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1960 Hanau fegt Ober-Roden vom Platz: Trotzdem Krach in der Kabine

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Von: Gert Bechert

Klarer Punktsieg: Shelby Printemps und seine Hanauer Teamkollegen wirbelten die Ober-Rodener Defensive um den Ex-Großkrotzenburger Maik Neuendorf gehörig durcheinander.
Klarer Punktsieg: Shelby Printemps und seine Hanauer Teamkollegen wirbelten die Ober-Rodener Defensive um den Ex-Großkrotzenburger Maik Neuendorf gehörig durcheinander. © Scheiber/Göbel

Mit einer Galavorstellung startete der SC 1960 Hanau in die neue Saison der Fußball-Verbandsliga Süd. Mit 7:1 (4:0) demontierte das Team von Savas Erinc Germania Ober-Roden und übernahm sofort die Tabellenführung. Die Partie, die nur 90 Zuschauer anlockte, war schon nach zehn Minuten entschieden.

Hanau – Shelby Printemps (1.) nach Vorarbeit von Yu Ataka, Ataka (5.), der eine Linksflanke von Danny Kadioglu verwertete, und Aret Demir (10.) mit einem Schuss aus 20 Metern ins kurze Eck legten eine schnelle 3:0-Führung vor. „Wir wussten, dass Hanau über eine gute Mannschaft verfügt, aber so darf man nicht auftreten. Wir haben das Spiel in der Anfangsphase regelrecht hergeschenkt“, ärgerte sich Gäste-Coach Fabian Bäcker über den desolaten Auftritt seiner Mannschaft in den Anfangsminuten.

Auch der von Germania Großkrotzenburg nach Ober-Roden gewechselte Maik Neuendorf konnte Ober-Rodens Abwehr nicht den nötigen Halt geben. Oftmals wirkte der großgewachsene Hüne zu behäbig gegen die quirligen HSC-Angreifer. Besonders Neuzugang Ataka und Rekonvaleszent Kadioglu bekamen die Gäste nicht in den Griff. Für Kadioglu war es nach langer Pause wegen eines Außenbandrisses am Knöchel der erste Einsatz von Beginn an. Umso beeindruckender war die Vorstellung des 22-Jährigen. „Ich war froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte, was fehlte, war einzig ein Tor“, meinte er froh gelaunt nach seiner Auswechslung in der 57. Minute.

Ober-Roden kommt nur langsam in Fahrt

Ober-Roden fand erst nach einer Viertelstunde ins Spiel. Die erste Chance bot sich den Gästen nach einer knappen halben Stunde, als Hakan Firat (28.) HSC-Keeper Abdul Samed Ersöz ernsthaft prüfte. Wenig später ging ein Kopfball von Sinan Özgün (33.) nur knapp über das 1960er Tor. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit waren wieder die Gastgeber am Drücker. Einen Schuss von Printemps (42.) lenkte Marius Heinlein noch über die Latte, gegen den tollen Schlenzer von Neuzugang Robert Kazmierczak (45.) ins lange Eck war der Gästetorwart aber machtlos: 4:0.

Das Erinc-Team machte nach dem Seitenwechsel so weiter, wie es begonnen hatte: mit dem Toreschießen. Nach Vorarbeit des ungemein lauffreudigen Ex-Mainzers Ataka erhöhte Printemps (50.) auf 5:0. Die Gäste gaben trotz des hohen Rückstandes nicht auf und waren stets um eine Resultatverbesserung bemüht. Nachdem Neuendorf (59.) per Kopf im Anschluss an eine Ecke nur den Pfosten traf, erzielte Firat (60.) per Strafstoß den Ehrentreffer. Zuvor hatte Kamal Farahat Germania-Akteur Jonas Dapp gefoult.

Coach Erinc und Bicakci rasseln aneinander

Fast hätte Dapp (75.) auf 2:5 verkürzt, doch Miguel Torcuatro kratzte den Ball noch artistisch von der Torlinie. In den Schlussminuten schraubten Kohei Suzuki (87.) und der eingewechselte Oktay Bulut (90.) mit einem abgefälschten Schuss das Ergebnis weiter in die Höhe. „Wir müssen trotz des klaren Sieges auf dem Boden bleiben. Der Gegner hat es uns anfangs auch relativ leicht gemacht“, freute sich Erinc über die gute Chancenverwertung in der Anfangsphase.

Ein Wermutstropfen fiel trotzdem in den Siegerkelch. Vor Spielbeginn gerieten sich Erinc und Ilker Bicakci gewaltig in die Haare, da Bicakci die Nichtberücksichtigung in der Anfangself heftig kritisierte. „Wir werden das intern regeln“, sagte Erinc. Gedanklich war er schon beim nächsten Spiel am Sonntag (15 Uhr) bei Rot-Weiss Frankfurt. Die Roten steigen erst am morgigen Dienstag gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg in die neue Saison ein. (Von Gert Bechert)

Hanau: Ersöz - Mickley (70. Kqiku), Meub, Torcuatro, Suzuki - Ataka, Farahat, Demir (77. Dompas), Kazmierczak - Printemps, Kadioglu (57. Bulut)

Tore: 1:0 Printemps (1.), 2:0 Ataka (5.), 3:0 Demir (10.), 4:0 Kazmierczak (45.), 5:0 Printemps (50.), 5:1 Firat (60./FE), 6:1 Suzuki (87.), 7:1 Bulut (90.) - Schiedsrichter: Köpsel (Mittelkalbach) - Zuschauer. 90 - Beste Spieler: Kadioglu, Ataka, Demir/TW Heinlein

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