Eines der größten Talente im Fußballkreis: Mike Neufeld (links) sorgt im Trikot des Kreisoberligisten Spvgg. Roßdorf für Furore - auch wenn sein Team zuletzt beim VfR Kesselstadt (im Bild Esmir Omerovic) verlor. Archivfoto: TAP

Fußball

18-jähriger Mike Neufeld mischt die KOL auf

Fußball. Mike Neufeld zählt zu den vielversprechenden Talenten in der Kreisoberliga. Für die erste Mannschaft der Spvgg. Roßdorf hat der 18 Jahre alte Stürmer, der eigentlich noch in der A-Jugend auflaufen könnte, in den ersten sieben Spielen schon sechs Tore erzielt. Dabei wurde er zweimal erst spät eingewechselt.

Von David Lindenfeld

Obwohl der schnelle Angreifer im Sommer zahlreiche Angebote von Vereinen aus der Region vorliegen hatte, entschied sich Neufeld für einen Verbleib in Roßdorf, wo er sich nach einer schweren Knieverletzung vor zwei Jahren zurück auf den Platz gekämpft hatte.

Dass er die schlimmste Zeit seiner noch jungen Laufbahn schon hinter sich hat, wäre Neufeld zu wünschen: Bereits im Alter von 14 Jahren riss sich der Angreifer das Kreuzband, die Außenbänder und den Meniskus im Knie bei einem Zweikampf, in dem sich selbiges verdreht hatte. Statt des angedachten Wechsels in die Hessenliga nach Klein-Karben, wo Neufeld damals am DFB-Stützpunkt trainierte, musste das Talent zwei Jahre pausieren. Erst nach sieben Monaten wurde er operiert. Es folgten eineinhalb aufwendige Jahre mit Physiotherapie, in denen Neufeld seinem großen Ziel – die Rückkehr auf den Fußballplatz – in kleinen Schritten immer näher kam.

Schneller Wechsel nach Roßdorf

Der Wechsel nach Klein-Karben war vom Tisch. Da seine Freunde zu diesem Zeitpunkt alle in Roßdorf kickten, wechselte auch Neufeld von der JSG Schöneck zur Sportvereinigung, schoss dort in seiner ersten Saison 43 Tore und erzielte im Jahr darauf 24 Treffer. In der vergangenen Spielzeit wurde die A-Jugend der Roßdorfer Meister in der Kreisliga A. „Die ganze Mannschaft war gut befreundet, deshalb bin ich auch der Meinung, dass es so gut lief“, sagt Neufeld.

Eigentlich hätte er noch ein Jahr bei den A-Junioren spielen können. An einen Verbleib in Roßdorf, wo der 18-Jährige das Umfeld kennt und mit vielen Freunden zusammenspielt, knüpfte der junge Stürmer im Sommer aber die Bedingung, schon in diesem Jahr bei den Herren spielen zu dürfen, „weil ich eine Herausforderung wollte.“

In Roßdorf war das Potenzial des pfeilschnellen Stürmers, der für sein Alter laut Jugendleiter und Spielaus-schuss-Mitglied Jörg Herchenröder schon ein „abgebrühter Hund“ vor der dem Tor ist, nicht verborgen geblieben. Nach ein paar Trainingseinheiten war klar, dass Neufeld für die erste Mannschaft spielen wird. In seiner zweiten Partie gelangen dem eingewechselten Youngster, der auch auf der Außenbahn oder als „Zehner“ spielen kann, gegen den SV Kilianstädten sein erster Treffer und seine erste Vorlage.

Ein lupenreiner Hattrick

Zuletzt spielte Neufeld dreimal in Serie von Beginn an, erzielte dabei einen lupenreinen Hattrick in 17 Minuten gegen den SV Wolfgang und traf doppelt beim 3:0-Sieg gegen Germania Niederrodenbach, ehe der Stürmer am vergangenen Spieltag gegen den VfR Kesselstadt leer ausging.

Die Roßdorfer Verantwortlichen hoffen, dass ihnen ihr Talent noch lange erhalten bleibt. „Wir wollen natürlich, dass er in den nächsten Jahren weiter bei uns spielt“, sagt Herchenröder: „Wenn die Mannschaft so zusammen bleibt, können wir in den nächsten Jahren auch mal weiter oben angreifen.“ Neufeld ist nämlich nicht das einzige Talent, das den Sprung von der A-Jugend in die erste Mannschaft geschafft hat. Das junge Roßdorfer Team wird noch Zeit brauchen, könnte aber bald Furore sorgen.

Ein Wechsel ist für den Linksfuß aktuell kein Thema. „Ich möchte erstmal in der Kreisoberliga konstant meine Leistung zeigen“, sagt Neufeld. Wenn dies irgendwann der Fall sein sollte, könne man sich weitere Gedanken machen. Der Einstand des jungen Stürmers war jedenfalls vielversprechend.

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