Schlögl (19.) war nur Ergebniskosmetik, zumal Braus (19.) im direkten Gegenzug den alten Abstand wieder herstellte. Kurz vor Schluss erhöhte Sercan Demir (20.) noch auf 5:1.

RevancheOkan Sari, der sich als Endspielgegner Großkrotzenburg gewünscht hatte, strahlte über das ganze Gesicht. „Wir hatten noch eine Rechnung aus der Gruppenphase offen, wo wir 2:4 gegen die Germania verloren. Die Revanche ist uns eindrucksvoll gelungen“, freute sich der HSC-Sportchef.

Die im Vorfeld als „Todesgruppe“ bezeichnete Sparkasse Hanau-Gruppe erwies sich in der Tat als die mit Abstand stärkste Vorrundengruppe. Mit Gruppensieger Großkrotzenburg, Titelverteidiger HSC und Niederrodenbach zogen drei Vereine dieser Gruppe in das Halbfinale ein.

Emotionales Duell gegen Hanau 93Wobei der HSC das nötige Quäntchen Glück benötigte, um die Zwischenrunde zu überstehen. Im entscheidenden Spiel um den Halbfinaleinzug trafen die Sechziger auf den Ligakonkurrenten FC Hanau 93. In einem emotionsgeladenen Spiel, das viele Besucher als vorweggenommenes Endspiel bezeichneten, genügte dem HSC ein 2:2, um aufgrund der besseren Tordifferenz weiterzukommen. Der HSC führte bereits 2:0, geriet aber nach dem Ausgleich der 93er noch ins Wanken. Die knisternde Spannung entlud sich kurz vor Schluss in einer Zeitstrafe für den 93er Neuzugang Michel Geschwender, der sich darüber beschwerte und prompt die Rote Karte sah. Es war der einzige Platzverweis eines überwiegend fairen Turniers.

Die 93er, die ihre Vorrundengruppe mit 9:0 Treffern abgeschlossen hatten, schieden somit ohne Niederlage aus. Im ersten Zwischenrundenspiel führte der HFC bereits 6:1 gegen RW Großauheim, ein Torpolster, das für den Halbfinaleinzug gereicht hätte. Am Ende stand es 6:4. Da der HSC 7:3 gegen den A-Ligisten gewonnen hatte, genügte dem Titelverteidiger ein 2:2 gegen die 93er.

Halbfinal-SpieleIm ersten Halbfinale traf Germania Großkrotzenburg auf den Rekordtitelträger SG Bruchköbel. Alle erwarteten eine Partie auf Augenhöhe, auch die beiden Trainer Schönig und Albert Repp. Umso überraschter waren die Zuschauer über den Verlauf der 20 Minuten. Die Germania führte bereits 5:0, ehe Bruchköbel die Niederlage erträglicher gestaltete. Am Ende hieß es 6:3 für den Gruppenligisten.

Im zweiten Halbfinale tat sich der HSC anfangs schwer gegen die Niederrodenbacher „Spargel-Germanen“. „Wir sind der Hecht im Karpfenteich. Es ist toll, dass wir als Kreisoberligist soweit gekommen sind“, meinte Jochen Breideband vor dem Anpfiff. Bis zum Seitenwechsel (3:3) hielten seine Kicker bestens mit, danach ließen die Kräfte aber merklich nach. Der HSC siegte am Ende standesgemäß mit 8:3.

Überraschungsteam OberdorfeldenIn der Vorrunde hatte am Samstag ein weiterer Außenseiter für Schlagzeilen gesorgt. A-Ligist SV Oberdorfelden, der erstmals am Hallenmaster teilnahm, qualifizierte sich als Dritter der Stadtwerke-Hanau-Gruppe für den Finaltag. Beim 2:2 gegen den FC Hochstadt als auch beim 0:3 gegen Hanau 93 ärgerte der SVO die klassenhöhere Konkurrenz mehr als denen lieb war.

Walter Heßler war mit dem Verlauf des Jubiläumsturniers rundum zufrieden, wobei er besonders hervorhob, dass es keine schwerwiegenden Verletzungen gab. Auch der vom Organisationschef befürchtete Zuschauerrückgangs trat nicht ein. Am Ende wurden wie im Vorjahr 680 Besucher registriert, die wieder auf einen ansehnlichen Spendenbetrag für die Lebenshilfe Hanau und die Edy-Petri-Stiftung hoffen lassen.

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