Wird der JSG Buchberg erhalten bleiben: Anika Hampel (Mitte) wird in der kommenden Saison per Zweitspielrecht für den Frauen-Drittligisten 1. FSV Mainz 05 auflaufen und in der Jugend weiter für die Buchbergerinnen spielen. Archivfoto: Roland Adrian

Handball

15-Jährige wechselt in die 3. Liga mit Ambitionen auf Bundesliga

Handball. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die großen Vereine beim TV Langenselbold anklopfen und um die Gunst des Handball-Ausnahmetalents Anika Hampel buhlen werden. Die 15-Jährige hat bereits ein Training beim Erstbundesligisten Buxtehuder SV hinter sich, entschied sich jetzt aber für einen Wechsel zum 1. FSV Mainz 05.

Von Katja Vügten

Hier wird Anika Hampel in der 3. Liga auf die raue Luft im Handball-Oberhaus vorbereitet, ehe sie dann auch in den Kader der „Meenzer Dynamites“ rutschen könnte, der in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist.

„Langfristig gesehen ist die Bundesliga mein großes Ziel“, macht Anika Hampel deutlich. Doch will sie nichts überstürzen und einen Schritt nach dem anderen machen. Dass sie zunächst in der Heimat bleibt, liegt an zwei Gründen. Als absoluter Familienmensch kann sie zu den Trainingseinheiten in Mainz von zu Hause aus pendeln. Außerdem bleibt sie noch ihrer B-Jugend der JSG Buchberg erhalten. Die Langenselbolderin ist nämlich mit einem Doppelspielrecht ausgestattet.

Straffer Zeitplan

Ende Juni geht es los, dann wird Anika Hampels Woche voraussichtlich so aussehen: montags DHB-Stützpunkttraining, dienstags B-Jugend-Training, mittwochs und donnerstags Frauentraining in Mainz, freitags B-Jugend. Ein straffer Trainingsplan, der ihr aber nichts ausmacht.

Sicher gehört eine gehörige Portion Disziplin dazu, aber Handball ist eben ihre Leidenschaft. Außerdem kann das Ausnahmetalent auf ihrer Bahnfahrt in die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz die Zeit sinnvoll nutzen, um noch etwas für die Schule zu tun oder ein Buch zu lesen. Denn vor 22 Uhr wird sie aus Mainz kaum zu Hause sein. Derzeit hält sich Anika Hampel mit Laufen („Nicht so mein Ding“) und krafttechnischen Einheiten fit.

Ohne Überschneidungen

Dazu trifft sie sich gern mit ihren Freundinnen aus der B-Jugend. „Wir sind ein eingeschworenes Team“, freut sich die 15-Jährige auf die nächste Saison mit der JSG. Dabei will der Verein in der Punktspielplanung darauf achten, dass es keine Überschneidungen mit den Mainzer Frauen-Spielen gibt.

Highlight der abgeschlossenen Saison war für die JSG-Regisseurin zweifellos die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft und das Erreichen des Achtelfinals. Dazu sei der Deutschland-Cup mit der Hessenauswahl eine tolle Erfahrung gewesen. Auch das Jahr bei den Landesliga-Frauen des TV Langenselbold hat Anika Hampel gut gefallen, es sei sehr lehrreich für sie gewesen. Umso schwerer fiel ihr der Abschied.

Von Trainerduo geprägt

Aber sie bleibt dem Verein erhalten und wird weiter von Trainerduo Ilse Ruhlandt (vor allem taktisch) und Mirko Stopinski (insbesondere im athletischen Bereich) geformt. „Beide haben mich und mein Spiel sehr geprägt“, findet die Schülerin, deren Vorbild übrigens Andy Schmid von den Herren-Erstliga-Cracks der Rhein-Neckar-Löwen ist – „sein Stil auf Rückraummitte gefällt mir“.

Er habe Übersicht und viele Wurfvarianten, die man sich abschauen kann. Der Kontakt nach Mainz kam über die Hessenauswahl zustande. Jörg Schulze, früherer Hessenauswahltrainer und Vater einer Auswahlkollegin, hatte Anika Hampel angeboten, beim Drittliga-Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 zu schnuppern. „Das Training hat mir sofort gefallen“, so die Selbolderin.

Großer Traum Bundesliga

Die „kleinen Dynamites“ bestehen aus einer jungen Mannschaft. Philosophie des Trainerteams Nikoletta Nagy und Jörg Schulze ist es, die Talente weiter auszubilden und ihnen viel Spielpraxis zu geben – damit sie sich dann eventuell auch für ganz oben empfehlen können. Und das will die ehrgeizige und talentierte Rückraumspielerin Anika Hampel mit der Zeit auch nutzen – um sich ihren Traum von der Bundesliga zu erfüllen.

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